"Wer braucht den Osten?" Superheldin Ost-Frau

Der Einfluss des Ostens auf die Verhältnisse in Deutschland wird immer öfter sichtbar: sei es bei der klassischen Rollenverteilung von Mann und Frau oder der Frauen-Beschäftigungsquote. Ein Blick auf die Zahlen.

Symbolbild zur Frauen-Erwerbsquote
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1989 lag die Erwerbsquote der Frauen in der DDR bei mehr als 90 Prozent - die Auszubildenden eingeschlossen. In der alten Bundesrepublik ging damals nur jede zweite Frau arbeiten. Ein Muster, das sich auch heute noch erkennen lässt.

Job und Familie

30 Jahre nach der Einheit ist die klassische Rollenverteilung in der Familie - Frau am Herd, Mann auf Arbeit - für jede zweite ostdeutsche Frau absolut keine Option. Im Westen kann sich ein Drittel der Frauen durchaus dafür erwärmen. Und so haben Frauen in Ostdeutschland auch kein Problem, sich trotz Berufstätigkeit für gute Mütter zu halten. 70 Prozent der ostdeutschen Frauen sehen das so.

Ganz anders in den alten Bundesländern. Dort glaubt das nur jede zweite Frau. Im Osten sind darüberhinaus die meisten Frauen der Meinung, dass berufstätige Frauen sogar die besseren Mütter sind. Trotz der UInterschiede zwischen Ost und West: In Sachen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau und Vereinbarkeit von Mutterschaft und Job hat der Westen vom Osten gelernt. Waren 1990 in der alten Bundesrepublik nur etwa sechs Prozent aller unter Dreijährigen in der Krippe, sind es mittlerweile fast 30 Prozent.

Dieser Artikel erschien zuerst am 09.06.2018.

Die Doku-Reihe

Über dieses Thema berichtet der MDR im TV: Wer braucht den Osten? 12.05.2020 | 22:05 Uhr