Schlafforschung Hitze beim Schlaf stört Hirn

Hitze im Schlafzimmer beeinträchtigt das Denkvermögen - das ist jetzt wissenschaftlich belegt. US-Forscher haben bei einer Vergleichsstudie untersucht, wie sich nächtliche Hitze auf den Tag danach auswirkt.

Schlafender Mann mit Bart
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Hitze im Schlafzimmer beeinträchtigt das Denkvermögen - das ist jetzt wissenschaftlich belegt. US-Forscher haben bei einer Vergleichsstudie untersucht, ob und wie nächtliche Raumtemperaturen das Denkvermögen beeinflussen. Studienteilnehmer waren Studenten, von denen eine Versuchsgruppe in klimatisierten Wohnheimzimmern schlief, die anderen in nicht-klimatisierten Räumen.

Wie Wärme wirkt

Getestet wurde das an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen - fünf Tagen mit sommerlichen Normaltemperaturen war eine fünftägige Hitzewelle gefolgt und auf die wiederum zwei Tage mit normalen Temperaturen. Die Probanden mussten direkt nach dem Aufwachen auf ihren Smartphones Sprach- und Rechenaufgaben absolvieren.

Dabei stellten die Forscher fest: Die Reaktionszeit der Studenten, die in ungekühlten Räumen schliefen, wurde deutlich länger: Bei Wörtertests brauchten sie gut 13 Prozent mehr Zeit als die Vergleichsstudenten aus den kühleren Zimmern. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Rechentests. Nicht untersucht wurde, ob sich die verschiedenen Raumtemperaturen auf die Reaktionsfähigkeit im kompletten Tagesverlauf auswirkten.

Die Forschern haben bewusst eine junge Probandengruppe untersucht, da in früheren Studien nur mit Risikogruppen, zum Beispiel älteren Menschen, gearbeitet worden war. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass sich Hitzewellen nicht auf die Allgemeinbevölkerung auswirkten, schreiben die Studienautoren.

Die Kölner Wissenschaftler Philip Lewis und Thomas Erren deuten die Ergebnisse aus den Hitze-Schlaf-Tests als Hinweis darauf, dass die Erderwärmung weitreichendere gesundheitliche Folgen für die breite Bevölkerung haben kann als bisher angenommen.

MDR aktuell