Statistische Untersuchung Temperaturen sagen Waldbrände am besten voraus

US-Geographinnen haben statistisch untersucht, welche Faktoren am engsten mit dem Ausbruch von Waldbränden zusammen hängen. Hohe Temperaturen begünstigen die Brände demnach mehr als Trockenheit.

Feuersbrunst über den Hügeln von San Diego County (Kalifornien)
Waldbrand bei San Diego in Kalifornien 2018. Bildrechte: mago/UPI Photo

Trockenheit? Gewitter? Hitze? Starke Winde? Welche Faktoren begünstigen Waldbrände am stärksten? Für eine mögliche Prognose solcher Ereignisse ist das Wissen darüber von existenzieller Bedeutung. Eine Studie von Nachwuchsforscherinnen der US-Universität Cincinnati hat das jetzt untersucht. Ergebnis: Wie heiß es war, sagt am besten voraus, wie hoch das Risiko von Waldbränden ist.

Die Geographie-Studentinnen Shitian Wan und Yuhe Gao haben mit ihrer Professorin Susanna Tong untersucht, welche Faktoren statistisch am engsten mit dem Ausbruch der Feuer zusammenhängen. Dazu nutzten sie einerseits historische Wetterdaten wie Temperatur, Niederschlag und Bodenfeuchtigkeit, bezogen andererseits aber auch Informationen zum Gelände, wie Typ der Wälder, Dichte des Baumbestands, sowie den Abstand zu Straßen und Siedlungen ein. Untersucht wurden die Gegenden um die US-Großstädte Phoenix und Las Vegas in den Bundesstaaten Arizona und Nevada.

Bei der Auswertung zeigte sich: Die Maximaltemperaturen korrelierten am engsten mit dem Ausbruch von Waldbränden, enger als Luftfeuchtigkeit, Niederschlag oder Feuchtigkeitsgrad der Vegetation. Die Regenmenge hingegen hilft vor allem bei der Abschätzung, wie schnell sich die Vegetation von einem Feuer erholt. In Kalifornien, wo es mehr regnet, geht das schneller als in den semiariden, also überwiegend trockenen Gegenden um Phoenix und Las Vegas.

Die Wissenschaftlerinnen hoffen mit ihren Ergebnissen die Prognose von Waldbrandrisiken zu verbessern. Auf diese Weise könnten Menschenleben in Zukunft besser geschützt werden. Im Westküstenstaat Kalifornien etwa starben im Sommer 2018 bei Waldbränden insgesamt 88 Menschen. Die Schäden schätzen die Behörden auf etwa neun Milliarden US-Dollar. Das Problem der Brände wird für den bevölkerungsreichsten Staat der USA dabei immer heftiger: Vier der fünf größten Waldbrände der Geschichte brachen dort in den Jahren seit 2012 aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 25. April 2019 | 10:00 Uhr