Bildergalerie Stimmen zu Krugs Übersiedlung in den Westen

Armin Mueller-Stahl als Wolfgang Schmidt und Eva-Maria Hagen als Helene
Armin Mueller-Stahl (hier als Wolfgang Schmidt im Film "Nelken mit Aspik") und Manfred Krug waren bis 1977 enge Freunde gewesen. Auch Mueller-Stahl hatte die Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet. Als Krug mit allem Nachdruck und "ohne Rücksicht auf Verluste" seine Ausreise gefordert, Mueller-Stahl aber beschlossen hatte, vorerst in der DDR zu bleiben, zerbrach ihre Freundschaft. Was Mueller-Stahl seinem einstigen Freund vorwirft, will er nicht öffentlich sagen. Gesehen haben sich die beiden seit damals aber nicht wieder. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Frank Beyer 1975
Als Manfred Krug im Januar 1977 von einer Konzerttournee durch die DDR zurückkehrte, war er sehr deprimiert, erinnerte sich der Regisseur Frank Beyer 1993. Die Konzerte waren von bestellten Parteikadern gestört, einige Konzerte waren ganz abgesagt worden. "Manfred dachte: Was soll's hier noch?", sagt Beyer. "Und das hat dann dazu geführt, dass er den Ausreiseantrag gestellt hat." Bildrechte: dpa
Ursula Karusseit 1974
Die Schauspielerin Ursula Karusseit, die mit Krug unter anderem im Fernsehfilm "Wege übers Land" in den 1960er-Jahren vor der Kamera gestanden hatte, meint, dass Krug die DDR gar nicht habe verlassen wollen. "Er wollte nicht raus aus seinem schönen Haus, dass ihm gewiss wichtiger war als die DDR." Bildrechte: dpa
Werner Lamberz
Um möglichst zügig seine Ausreisegenehmigung zu erhalten, hatte Manfred Krug dem SED-Politbüromitglied Werner Lamberz eine Kopie seines Tagebuchs, in dem er die Ereignisse seit der Ausbürgerung Wolf Biermanns im 1976 schildert, versprochen: "Damit du eine Chance hast, andere vorsichtiger und klüger zu behandeln." Tatsächlich übergab Krug seinem Duzfreund Lamberz vor der Ausreise das Tagebuch. Womöglich, so mutmaßen Kritiker Krugs, um eine Ausreise "1. Klasse" durchzudrücken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eberhard Heinrich
Krug hatte gegenüber Freunden angekündigt, ihre Namen zu schwärzen, um sie nicht in Gefahr zu bringen, bevor er das Tagebuch Werner Lamberz übergeben wird. Das jedoch scheint nicht geschehen zu sein. Eberhard Heinrich, Mitglied der Agitationskommission beim Politbüro der SED und enger Mitarbeiter von Werner Lamberz, kann sich jedenfalls nicht an geschwärzte Stellen erinnern. "Das wäre mir sicher aufgefallen", sagte er 1998 im MDR-Kulturmagazin "artour". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hans-Joachim Hoffmann
Am 4. Mai 1977 hatte Manfred Krug einen Termin beim Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann (im Bild rechts, links der Maler Johannes Heisig). Ein paar Tage vorher hatte der ihn angerufen und gesagt: "Wir müssen mal über alles sprechen." Fast drei Stunden dauerte die Unterredung. Hoffmann drohte Krug nicht, versuchte ihn auch nicht zu erpressen, sondern mühte sich, ihn mit allerlei Versprechungen zum Bleiben zu bewegen: "Wir machen mit dir eine Tournee durch die ČSSR, durch die DDR, durch die Sowjetunion. Sagen Sie mir, wo Sie privat hinwollen, in jedes Land der Erde, Sie werden reisen." (Quelle: Manfred Krug, Abgehauen, Econ 1996) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eberhard Heinrich
In seinem Buch "Abgehauen" schildert Manfred Krug ausführlich seine damalige Furcht, in Bautzen oder Rummelsburg inhaftiert zu werden. Eberhard Heinrich hält Krugs Befürchtungen für albern: "Einen so beliebten Star wie Manfred Krug konnte man doch überhaupt nicht wegsperren!" Und das wusste Krug, so Heinrich, auch ganz genau. Es ging in allen Gesprächen lediglich um die Frage, "was darf der Krug in den Westen mitnehmen und was nicht". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Armin Mueller-Stahl als Wolfgang Schmidt und Eva-Maria Hagen als Helene
Armin Mueller-Stahl (hier als Wolfgang Schmidt im Film "Nelken mit Aspik") und Manfred Krug waren bis 1977 enge Freunde gewesen. Auch Mueller-Stahl hatte die Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet. Als Krug mit allem Nachdruck und "ohne Rücksicht auf Verluste" seine Ausreise gefordert, Mueller-Stahl aber beschlossen hatte, vorerst in der DDR zu bleiben, zerbrach ihre Freundschaft. Was Mueller-Stahl seinem einstigen Freund vorwirft, will er nicht öffentlich sagen. Gesehen haben sich die beiden seit damals aber nicht wieder. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hilmar Thate und Rainer Werner Fassbinder 1982
"Krug stilisiert sich selbst", zürnte der Schauspieler Hilmar Thate, (im Bild links, rechts der Regisseur Rainer Fassbinder) der die Petition gegen die Biermann-Ausbürgerung auch unterschrieben hatte, über die Schilderungen Krugs im Zusammenhang mit seiner Übersiedlung in die BRD. Krug, so Thate, "ignoriert Details, die ihn in ein unschönes Licht stellen würden". (Quelle: Super Illu, 1998) Bildrechte: dpa
Roger Krug
Manfred Krugs Tagebuch "Abgehauen" über seine Ausreise aus der DDR sei ein "Gemisch aus Wahrheit und Fiktion", sagte Krugs Bruder Roger 1998 dem "Focus". Roger Krug, Antiquitätenhändler im Westen, schmuggelte im Frühjahr 1977 insgesamt etwa 20 Gepäckstücke mit Antiquitäten seines Bruders über Berliner Grenzübergänge. Aktionen, die den Verdacht nähren, die üblicherweise gut informierte Staatssicherheit hätte den beliebten Schauspieler mit großer Nachsicht behandelt. "Die besten Stücke gingen mit nach drüben" resümierte Roger Krug. "Sogar einige seiner Oldtimer durfte Manfred mitnehmen." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Angelika Domröse 1974
Die Schauspielerin Angelica Domröse, die 1979 die DDR verließ und 1977 die Petition gegen die Biermann-Ausbürgerung unterschrieben hatte, wirft Manfred Krug vor, mit dem Politbüro einen "großen Deal" gemacht zu haben. Er habe Werner Lamberz das Tagebuch übergeben, um seine Oldtimer und Antiquitäten in den Westen mitnehmen zu dürfen. Bildrechte: MDR/ Klaus Winkler
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