Klimawandel Extremes Wetter 2016 auch in Sachsen

Sachsen befindet sich mitten im Klimawandel. Die letzten Jahre waren von Wetterextremen geprägt, auch 2016. Starke Unwetter und andauernde Trockenheit machten den Landwirten zu schaffen, und auch denjenigen, die Sturm- oder Hochwasserschäden zu beklagen hatten. Insgesamt war es zu warm, zu sonnig und zu trocken. Wird das so weitergehen?

Zu warm, zu sonnig, zu trocken: Auch 2016 lagen die Temperaturen in Sachsen höher als normal. Die Jahresbilanz für die Niederschläge war insgesamt ausgeglichen, wenn auch manche Regionen zu viel und manche zu wenig Regen abbekamen: Der Westen Sachsens war zu trocken, der Osten durch heftige Gewitter und Starkregen zu nass. Das Tief "Mitteleuropa" hatte Ende Mai/Anfang Juni dafür gesorgt. Das Frühjahr war landesweit zu trocken. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie belegt mit Zahlen, was wir vielleicht sowieso schon gefühlt haben:

Im Vergleich zu den Referenzjahren 1961 bis 1990 gab es sechs Prozent mehr Sonnenstunden, die Temperatur lag 1,4 Grad über dem Jahresmittelwert. Vor allem der Winter war mit durchschnittlich plus 3,6 Grad viel zu warm, und auch der Sommer lag mit 1,5 Grad und der Herbst mit 0,7 Grad über den Vergleichsjahren.

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Durch den vielen Sonnenschein war die Ozonbelastung besonders hoch, der warme Winter sorgte jedoch für weniger Feinstaub.

In Sachen Temperatur stachen vor allem die Regionen Dresden, Zwickau und höhere Lagen im Landkreis Mittelsachsen heraus.

Der Minusrekord wurde dabei mit 20,4 Grad am 22. Januar in Dippoldiswalde gemessen. Am heißesten war es am 28. August mit 35,6 Grad in Klitzschen. Die größte Niederschlagsmenge fiel mit 1229,8 Millimetern um Carlsfeld, während der Südraum Leipzigs nur gut ein Drittel davon abbekam.

Falk Böttcher, Meteorologe Deutscher Wetterdienst

Schlecht für die Wälder - gut für die Landwirte

Während die Dürreschäden in den Wäldern zunehmen, vor allem Buchen "Burn Out"-Symptome zeigen und sich der Borkenkäfer über die Fichten hermacht, gibt es Grund zur Freude bei den Landwirten. Das warme Wetter sorgte für gute Erträge, zumindest dort wo der Niederschlag ausreichend war und die Böden ihn auch optimal speichern konnten. Insgesamt lagen die Ernten über dem Durchschnitt vergangener Jahre. Im Weinbau wird dieses Jahr eine Rekordernte von überdurchschnittlicher Qualität erwartet.

Sonnig, warm, trocken - und kein Ende in Sicht

Die Klimaforscher sind sich einig: Es wird immer wärmer, der Trend, der seit 30 Jahre zu beobachten ist, wird sich fortsetzen. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird die Trockenheit zunehmen und uns mit unserer Umwelt und unserer Landwirtschaft vor neue Herausforderungen stellen. Ein Indiz dafür sind die alarmierenden Wetterdaten, die vor kurzem in der Arktis aufgezeichent worden waren. Die Weltwetterorganisation in Genf spricht von Hitzewellen, bei denen mächtige atlantische Stürme mit warmer feuchter Luft die Gefrierperiode gestört hätten. Das habe den polaren Jetstream - einen der Windströme, die sich in großer Höhe um die Erde ziehen - und damit das Wetter global beeinflusst.

Wir sehen bemerkenswerte Veränderungen auf unserem Planeten, die die Grenzen unseres Verständnisses des Klimasystems erreichen. Wir betreten hier absolutes Neuland.

David Carlson, Direktor für Klimaforschung der Weltwetterorganisation

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL im Radio | 21.03.2017 | 09:10 Uhr