UNO Forderung Mit Kakteen dem Klimawandel trotzen

Feigenkakteen sind bisher eher Feinschmeckern als Nahrungsmittel bekannt. Das könnte sich ändern. Die UN-Ernährungsorganisation FAO fordert den großflächigen Anbau der Pflanze. Als Reserve in Zeiten des Klimawandels.

Feigenkaktus
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Der Klimawandel wird die Ernährung der Menschheit vor völlig neue Herausforderungen stellen. Forscher in Sachsen-Anhalt untersuchen im Leibniz-Institut in Gatersleben deshalb, welche Pflanzen den Klimawandel überleben. Auch für die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ist das eines der zentralen Themen. Sie hat jetzt angesichts dieser neuen Herausforderungen eine Empfehlung ausgesprochen, die für Laien vielleicht ungewöhnlich klingt. Sie lautet: Pflanzt mehr Feigenkakteen!

Feinschmecker und Wasserspeicher

Die meisten Kakteen sind ungenießbar. Opuntia, der Feigenkaktus, nicht. In Feinkostläden ist er auch in Mitteldeutschland zu haben; in Erfurt lädt eine Gärtnerei seit Jahren im Sommer zum großen Kakteenessen; und in Mexiko oder auf Sizilien ist er beständiger Teil der Küche, wird aber schon jetzt vor allem als Futtermittel genutzt. Die FAO hat den Feigenkaktus unter anderem aus diesem Grund empfohlen. Denn er ist nicht nur essbar, sondern kann auch große Mengen Feuchtigkeit speichern. Pro Hektar bis zu 180 Tonnen Wasser, so die FAO, was genüge, "um das Leben von fünf ausgewachsenen Kühen zu erhalten“.

Feigenkaktus
Opuntia ficus-indica. Die jungen Triebe sind essbar. Bildrechte: IMAGO

Opuntien stammen aus Amerika. Es gibt fast 200 Arten. In Mexiko ist der Kaktus sogar Teil des Staatswappens. Mittlerweile sind Opuntien als Neophyten auch in Südafrika, Australien und im Mittelmeerraum beheimatet. Dort werden sie vielerorts als Unkraut angesehen und bekämpft. Ein Problem, das die UN-Ernährungsorganisation kennt. Ihre Forderung lautet deshalb, die Pflanze endlich landwirtschaftlich zu nutzen, statt sie wie Unkraut gedeihen zu lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV | 08. Februar 2017 | 15:00 Uhr