Chronologie zur Lunkenkrankheit Covid-19 Coronavirus Sars-CoV-2 – alle Meldungen bis zum 31. März 2020

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird uns noch lange begleiten, vermutlich geht es nie wieder weg. Hier lesen Sie eine Chronologie seit Januar 2020, die aktuellen News aus der Forschung und die Ticker im Überblick.

31.03.2020

Shutdown zeigt Effekte bei der Grippe

- Die wegen Corona angeordneten Schließungen von Schulen und Kitas haben offenbar einen Nebeneffekt: Die Zahl der Grippeinfektionen bricht deutlich ein. Wahrscheinlich hat Social Distancing viele Ansteckungen verhindert. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sind eindeutig: Seit dem 14. März registriert Deutschlands nationale Infektionsbehörde einen drastischen Rückgang bei der Zahl der Grippeansteckungen. In der Woche vom 14. bis zum 20. März ging die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit Influenza gegenüber der Vorwoche um die Hälfte zurück, von 18.818 auf 9.878 Fälle bundesweit.

Ärztepräsident: Immune Menschen sollen arbeiten dürfen

- Die Bundesärztekammer hat sich dafür ausgesprochen, für immune Menschen die Kontaktsperre zu lockern. Wie Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte, sollen dafür möglichst viele Bürger auf Antikörper getestet werden. Wer eine Infektion hinter sich habe und immun sei, könne wieder zu Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Diese Menschen seien weder gefährdet noch gefährdeten sie andere. Laut Reinhardt könnten sie daher als erste ins normale Leben entlassen werden.

30.03.2020

Kekulé: Handy-Tracking ist Aktionismus

- Der Virologe Alexander Kekulé sieht den Einsatz einer Anti-Corona-App äußerst kritisch. Im MDR-AKTUELL-Podcast bezeichnete er den Vorschlag als Aktionismus, der nur eine Pseudosicherheit bringe. So könnte man zwar Kontaktsperren überwachen, das wäre aber eine Art Handy-Polizei, die er für nicht sinnvoll halte.

Die zweite Begründung sei, Kontaktpersonen eines Infizierten zu finden. Wer aber plötzlich Corona-Symptome bekomme, der könne sich selbst erinnern, wen er die letzten zwei Tage getroffen habe. Auch seien zwei Leute, die laut Handy-Tracking nah beieinander gewesen seien, nicht unbedingt so nah beieinander gewesen, dass eine Ansteckungsgefahr bestanden habe.

Kekulé sagte, in Südkorea und Singapur seien die Apps angewendet worden, es sei aber nicht bewiesen, dass der Erfolg in diesen Ländern wirklich auf diesen Apps beruhe.

Katze in Belgien infiziert

- In Lüttich (Belgien) hat sich eine Katze mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das Tier war an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Lüttich untersucht worden, wie die Zeitung Le Soir berichtet. Die Besitzerin der Katze ist an Covid-19 erkrankt. Ein absoluter Einzelfall, der nach engem Kontakt zwischem der kranken Frau und ihrem Tier, so Emmanuel André vom belgischen Krisenzentrum "Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass Tiere Überträger der Epidemie sind."

Welche Folgen hat das Homeschooling?

- Für die Betroffenen sind es ganz praktische Fragen, für Forscher wissenschaftliche. Welche Folgen hat die Corona-Krise für Eltern von Grundschulkindern? Das untersucht die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Raphaela Porsch von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Dazu startet sie jetzt eine Online-Untersuchung. Wie sehen die Herausforderungen ganz konkret im Alltag aus? Wie gehen die Eltern damit um, wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Porsch erklärt: "Mein Ziel ist es, Einflüsse auf das individuelle Erleben von Belastung und Beanspruchung von Müttern und Vätern zu ermitteln, insbesondere, da die Großeltern zur Unterstützung gerade ausfallen." 

Interessierte Eltern von Grundschülerinnen und –schülern können seit dem 25. März 2020 an der bundesweiten Studie teilnehmen. Hier der Link zum Fragebogen. Die Beantwortung kostet nach Angaben der Forscher rund zehn Minuten Zeit.

29.03.2020

Ist Corona schon seit Januar in Europa?

- Die ersten Corona-Infektionen in Norditalien könnten bereits im Januar aufgetreten sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch nicht begutachtete Studie aus Italien, über die Spektrum der Wissenschaft berichtet. Das erste offiziell positive Testergebnis auf Sars-CoV-2 gab es zwar erst am 20. Februar 2020. Die extrem schnelle Ausbreitung und die hohe Anzahl an Todesopfern seien aber ein deutliches Zeichen dafür, dass die Covid-19-Erkrankung sich bereits seit 14. Januar in der Lombardei ausgebreitet habe, schreiben die Autoren. Eine Fehlerquelle für die zeitliche Eingrenzung der Epidemie liege in den bislang zu wenig beachteten Verzögerungen im Testverfahren. So liege ein Testergebnis in der Regel erst 3,6 Tage nach dem Test vor. Und zwischen dem Testergebnis und dem Einsetzen der Symptome vergingen sogar 7,3 Tage, also über eine Woche.

Deutschland erreicht wahrscheinlich Klimaziel dank Coronakrise

- Experten der Berliner Umweltpolitik-Think-Tanks "Agora Energiewende" gehen davon aus, dass Deutschland wegen der Corona Krise im laufenden Jahr zwischen 30 und 100 Millionen Tonnen weniger CO2 ausstoßen wird, als 2019. Maximal würde die Bundesrepublik ihre Emissionen damit um 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduzieren, berichtet der Deutschlandfunk. Durch den Kriseneffekt sei also das Klimaziel für 2020, eine 40-prozentige Reduktion der Klimagase gegenüber 1990 tatsächlich erreichbar. Die Forscher sehen darin allerdings nicht wirklich einen Fortschritt im Kampf gegen die Klimakrise. Ähnlich wie nach dem Ende der Finanzkrise 2008 erwarten die Experten einen Reboundeffekt. Durch die angekündigten Konjunkturprogramme könnten die Emissionen nach dem Ende der Krise deutlich über ihr Vorkrisenniveau anwachsen.

Makerspaces in Deutschland helfen beim Kampf gegen Corona

- Nicht nur Forscher verbinden sich, um ganz praktisch in der Corona-Krise zu helfen. In zahlreichen deutschen Städten gibt es Makerspaces, auch in Mitteldeutschland. Das sind selbstorganisierte Werkstätten, in denen Tüftler und Kleinunternehmer oft gemeinsam Maschinen anschaffen, darunter auch High-Tech wie 3-D-Drucker. Mit denen lässt sich dringend benötigte Ausrüstung wie Schutzmasken für medizinisches Personal oder andere Menschen, die weiterhin Kontakt haben müssen, herstellen. Der Magdeburger Makerspace Macherburg hat jetzt eine zentrale Internetseite eingerichtet, die das Angebot der Werkstätten mit dem Bedarf im Gesundheitssystem zusammenbringen soll.

28.03.2020

Schutzmasken statt Raumschiffe: DLR hilft beim Kampf gegen Corona

- Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt nutzt seine 3-D-Drucker für die Bewältigung der Corona-Krise. Wie die das nationale Raumfahrtzentrum mitteilt, seien mit den Maschinen bereits erste Atemschutzmasken und Ventile für Beatmungsgeräte gefertigt worden. Je nach Modell des Druckers sei die Produktion von bis zu 10 Masken und bis zu 15 Ventilen pro Tag möglich. Durch die Vernetzung aller beteiligten Einrichtungen könnten damit größere Stückzahlen gefertigt werden. Aktuell laufe die nötige medizintechnische Zertifizierung der Verfahren. Sein Wissen über die nötige Umrüstung der 3-D-Drucker will das DLR auch anderen Einrichtungen zur Verfügung stellen. Hintergrund der Initiative ist eine Anfrage der Europäischen Kommission. Europas oberste Behörde lässt derzeit prüfen, wie die Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte gesteigert werden kann.

Untypische Symptome bei Corona durch mögliche Zweiterkrankung

- Eine vom Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung beginnt bei vielen Patienten oft mit unterschiedlichen Symptomen. Einen typischen Krankheitsverlauf gibt es nicht. Deswegen herrscht immer wieder Unklarheit darüber, woran ein Erkrankter eine mögliche Covid-19 frühzeitig erkennen kann. Bei fast allen Fällen seien Fieber bemerkbar, das sich auch als Frösteln äußern könne und ein trockener Husten, sagt der Berliner Virologe Christian Drosten im Podcast beim NDR. Ein Schnupfen gehöre aber in der Regel nicht zu den Anzeichen einer Covid-19 Erkrankung. Dass es dennoch vorkomme, das Corona-Patienten einen Schnupfen haben, sei aber nicht verwunderlich. Mitunter erkranken Patienten an mehreren Viren zur gleichen Zeit. Neben Corona sind dann beispielsweise andere Erkältungsviren aktiv, die für den Schnupfen sorgen. Solche Mehrfachinfektionen würden in den Labors oft festgestellt und seien nicht ungewöhnlich. Mitunter seien drei verschiedene Arten von Viren gleichzeitig aktiv, so Drosten.

27.03.2020

Neue Corona-Studie: Wir müsen unseren Umgang mit Tieren überdenken

- Fast so lange wie das neuartige Coronavirus begleitet uns die Frage, wie es zum Menschen gelangen konnte. Eine Forschungsgruppe ist dieser Frage wieder einen Schritt näher gekommen. Ihre Studie hat drei wichtige Erkenntnisse: Das Virus ist natürlich, die Pangoline waren bei der Verbreitung beteiligt, aber deshalb sind sie nicht schuld, sattdessen müssen wir unseren Umgang mit Tieren überdenken. Hier geht es zum Artikel.

Reisebeschränkungen können die Corona-Ausbreitung zu Beginn deutlich verlangsamen

- Wie konnte das neuartige Coronavirus in China eingedämmt werden? Waren die Beschränkungen der Reisefreiheit bis hin zur Ausgangssperre in Wuhan entscheidend? Oder waren es andere Maßnahmen des Gesundheitssystems? Forscher um Moritz Kraemer von der Universität Oxford in England versuchen diese Fragen mit Hilfe umfangreicher Datenauswertung in einer Studie für das Journal Science zu beantworten. Sie verglichen Daten zu Covid-19-Fällen mit Echtzeitdaten zum Reiseverhalten in China. Dabei stellten sie fest: Zu Beginn der Epidemie können Reisebewegungen die beobachtete Ausbreitung des Sars-Coronavirus-2 fast vollständig erklären. Ab dem Lockdown von Wuhan, das Zentrum des Ausbruchs war, werden aber andere Maßnahmen wichtiger: Die Erhöhung der Testkapazitäten, eine schnelle Isolierung der bestätigten Corona- und der Verdachtsfälle sowie deren Kontakte. Im Endergebnis stellen sie fest, dass vor allem zu Beginn eines Ausbruchs Reisebeschränkungen die Ausbreitung stark eindämmen könnten. Welche Maßnahmen später besonders wirkungsvoll seien, dazu fehlten noch Daten.

26.03.2020

Wie sinnvoll sind Corona-Schnelltests?

- Bei den derzeit gängigen PCR-Tests wird die Erbinformation von Coronaviren in den Proben der Rachenschleimhaut oder des Lungengewebes nachgewiesen. Die Tests finden also vor allem heraus, ob jemand akut infiziert ist. Diese PCR-Tests können allerdings nur von Laboren durchgeführt werden. Zwar dauert der Test selbst nur ein paar Stunden. Da aber nur begrenzt Laborkapazitäten vorhanden sind, müssen Verdachtsfälle aktuell mindestens einen Tag auf ihr Testergebnis warten. Abhilfe sollen hier sogenannte serologische Tests bringen. Sie können von jedem Laien eingesetzt und ausgewertet werden. Nötig ist lediglich eine Blutprobe, in der dann Antikörper gegen das Sars-Corona-2-Virus nachgewiesen werden. Der Nachteil dieser Tests: Die Antikörper sind erst einige Tage nach der Infektion nachweisbar. Akut Infizierte lassen sich so nicht finden. Dafür zeigen die Tests, wer bereits immun gegen das Virus ist.

Corona – kann dein Schwamm aus dem Meer helfen?

- Wissenschaftler der TU Freiberg haben einen Wirkstoff aus einem Schwamm gewonnen, der Viren hemmen kann. Aplysina aerophoba heißt die Substanz, die das Wachstum von Viren sowie den Eintritt von Viren in Zellen verhindern soll. "Es ist uns gelungen diese bioaktiven Substanzen in einer rein kristallinen Form, in solchen Mengen (d.h. deutlich mehr als 10 Gramm) zu isolieren, dass diese für sofortige klinische Untersuchungen gegen den COVID-19 Erreger zur Verfügung stehen", erklärt Prof. Dr. Hermann Ehrlich von der Arbeitsgruppe Biomineralogie und Extreme Biomimetik an der TU Bergakademie Freiberg. Die Forscher bieten ihr Wissen jetzt für weitere Untersuchungen an.

Link zur Studie

Die Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift "Materials Science and Engineering" unter dem Titel: Marine biomaterials: Biomimetic and pharmacological potential of cultivated Aplysina aerophoba marine demosponge veröffentlicht worden.

WHO - Corona-Restriktionen nicht zu früh aufheben

- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. "Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden", so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Diese Maßnahmen allein werden Epidemien jedoch nicht auslöschen, twitterte Ghebreyesus am Abend. "Wir fordern alle Länder auf, diese Zeit zu nutzen, um das Coronavirus anzugreifen.!

Passive Impfung als Behandlungsmöglichkeit

- Während weltweit an einem Impfstoff geforscht wird, nimmt man in Wien die alte Idee der Immuntherapie zur Hand: Mit Antikörpern von Corona-Patienten, die die Krankheit überstanden haben, soll schweren Fällen geholfen werden können. "Die Antikörper haben bereits bewiesen, dass sie effizient sind. Denn der ursprüngliche Infizierte ist zu einem gesunden Plasmaspender geworden", sagt Thomas Kreil vom Pharmaunternehmen Takeda.25.03.2020

25.03.2020

Onlinestudie - Auswirkungen von Corona

- Quarantäne, fast völlige Einschränkung sozialer Kontakte - welche Folgen hat diese Krise für unsere Psyche? Das wollen Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz untersuchen - mit einer Onlinestudie. Die Bearbeitungsdauer für die Studie beträgt nach Angaben der Universität ca. 15 Minuten. Eine Teilnahme ist für alle ab 16 Jahren möglich. Sollten sie Inmteresse haben, dann können ie unter diesem Link teilnehmen.

RKI: Aufenthalt in Corona-Risikogebiet nicht mehr Test-Kriterium

- Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Linie für Coronavirus-Tests angepasst. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit Covid-19-Fällen gewesen sein muss, entfalle, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Nach einzelnen Gebieten zu unterscheiden, mache keinen Sinn mehr, so Wieler. Das Institut prüfe auch, wie es in Zukunft mit der Frage der Einstufung anderer Länder oder Regionen als Risikogebiet umgehe.

Die Regel bleibt: Menschen mit Symptomen werden getestet. Die Entscheidung anhand weiterer Kriterien, wie Kontakt zu einem bestätigten Sars-CoV-2-Fall, treffe der behandelnde Arzt. Ziel sei es, die Testressourcen gezielter einzusetzen, betonte Wieler. Wer mild erkrankt sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, appellierte der RKI-Chef.

Warum sterben in Italien so viele an Covid-19?

- Seit sich das Coronavirus in Europa ausbreitet, steht die Frage: Warum hat Italien nicht nur viele Infizierte, sondern auch so eine hohe Todesrate? Dafür gibt es nicht einen Grund, sondern viele. Und die zeigen vor allem: Zwischen Ländern sollte nicht verglichen werden. Denn es gibt nicht diese eine richtige Methode, um zu ermitteln, wie viele Menschen wirklich an der durch das Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 sterben. Generell wird der Anteil Verstorbener auf zwei verschiedene Arten gemessen. Wie die Berechnungden funktionieren und was dabei herauskommt, können Sie hier nachlesen.

24.03.2020

Grippestichproben werden auch auf Corona überprüft

- Bei Stichproben aus dem Sentinelsystem tauchen die ersten Testergebnisse auf, die eine Infektion mit dem Sars-Corona-Virus-2 bestätigen. Bei Sentinel übermitteln 700 Arztpraxen in Deutschland jede Woche die Zahl der registrierten Atemwegserkrankungen an das Robert-Koch-Institut (RKI). Das RKI behält so unter andrem den Überblick über den Verlauf der jährlichen Grippewelle. Einzelne Proben von Patienten werden im Rahmen von Sentinel ausgewertet. Seit dem 17. Februar testet das RKI die Proben auch auf Sars-CoV-2. In der 11. Kalenderwoche wurden insgesamt 192 Sentinelproben untersucht, davon zeigte eine Probe ein positiven Test auf das neuartige Coronavirus.

RKI - vorsichtiger Optimismus bei Anstiegszahlen

- Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich. Das RKI hat auch seine Empfehlungen für COVID-19-Kontaktpersonen unter medizinischem Personal, um sie besser zwischen Praktikabilität und Patientenschutz abwägen zu können. "Medizinisches Personal muss künftig nach engem ungeschützten Kontakt zu COVID-19-Erkrankten nicht mehr so lange in Quarantäne und darf bei dringendem Bedarf in Klinik oder Praxis arbeiten, solange keine Symptome auftreten", zitiert das Ärzteblatt den RKI-Präsident Lothar Wieler. 

Der Hallesche Virologe Alexander Kekulé widerspricht der Einschätzung des RKI, dass das bereits Auswikungen der eingeleiteten Maßnahmen seien. In seinem MDR Podcast erklärt er: "Man muss sich klar machen, dass wir einen enormen Verzug haben. Jemand, der krank ist, hat sich fünf Tage vorher infiziert. Dann dauert's nochmal mindestens drei Tage, bis die Diagnose gestellt wird. Und dann ist das Robert Koch-Institut leider nach wie vor sehr, sehr langsam bei der Meldung - also der Meldeverzug ist enorm." Und das bedeutet, so Kekulé, dass wir jetzt Effekte sehen, die vor ungefähr zwei Wochen eingetreten sind. Er erklärt sich den Rückgang der Neuinfektionen damit, dass zwei "Boostereffekte" nicht mehr greifen, weil danach reagiert wurde - der Karneval in NRW und der Schulbeginn in Bayern.

23.03.2020

Klinische Tests für Medikamente um Impfstoffe

- In Europa beginnen klinische Tests zur Behandlung von Covid-19. Die staatliche französische Forschungseinrichtung Inserm teilte mit, bei den Versuchen an rund 3.200 Personen würden vier Mittel eingesetzt, darunter das bei Ebola verwendete Remdesivir. Die mit dem Corona-Virus infizierten Testpatienten kämen unter anderem aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Spanien. Der Generaldirektor im französischen Gesundheitsminiserium, Salomon, erklärte, die Medikamente würden unter strikter Aufsicht getestet. Neben Europa testet auch die Weltgesundheitsorganisation Mittel, die gegen die neue Lungenkrankheit helfen könnten.

Erster Impfstoff in Deutschland im Herbst?

- Im Rahmen einer Studie könnten Zehntausende Deutsche bereits im Herbst einen Impfstoff erhalten. "Wenn die Daten gut sind und die Behörden ihr Okay geben, können wir noch dieses Jahr eine größere Studie starten", so der amtierende Chef des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, Franz Werner Haas, am Wochenende gegenüber der Wirtschaftswoche. "Wann der Impfstoff für die breite Masse verfügbar ist – ob noch dieses Jahr oder erst 2021 – hängt vom Ausgang der klinischen Studie und der Entscheidung der Zulassungsbehörden ab."

Erste Tests möglicher Impfstoffkandidaten haben in der vergangenen Woche in den USA an Freiwilligen begonnen. Dort leitet das Kaiser Permanente Institute die Tests mit dem Mittel mRNA-1273 an 45 Patienten. China erlaubte dem Unternehmen CanSinoBIO die klinischen Tests ihres Mittels Ad5-nCoV, die mit 108 Testpersonen am Tongji Hospital in Wuhan durchgeführt werden.

22.03.2020

Wie Atmen und Husten Viren verbreitet

- Ein Videoexperiment der Bauhausuniversität Weimar zeigt, wie weit beim Atmen und erst recht beim Husten die Luftströme eines Menschen in den Raum hinein reichen. Zu sehen ist die Silhouette eines Menschen, der erst normal atmet und dann hustet. Weitere Einstellungen zeigen, wie weit der Husten in den Raum hineinreicht, wenn der Mensch sich nichts vor den Mund hält, wenn er in seine Hand hustet, in die Armbeuge oder in verschiedene Schutzmasken. Sichtbar werden diese Luftströmungen dank eines Schlierenspiegels. Er ist extrem fein geschliffen und macht kleinste Unterschiede in der Luftdichte sichtbar, also Effekte, die dem Luftflimmern über einer aufgeheizten Straße ähneln, aber für das menschliche Auge viel zu klein sind. Mit dem Video wollen die Wissenschaftler der Bauhausuni illustrieren, wie wichtig es sei, die Empfehlungen der WHO zum Schutz vor dem Coronavirus einzuhalten. Etwa in die Armbeuge zu Husten verhindere, dass man das Virus über die Hände auf eine Oberfläche übertrage und es von dort aus über eine Schmierinfektion auf andere Menschen übertragen werden könne.

Leopoldina: Dreiwöchiger Shutdown sinnvoll

- Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina schlägt einen dreiwöchigen kompletten Shutdown für ganz Deutschland vor. Damit soll die starke Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 stark abgebremst werden. Begleitend dazu müssten ausreichend Kapazitäten geschaffen werden, um alle Verdachtspatienten und nach Deutschland einreisende Personen schnell testen zu können. Die Wissenschaftler der in Halle ansässigen Gesellschaft gehen davon aus, dass es etwa vier bis sechs Monate dauert, bis es Medikamente gibt, mit denen die Atemwegserkrankung Covid-19 bekämpft werden kann. Einen Impfstoff werde es wahrscheinlich erst in 9 bis 12 Monaten geben. So lange aber könne die Gesellschaft nicht stillgelegt werden, da die psychologischen und wirtschaftlichen Schäden zu groß würden. Daher sei es jetzt wichtig, besonders verletzliche und besonders relevante Personengruppen zu schützen, schnell eine ausreichend große Testinfrastruktur aufzubauen und die Entwicklungsverfahren für Medikamente soweit möglich zu beschleunigen. Abschließend heißt es in dem Papier: "Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt, wie wir sie kennen, innerhalb kürzester Zeit grundlegend verändert. Wenn Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft nun an einem Strang ziehen und zielgerichtet auch zu unkonventionellen Lösungen bereit sind, werden wir auch diese Herausforderung meistern. Die Leopoldina wird diesen Prozess aktiv begleiten."

Der Handydoktor kommt: Telemedizin boomt dank Corona

- Die Coronakrise verhilft der Telemedizin in China zum Durchbruch. So haben zahlreiche Erkrankte während der Quarantäne in Wuhan etwa mit der App Tencent Trusted Doctors (TTD) Kontakt mit Medizinern gehalten, berichtet die Tageszeitung South China Morning Post aus Hong Kong. Eigenen Angaben zufolge arbeiten 450.000 zertifizierte Mediziner für das Telemedizin-Unternehmen. Etwa 17 Millionen Nutzer und damit potenzielle Patienten seien registriert. Seit den Ausgangssperren nach dem chinesischen Neujahrsfest am 1. Februar habe sich die Zahl der Nutzer noch einmal vervierfacht. Und TTD ist nur eine von insgesamt sieben Plattformen. Wettbewerber sind unter anderem Ping a Good Doctor (Ping ist Chinas größte Versicherung) und Alibaba Health Information Technology. Perspektivisch sollen diese Apps auch als Apotheken fungieren und bei chronischen Krankheiten Behandlungspläne bereithalten.

21.03.2020

Möglicher Übergangs-Impfstoff gegen Corona

- Forscher vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin haben am Freitag einen neuen potenziellen Impfstoff vorgestellt. VPM1002 wurde ursprünglich im Kampf gegen Tuberkulose entwickelt. Der Impfstoffkandidat enthält abgeschwächte Tuberkuloseviren. Studien an Mäusen zeigen, dass er aber auch Virusinfektionen wie Covid-19 deutlich abschwächen könnte, weil er das Immunsystem aktiviert. VPM1002 wäre wahrscheinlich kein vollumfänglicher Impfschutz gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Er könnte aber als sogenannter Bystander funktionieren, also als unterstützendes Mittel. Die Wissenschaftler glauben, dass VPM1002 besonders gefährdete Gruppen wie alte Menschen oder Mitarbeiter des Gesundheitssystems lange genug schützen könnte, bis ein vollumfänglicher Impfstoff gegen Corona entwickelt und zugelassen ist. VPM1002 wird aktuell in einer Phase-III-Studie in Indien gestestet. Sie soll im Sommer abgeschlossen sein.

Mehrere Monate soziale Isolation möglich

- Forscher um Neil Ferguson vom Imperial College London haben in einer Modellstudie errechnet, wie lange die Maßnahmen der sozialen Isolation in der gesamten Gesellschaft bestehen bleiben müssen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Ihre Ergebnisse stimmen pessimistisch. Demnach müssten strenge Maßnahmen wie die die Schließungen aller öffentlichen Einrichtungen und Ausgangssperren mindestens drei Wochen bestehen bleiben, ehe jeder Infizierte im statistischen Durchschnitt weniger als eine weitere Person ansteckt. Da die Ansteckungszahlen laut den Berechnungen aber wieder in die Höhe schießen, sobald die Isolation gelockert wird, plädieren die Forscher dafür, weitere Isolationsphasen einzuplanen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Das ist nach Ansicht der meisten Experten aber frühestens Mitte 2021 der Fall. Im Corona-Update des NDR sagt der Berliner Virologe Christian Drosten zu den Aussagen: Momentan sei es kaum möglich, zu beurteilen, inwiefern zusätzliche Maßnahmen wie Ausgangssperren eine Verbesserung bei den Fallzahlen bringen oder ob die bisherigen Mittel ausreichen.

20.03.2020

Rhesusaffen nach überstandener Krankheit immun

- Eine erste Studie bestätigt die Immunität nach überstandener COVID-19-Erkrankung im Tierversuch. Das chinesische Forscherteam hatte vier Rhesusaffen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Tiere erkrankten sieben Tage nach der Infektion mit den Symptomen, die auch vom Menschen bekannt sind (Viren in Nase, Hals, Rachen, Lungenentzündung, Gewichtsverlust). Drei der erkrankten Affen wurden nach der Genesung - 28 Tage nach der ersten Infektion - erneut infiziert. Sie zeigten danach keine Krankheitssysmpome, auch konnten keine Viren in den Atemwegen oder dem Stuhl festgestellt werden. Die Studie ist noch nicht von anderen Wissenschaftlern geprüft, trotzdem können die Ergebnisse bei aller Vorsicht aufgrund der geringen Fallzahl als relevant betrachtet werden, so der Virologe Christian Drosten in seinem Podcast im NDR.

Wirkstoff gegen Corona finden - warum das dauert?

- Die Forschung nach einem Impfstoff und nach einem Medikament gegen das neuartige Corona-Virus laufen auf Hochtouren, unter anderem in Lübeck. Aber braucht man überhaupt beides, Impfstoff und Medikament? Ja, sagt Professor Rolf Hilgenfeld, Direktor des Instituts für Biochemie an der Universität Lübeck im Gespräch mit MDR Wissen. Zusammen mit seinem Team hat er einen Wirkstoff gegen Covid-19 entwickelt. Ein Medikament werde es dennoch erst in einigen Jahren geben, sagt Hilgenfeld, erst nach Testverfahren an Tieren könne es zu klinischen Tests an Menschen kommen. Trotzdem sei die Forschung sinnvoll, selbst wenn es 2021 einen Corona-Impfstoff gebe.

Wirkstoffe und antivirale Medikamenten wirkten in die Breite, so dass sie auch bei Ausbrüchen in der Zukunft eingesetzt werden können, während der Impfstoff nur für das jetzige Virus gemacht ist.

Professor Rolf Hilgenfeld, Unim Lübeck

WHO nimmt Warnung vor Ibuprofen zurück

- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Warnung vor der Einnahme des Entzündungshemmers Ibuprofen bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion zurückgenommen. Die WHO-Experten seien nach der Konsultation von Studien und Ärzte zu dem Schluss gekommen, dass es - abgesehen von den üblichen Nebenwirkungen - keine Hinweise auf negative Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe.

19.03.2020

Malaria-Medikament im Test gegen Corona

- Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will ab kommender Woche das Malaria-Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Das sei bereits in China und Italien eingesetzt worden, so das Institut. Auch aus Frankreich sei bekannt geworden waren, dass Chloroquin bei Corona-Erkrankungen helfen könnte, daher werde es nun auch in Deutschland getestet, sagte Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Bernhard-Nocht-Institut im Gespräch mit der ARD: "Wir müssen weitere Studien abwarten, die auch in Deutschland durchgeführt werden." Die Bundesregierung soll beim Hersteller des Medikaments, dem Chemiekonzern Bayer, bereits größere Mengen des Malaria-Prophylaxe-Mittels reserviert haben.

Coronavirus stammt nicht aus dem Genlabor

- Bereits eine Mitte Februar veröffentlichte Untersuchung einer internationalen Forschergruppe hatte gezeigt, dass es bei Sars-CoV-2 keine Hinweise auf eine Herkunft aus einem Labor gibt. Jetzt bestätigt eine weitere Untersuchung, dass das Virus natürlichen Ursprungs ist. Dafür sprechen zum einen die Anpassung an die Rezeptoren menschlicher Zellen, so das Team um Kristian G. Andersen vom Scripps Research Translational Institute, La Jolla, CA, USA. Und auch die Analyse des Virusgrundgerüstes zeige, dass es sich substantiell von anderen Coronaviren unterscheide. "Wenn irgendjemand versucht hätte, ein neues Coronavirus als Krankheitserreger zusammenzustellen, hätte er es wohl auf dem Grundgerüst eines bekannten Virus, das Krankheiten verursacht, aufgebaut", so die Forscher. Die Studie ist in "Nature Medicine" veröffentlicht worden.

18.03.2020

WHO - Warnung für Ibuprofen zurückgezogen

- Noch gestern hatte die Weltgesundheitsorganisation gewarnt, heute hat sie diese Warnung wieder zurückgezogen. Wer durch das Coronavirus an den Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt ist, kann doch ohne Bedenken das Schmerzmittel Ibuprofen nehmen. Das stellte die WHO jetzt klar. Seit einigen Tagen hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, das Schmerzmittel verschärfe die Symptome des Virus.

Hohe Dunkelziffer bei Corona-Ansteckungen - flächendeckende Tests nötig

- Forscher um Ruiyun Li vom Imperial College in London haben ein mathematisches Modell konstruiert, um die rasche Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus in China zu erklären. Die im Fachmagazin Science veröffentlichten Berechnungen zeigen: Vor allem unentdeckte Virusträger sind für einen Großteil der Ansteckungen verantwortlich. Vor Beginn der Reisebeschränkungen für die Bewohner der Provinz Hubei in China am 23. Januar blieben laut der Studie rund 86 Prozent der Infektionen unbekannt. Die unentdeckten Träger von Sars-CoV-2 wiederum sind aber verantwortlich für 80 Prozent der dokumentierten Ansteckungen in China.

Tatsächlich ließ sich die beobachtete Ausbreitung nur dann erklären, wenn auch unerkannte, symptomfreie Überträger einberechnet werden. Die stecken zwar nur ein bis zwei weitere Personen an, Patienten mit Symptomen dagegen zwei bis drei. Allerdings bemerken sie nicht, dass sie eine Gefahr für andere sind. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass im frühen Stadium der Epidemie in einem Land flächendeckende Tests absolut sinnvoll sind, um das tatsächliche Ansteckungsgeschehen zu verstehen und bekämpfen zu können.

Es gibt keinen typischen Krankheitsverlauf

- Auch drei Monate nach den ersten Krankheitsfällen gibt es kein klares Symptombild für die neue Infektion COVID-19. Die Krankheit ist tückisch, oder mit den Worten des Robert Koch-Instituts: sie verläuft "unspezifisch". Die Symptome können ganz verschieden sein. Welche jeweils als erste auftreten, lässt sich nicht allgemeingültig sagen. Fieber, Husten, Schnupfen können erste Anzeichen sein, müssen es aber nicht. Auch Halsschmerzen sind möglich, Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, mitunter sogar ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. "In 30 Prozent der Fälle trat bei unseren Infizierten auch Durchfall auf, das ist häufiger, als bisher angenommen wurde", sagt der deutsche Virologe Hendrik Streek in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

17.03.2020

WHO rät von Ibuprofen ab

- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte in Genf, es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höherer Sterblichkeit verbunden sei. Im Verdachtsfall sollte aber Paracetamol und nicht Ibuprofen eingenommen werden. Die Empfehlung beziehe sich ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran hatte am Wochenende mit einem Tweet für Aufsehen gesorgt, in dem vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen gewarnt worden war.

Corona schränkt Forschung ein

- Die Coronapandemie schränkt auch die Forschung weltweit ein. Und das sogar an den entferntesten Orten. Das Forschungsschiff Polarstern untersucht derzeit die Atmosphäre und den Klimawandel über der Arktis. Mehrere begleitende Messflüge über dem nördlichen Polargebiet müssen jetzt allerdings wegen der Coronakrise kurzfristig abgesagt werden. Wie die Universität Leipzig am Montag mitteilte, sollten die beiden Forschungsflugzeuge Polar 5 und 6 am 11. März im norwegischen Spitzbergen eintreffen. Allerdings war ein Teilnehmer zuvor positiv auf Corona gestestet worden. Damit war eine Einreise des Teams nach Norwegen nicht mehr möglich. Der Leipziger Professor Manfred Wendisch, der die Messkampagnen leiten sollte, bedauerte die Absage, sagte aber zugleich, es wäre verantwortungslos gewesen, unter diesen Umständen die Flüge durchzuführen. "Wir nehmen damit auch unsere Verantwortung für die Gesundheit aller Beteiligten war. Außerdem gilt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und wir bleiben optimistisch, dass unsere Sommermesskampagne planmäßig stattfinden kann."

Schwangere und Corona

- Am Wochenende wurden in Großbritannien eine Mutter und ihr Neugeborenes positiv auf das neue Coronavirus getestet. Es ist der erste Fall, bei dem sowohl Mutter als auch Baby das Virus haben. Allerdings gehen Virologen davon aus, dass sich das Kind erst nach der Geburt angesteckt hat. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts scheinen Schwangere "nach bisherigen Erkenntnissen aus China kein erhöhtes Risiko gegenüber nicht schwangeren Frauen mit gleichem Gesundheitsstatus zu haben". Eine Einschätzung, die die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) teilt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung.

16.03.2020

Warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit reduzieren Corona-Übertragung offenbar doch

- Eine neue Untersuchung aus China zeigt, dass wärmere Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit offenbar doch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus signifikant einschränken. Die Forscher haben für ihre Untersuchung insgesamt 100 chinesische Städte mit jeweils mehr als 40 bestätigten Coronafällen betrachtet. Sie haben die Übertragungsrate für jede Stadt errechnet und dabei auch Bevölkerungsdichte und wirtschaftliche Aktivität berücksichtigt. Dabei zeigte sich: Ein Temperaturanstieg von einem Grad Celsius und eine Zunahme der Luftfeuchtigkeit um ein Prozent reduzierte die Ansteckungsrate für die jeweilige Stadt deutlich. Dieses Ergebnis decke sich mit den Beobachtungen über Grippeviren. Die Forscher glauben deshalb, dass mit Beginn des Sommers und der Regenzeiten auf der Nordhalbkugel mit einer deutlich verminderten Ausbreitung von Covid-19 zu rechnen ist.

Erste Coronafälle in China schon Mitte November

- Die ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus sind offenbar bereits Mitte November aufgetreten. Demnach wurde eine 55 Jahre alte Person aus der Provinz Hubei am 17.11.2019 mit Covid-19 registriert. Es handele sich jedoch nicht um den sogenannten Patienten 0, also denjenigen, der als erster Mensch die neue Krankheit gehabt hat, berichtet dien Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post. Chinesische Mediziner lassen derzeit offenbar eine Reihe von Proben neu untersuchen, die von Patienten im vergangenen Herbst entnommen wurden. Sie hoffen so, den Patienten 0 finden zu können, der höchstwahrscheinlich von einer Fledermaus mit dem Virus infiziert wurde.

Corona geheilt, Lungenfunktion trotzdem beschädigt

- Einige Corona-Patienten in Hongkong klagen auch nach ihrer Genesung noch über Atemprobleme, so ein weiterer Bericht der Soutch China Morning Post unter Berufung auf die für die Krankenhäuser zuständigen Behörden der Stadt. Demnach erleben die Betroffenen vor allem beim schnellen Gehen Atemnot. Die Ärzte schätzen, das mitunter 20 bis 30 Prozent der Lungenfunktion eingeschränkt sein können. Sie wissen allerdings noch nicht, wie lang die Effekte anhalten. Möglicherweise lassen sie sich durch Krankengymnastik oder mit Schwimmen langsam therapieren. In Hong Kong bislang gibt es bislang 131 Menschen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Drei Betroffene starben. 74 genesene Patienten wurden bisher wieder aus den Krankenhäusern entlassen.

Kanadische Forscher klonen Coronavirus

- Ein Klon von Sars-CoV-2 - klingt gefährlich, hilft aber in Wirklichkeit der Forschung an Heilmitteln und Impfstoffen. "Unter dem Gesichtspunkt des Gesamtbildes ist es entscheidend, ein Virusisolat zu haben, das mit anderen Labors geteilt werden kann, um andere Experimente durchzuführen", sagte Robert Kozak von der University of Toronto, der mit Forschern von zwei anderen kanadischen Einrichtungen am Virus-Klon gearbeitet hat. Damit sei es möglich, "die Entstehung der Krankheit zu untersuchen und antivirale Medikamente zu testen, damit wir uns der Entwicklung von Therapien zuwenden können".

15.03.2020

Kinder erkranken weniger an Corona

- Eine neue Studie aus China liefert weitere Belege dafür, dass Kinder deutlich weniger stark am Sars-Cov-2-Virus erkranken. Für nature medicine haben Sitang Gong und seine Kollegen von der Guangzhou Medical University Krankheitsverläufe von zehn Kindern im Alter von zwei Monaten bis 15 Jahren analysiert. Keiner der kleinen Patienten habe Anzeichen einer Lungenentzündung gezeigt. Sieben der zehn Kinder hatten Fieber, allerdings unter 39 Grad Celsius, keines benötigte intensivmedizinische Pflege. Ein Kind zeigte keinerlei Symptome. Die Kinder waren Teil einer Stichprobe von 3.174 Erwachsenen und 745 Kindern, die engen Kontakt zu an Corona erkrankten Menschen hatte. Auffällig ist, dass in der Stichprobe nur 1,3 Prozent der Kinder angesteckt wurden (besagte zehn Patienten), aber 3,5 Prozent der Erwachsenen (111 Individuen). Damit wurden 2,7 Mal so viele Erwachsenen infiziert, wie Kinder, ein statistisch signifikanter Unterschied. 

Herz-Lungenmaschinen können Leben retten

- Verläuft eine Covid-19-Erkrankung besonders schwer, ist das Leben der Patienten von akutem Lungenversagen bedroht. Mediziner diskutieren deshalb, ob die sogenannte extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) Leben retten kann. Bei diesem Verfahren kommt eine Herz-Lungenmaschine zum Einsatz. Dem Blut der Patienten wird außerhalb des Körpers das CO2 entnommen und stattdessen Sauerstoff mit angereichert. Kommt das Verfahren zum Einsatz, müssen allerdings ständig mehrere Pfleger auf einen Patienten aufpassen. Es werden große Mengen Einwegmaterialien benötigt. Und die Blutwäsche außerhalb des Körpers ist mit zusätzlichen Infektionsrisiken verbunden. Ob mit ECMO viele vom Tod bedrohte Coronaüatienten gerettet werden können, werden die Erfahrungen in den kommenden Wochen zeigen.

14.03.2020

Corona vor allem über Husten ansteckend

- Ein Forscherteam um Roman Woelfel von der Universität der Bundeswehr in München hat die ersten neun Coronafälle in Deutschland analysiert. Die traten Ende Januar in Bayern auf und waren in der Klinik Schwabing behandelt worden. Laut der virologischen Analyse vermehrte sich das Virus vor allem in den oberen Atemwegen, also dem Rachen und der Lunge. An diesen Stellen entnommene Proben enthielten sehr viele ansteckende Viren. In Stuhlproben, im Blut und im Urin hingegen konnten keine vermehrungsfähigen Viren identifiziert werden. Für die Praxis bedeutet das: Eine gefährliche Ansteckungsgefahr geht vor allem von Tröpfchen aus, die Infizierte über ihren Atem, beziehungsweise ihren Husten an die Umgebung abgeben.

Corona überlebt 72 Stunden auf Türgriffen und Touchscreens

- Einer US-Studie zufolge überlebt das Corona-Virus SARS-Cov-2 rund 72 Stunden auf Oberflächen aus Stahl und Kunststoff, also etwa Türgriffen oder Touchscreens. Das ist vor allem ein Problem für Kliniken, schreiben die Forscher. Denn dort bestehen viele Oberflächen aus Metall oder Plastik. Eine Behandlung dieser Flächen mit Desinfektionsmittel mit 62-71 % Ethanol, 0,5 % Wasserstoffperoxid oder 0,1 % Natriumhypochlorit können die Viren allerdings innerhalb einer Minute abtöten. Laut dem Robert-Koch-Institut sind für Deutschland bislang keine Fälle von Infektionen bekannt, die durch die Berührung kontaminierter Oberflächen ausgelöst wurden.

13.03.2020

28.000 Intensivbetten in Deutschland

- Während in China die Zahl der Neuinfizierten mittlerweile einstellig ist, geht die Ansteckung mit COVID-19 in Europa und Deutschland ungebremst weiter. Veranstaltungen werden bundesweit abgesagt, flächendeckende Schulschließungen sind möglich, um die Krankenhäuser für Coronapatienten frei zu halten, sollen in Deutschland alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden. Dies solle, soweit medizinisch vertretbar, ab Montag für unbestimmte Zeit gelten, so gestern abend Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine Forderung, die Prof. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, bereits gegenüber dem Deutschlandfunk erhoben hatte. Dann stünden auch genug Intensivbetten zur Verfügung, Nach Janssens Angaben gibt es in Deutschland 28.000 solche Betten, 25.000 davon mit Beatmungsgeräten.

Riskofaktoren, Diabetes und Sepsis

- Wer ist besonders gefährdet, dass Corona einen schweren Krankheitsverlauf nimmt und sie oder ihn am Ende womöglich sogar das Leben kostet? Chinesische Forscher haben 191 Covid-19-Fälle analysiert und Risikofaktoren gefunden. Auch Zusammenhänge zwischen Todesfällen und Sepsis werden diskutiert.

12.03.2020

Neue Corona-Echtzeitkarte

- Datenexperten der Uni Bonn haben eine neue Karte erstellt, die die Daten der Corona-Infizierten für Deutschland in Echtzeit abbildet. Grundlage sind die Zahlen des Robert Koch-Institutes. Hier können Sie die Karte einsehen.

Corona ist eine Pandemie

- Die Weltgesundheitsorganisation hat lange abgewertet. Jetzt hat sie entschieden: Die neue Coronainfektion COVID-19 ist eine Pandemie. Aber was bedeutet das überhaupt? "Der Begriff sagt eigentlich nur, dass sich ein Erreger sehr leicht ausbreitet", sagt Matthias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin am Universitätsklinikum in Jena gegenüber MDR Wissen. Pandemie, so Pletz, ist eben weniger ein medizinischer, sondern eher ein politisch besetzter Begriff, der viele Maßnahmen nach sich zieht.

11.03.2020

Können auch Haustiere erkranken?

- Sars-CoV-2 - der Coronavirus, der für die aktuelle Infektion verantwortlich ist, stammt von einem Tier - mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Fledermaus. Jetzt wirft der Bericht über einen Hund, der im Haushalt eines Infizierten in Hongkong lebt, und bei dem das Virus nachgewiesen wurde, die Frage auf: Können sich auch Tiere, z.B. unsere Haustiere, anstecken? Deutsche Virologen sagen: Für eine Gefährdung gibt es keinen Beleg.

10.03.2020

Wann sprechen wir von einer Pandemie?

- Im Zusammenhang mit Covid-19, der neuen Coronainfektion, ist das Wort Epidemie in aller Munde. "Wir stehen am Anfang einer Covid-19 Epidemie", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Das klingt angsteinflößend, denn wir verbinden damit Erinnerungen an Seuchen wie Pest und Cholera. Doch was verbirgt sich eigentlich wirklich hinter diesem Begriff? Ab wann wird eine Krankheit zur Epidemie?

09.03.2020

Corona - Frauen haben das stärkere Immunsystem

- Frauen und Männer erkranken gleich häufig an Covid-19. Bei Männern jedoch verläuft die Infektion oft heftiger und sie sind viel stärker gefährdet, daran zu sterben. Neue Zahlen aus China bestätigen, dass die Mortalitätsrate bei Männer 2,8 Prozent beträgt, bei Frauen 1,7 Prozent. Forscher gehen davon aus, dass u.a. das stärkere Immunsystem der Frauen dafür verantwortlich ist. Ähnlich ist es bei Kindern, allerdings reagiert hier das Immunsystem vermutlich anders.

08.03.2020

Über 100.00 Fälle - Karten zeigen tagesaktuelle Corona-Ausbreitung

- Da die Zahlen der Infizierten, Genesenen oder Gestorbenen sich täglich ändern, helfen Karten, den Überblick zu behalten. Die derzeit wahrscheinlich beste interaktive Karte kommt von der John Hopkins Universität in den USA. Hier können Sie tagesaktuell alle Fälle weltweit einsehen. Auch bei der Weltgesundheitsorganisation WHO kann man eine ähnliche interaktive Karte nutzen - hier sehen Sie die Ausbreitung des Virus in Europa. Die Daten werden bei der WHO etwas später aktualisiert als bei John Hopkins. Deshalb hat die WHO auch erst gestern vermeldet (siehe Tweet), dass die Zahl der Infizierten die 100.000 überschritten hat.

- Auch die Tagesschau hat verschiedene Karten zur aktuellen Ausbreitung des Virus bereitgestellt. Hier finden Sie eine Übersicht weltweit und hier die aktuellen Zahlen aus Deutschland.

07.03.2020

Kann man das Virus einfach aussperren?

Bis es einen Impfstoff für Covid-19 gibt, wird es noch über ein Jahr dauern, darin sind sich Mediziner und Wissenschaftler weitgehend einig. Göttinger Forscher haben jetzt jedoch eine Möglichkeit entdeckt, wie die Krankheit behandelt werden könnte: indem man das Virus einfach "aussperrt". Auch das nötige Medikament dafür sei bereits vorhanden, allerdings bisher bei uns nicht zugelassen. Wie es wirkt und wo es noch hakt, lesen Sie hier.

06.03.2020

Chinas vermeintlicher "Durchbruch" bei Suche nach Corona-Impfstoff

- Hat ein Forscherteam aus China einen "Durchbruch" bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus erreicht? Das vermeldete jedenfalls die Staatszeitung "Global Times" in dieser Woche, ohne genauere Details zu nennen.

- Nach dem Bericht habe die Majorin Chen Wei, die auch schon im Kampf gegen SARS und Ebola Erfolge erzielt haben soll, zusammen mit Kollegen seit mehr als einem Monat in Wuhan "jede Minute und Sekunde" am Fortschritt bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff gearbeitet.

"Wir tun alles, was wir können, um den den rekombinanten Impfstoff, den wir derzeit entwickeln, in die klinische Phase zu überführen", sagte Chen Wei dem Staatssender "CCTV". Der Sender veröffentlichte laut der "Global Times" auch ein Video, in dem zu sehen ist, wie die 54-jährige den Impfstoff injiziert bekommt. Angebliche Bilder davon verbreiteten sich daraufhin schnell in den sozialen Netzwerken wie etwa auf Twitter. Es wäre damit der erste menschliche Test eines neuen Corona-Impfstoffs.

Inzwischen ist klar, dass es dabei um Falschmeldung handelt, wie Peoples Daily mit Verweis auf die Herkunft des Bildes erklärte. Denn auf dem Bild ist Majorin Chen zu sehen, wie sie eine Spritze zur Stärkung des Immunsystems erhält - vor dem Einsatz in Wuhan.

"Der" oder "das" Virus?

- Seit der Ausbreitung des Corona-Virus stellen sich auch viele die Frage nach dem grammatischen Geschlecht des Virus: männlich oder sächlich? Fachsprachlich und laut "Duden" richtig ist "das", aber auch "der" ist nicht falsch – es hat sich mittlerweile in der Alltagssprache etabliert. Eine Erfurter Linguistin erklärt die Hintergründe.

05.03.2020

Studie bestätigt: Corona-Virus kann auch indirekt übertragen werden

- Mit dem Corona-Virus infizierte Patienten verbreiten den Erreger einer Studie zufolge beträchtlich in Schlaf- und Waschräumen. Die Studie, die am Mittwoch im US-Fachblatt "Journal of the American Medical Association" (Jama) veröffentlicht wurde, unterstützt damit die Annahme, dass das Virus nicht nur von den Infizierten direkt, sondern auch über verunreinigte Flächen weitergegeben werden kann.

Wissenschaftler von Singapurs Nationalem Zentrum für Infektionskrankheiten sowie der DSO National Laboratories untersuchten die Räume von drei Patienten, die Ende Januar, Anfang Februar wegen einer Infektion mit dem Virus in einem Krankenhaus isoliert wurden. Bei einem der Patienten wurden die Proben vor der routinemäßigen Reinigung genommen, bei den anderen nach Reinigung und Desinfektion. Bei der Probenentnahme vor der Reinigung wurde der Erreger Sars-CoV-2 an 13 der 15 untersuchten Flächen nachgewiesen - unter anderem an einem Stuhl, an Bettgestell, einem Glasfenster, dem Fußboden und an Lichtschaltern.

Während in der Luft der Krankenzimmer keine Viren nachgewiesen wurden, fanden die Forscher sie an Belüftungsgittern. Auch drei der fünf untersuchten Flächen im Bad waren kontaminiert, darunter die Türklinke und die Kloschüssel. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Virus auch über Exkremente übertragen werden kann. Bei der Untersuchung der gereinigten und desinfizierten Krankenzimmer und Bäder wiesen die Wissenschaftler keine Coronaviren nach.

Eine Mitarbeiterin sitzt vor dem Medizinischen Zentrum der SATA CommHealth im Stadtteil Ang Mo Kio und traegt eine Atemschutzmaske, um sich vor einer Ansteckung mit dem pandemischen Coronavirus zu schützen.
In Singapur beträgt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle derzeit 110 (Stand 5. März 2020). Bildrechte: imago images/Olaf Schuelke

Wie sich das Wetter auf das Corona-Virus auswirkt

- Lässt der nahende Frühling die Zahl der Corona-Infizierten sinken? Mediziner und Virenforscher sind sich nicht einig. Einerseits sprechen die Erfahrungen mit anderen Infektionskrankheiten wie Grippe dafür. Andererseits gibt es auch Viruserkrankungen in den Tropen und der neue Coronavirus ist auch in Australien aufgetreten - dort ist noch Sommer. Ein Überblick.

04.03.3030

Fortschritte bei der Suche nach Impfstoffen und Medikamenten

- In den USA sollen demnächst erste klinische Tests für potenzielle Impfstoffe gegen den Corona-Virus anlaufen - in Deutschland werden diese im Laufe des Jahres erwartet. Bei den Medikamenten gibt es zudem neue Ansätze.

Wie kann man Klinikpersonal vor Corona schützen?

Nicht nur die Patienten in den Krankenhäusern, auch die dort arbeitenden Menschen sind vom Corona-Virus betroffen - denn das Ansteckungsrisiko ist für sie erhöht. Darum wird nun auch verstärkt an ihrem Schutz gearbeitet. Ein Ausfall von krankem Personal würde schließlich - neben dem individuellen Schicksal - auch Probleme bei der Versorgung der Patienten bedeuten. Bisher empfahl das Robert Koch-Institut, dass "Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen möglichst lückenlos identifiziert und für 14 Tage (die maximale Inkubationszeit) in häuslicher Quarantäne untergebracht werden" sollen. Das galt auch für medizinisches Personal, würde aber in der Praxis Probleme verursachen.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité (Archiv).
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité (Archiv). Bildrechte: MDR/Wiebke Peitz/ Charité Universitätsmedizin Berlin

Darauf weist Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité hin: "Irgendwann wird man eingestehen müssen: Man kann nicht alle Übertragungen aufhalten, also konzentrieren wir uns auf den Kern der Sache." Der Virologe schlägt darum vor, die Isolierungszeit auf acht Tage zu verkürzen. Dies sei sowohl die Kern-Inkubationszeit als auch die wahrscheinliche Zeit der Infektion.

Die Erfahrungen aus China zeigen zudem, dass sich viele medizinische Mitarbeiter nicht im Krankenhaus selbst (nosokomial) , sondern außerhalb davon beim engen Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten angesteckt haben - ebenso war es in Deutschland bei den ersten beobachteten Fällen. Anders stellte sich die Lage aber noch zu Beginn des Ausbruchs in Wuhan dar, als noch nicht auf einen ausreichenden Schutz vor der Krankheit geachtet wurde. Damals war eine nosokomiale Ansteckung noch ein großer Risikofaktor, wie der Fall des Arztes Li Weng, der in China vor dem Ausbruch warnte und schließlich starb.

03.03.2020

Brauchen wir "Coronaferien"?

- Der hallesche Virologe Alexander Kekulé hat seine Forderung nach "Coronaferien" bekräftigt. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk forderte er, Schulen und Kindergärten 14 Tage zu schließen. Auch alle Großveranstaltungen sollten abgesagt werden und Reisen innerhalb Deutschlands auf ein Minimum reduziert werden. So könne die Ausbreitung eingedämmt werden. Gleichzeitig warnte Kekulé vor Superhorrorszenarien, wie etwa Aussagen von Kollegen, die davon ausgehen, dass sich 60 Prozent der Deutschen infizieren würden. Das würde er keinesfalls unterschreiben.

02.03.2020

Immunität für mehrere Jahre

- Eine Veröffentlichung chinesischer Mediziner und ein Bericht aus Japan legen nahe, dass Covid-19 Infizierte nach der Genesung noch einmal erkranken können. Internationale Virusforscher ziehen die Ergebnisse in Zweifel und verweisen auf Untersuchungen, die belegen, dass Menschen nach überstandener Infektion immun sind – mindestens für Monate, wahrscheinlich sogar für mehrere Jahre.

01.03.2020

- Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet bis zum Ende des Jahres mit einem Impfstoff (siehe Ticker vom 1. März). Wissenschaftler wie der Virologe Prof. Christina Drosten von der Charité, der den Corona-Test entwickelt hat, rechnen mit einem längeren Zeitraum von mindestens eineinhalb Jahren.

Forschung: MERS-Impfstoff gegen Sars-CoV-2

- In Deutschland wird u.a. in Marburg, München, Berlin und Tübingen an einem Impfstoff gearbeitet. Koordiniert werden die Wissenschaftler durch das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) in Braunschweig. Die Forscher nutzen nach Aussagen des DZIF als Ausgangspunkt bisherige Arbeiten an einem Impfstoff gegen MERS, das ebenfalls zu den Coronaviren gehört. An der Universität Marburg hat eine Forschungsgruppe bereits einen Stoff entdeckt, der Coronaviren hemmen könnte. Nach Angaben des Verbandes der Pharmaunternehmen in Deutschland (VFA) könnten bereits in einigen Monaten Prototypen des Impfstoffs so weit entwickelt sein, dass sie an Tieren und Menschen erprobt werden können.

Wie viele Menschen sterben an Covid-19?

- Eine neue Untersuchung eines 28-köpfigen Forscherteams des Imperial College London zeigt: Aussagen über die Sterblichkeitsrate sind immer noch Schätzungen und Annäherungen. Zwischen fünf und 40 Covid-19-Fälle führen zum Tod, so die Forscher nach Auswertung aller derzeit verfügbaren Daten. Die beste Annäherung sei vermutlich: neun Todesfälle auf 1.000 Infizierte, also eine Sterblichkeitsrate – international als CFR, Case Fatality Rate, bezeichnet - von einem Prozent.

Die gesamte Untersuchung können Sie hier als pdf lesen.

cms/dpa/gpens

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 20. Januar 2020 | 19:30 Uhr

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