Medizin Neuer Wirkstoff gegen Coronavirus gefunden

Deutsche Forscher haben eine Substanz entdeckt, die verschiedene Coronaviren hemmt. Der Naturstoff kommt aus Asien und wirkt auch bei anderen gefährlichen Krankheiten wie Ebola, Lassa- oder Zikavirus.

Auf einem Flughafen umarmen sich ein Mann und eine Frau zur Begrüßung. Beide tragen einen Mundschutz.
Bildrechte: imago images/Independent Photo Agency Int.

Der Wirkstoff namens Silvestrol wird aus Mahagonibäumen gewonnen und ist etwa auf der indonesischen Insel Borneo als traditionelle Heilpflanze schon lange bekannt. Die Wissenschaftler vom Forschungscampus Mittelhessen fanden nun heraus, dass Silvestrol ein Enzym blockiert, das die eingedrungenen Coronaviren brauchen, um sich zu vermehren.

Ähnliches synthetisches Molekül bereits gefunden

"Leider ist Silvestrol chemisch sehr schwer herzustellen", sagt der Studienleiter Prof. Arnold Grünweller. "Man muss also immer wieder auf die Pflanze zurückgreifen, um die Substanz zu gewinnen."

Gegen das aktuelle neuartige Coronavirus konnten wir natürlich bisher noch keine Tests machen, weil es uns schlichtweg nicht zur Verfügung steht. Wenn wir das neuartige Coronavirus hier kultivieren könnten, würden wir das natürlich tun. Aber das braucht Zeit.

Prof. Arnold Grünweller gegenüber MDR Wissen

Allerdings wurde mit CR-31-B schon ein Molekül künstlich hergestellt, dessen chemische Struktur Silvestrol ähnelt. "Es weist jedoch eine weniger komplizierte Struktur auf", erklärt die Co-Autorin der Studie Wiebke Obermann. Die antiviralen Effekte seien jedoch fast identisch und sie wirkten auch gegen Ebola, Zika- und Lassa- sowie Krim-Kongo-Fieber-Viren.

Ein Mann steht im Gewächshaus am einer grünblättrigen Pflanze.
Prof. Arnold Grünweller mit einem Aglaia-Strauch in Borneo. Bildrechte: Sarawak Biodiversity Center

Von der Zulassung als Medikament sei CR-31-B noch weit entfernt, erläutert Prof. Grünweller. Es wurde aber schon ein ähnliches Molekül in der Krebsmedizin in einer klinischen Studie getestet. Da die gesamte Substanzklasse in Tierstudien nicht toxisch oder mutagen wirkte, dürfte dies die Zulassung von CR-31-B vereinfachen.

cdi

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Januar 2020 | 10:55 Uhr

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