Defekter Computer ausgetauscht Icarus: Tierbeobachtung aus dem Weltall startet

Eigentlich sollte es bereits im Sommer losgehen, doch ein Computer war defekt: Bei Icarus wollen deutsche und russische Forscher von der ISS aus Tiere auf der Erde beobachten, um Naturkatastrophen vorherzusagen. Jetzt ist ein Ersatzcomputer auf der Raumstation eingetroffen und der Testbetrieb kann beginnen.

Projektkoordinatorin Uschi Müller mit einem Modell der ICARUS-Antenne im Reinraum von SpaceTech Immenstaad, wie es für den Schwebetest verwendet wurde.
Projektkoordinatorin Uschi Müller mit einem Modell der ICARUS-Antenne im Reinraum von SpaceTech (Archivbild). Bildrechte: MPI für Ornithologie/MaxCine/dpa

Tierbeobachtung aus dem Weltall soll Forschern helfen, Vulkanausbrüche und andere Naturkatastrophen vorherzusagen: Das ist das Ziel des deutsch-russischen Projektes Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space).

Dafür wollen Wissenschaftler kleine Sender an Ziegen anbringen, deren Herden an den Hängen des Vulkans Ätna auf Sizilien leben. Die Daten aus diesen Sendern werden an die Internationale Raumstation gefunkt, wo eine Antenne und ein Computer die Informationen sammeln und an die Erde zurückschicken.

Hintergrund des Projekts ist die Beobachtung, dass die Ziegen und andere Tiere (etwa Papageien) eine Art siebten Sinn haben und sich zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Eigentlich sollte Icarus bereits im vergangenen Sommer starten. Doch ein Defekt im zentralen Computer verzögerte den Beginn um knapp sechs Monate. Seit vergangenem Montag (9.12.2019) ist nun ein Ersatzrechner auf der ISS. Der Testbetrieb kann also beginnen.

Rechner startete nicht

Beim Onboardcomputer Icarus (OBC-I) war offenbar ein Bauteil defekt. Der von der deutschen Firma Spacetec gebaute Computer war bereits auf der ISS. Der Fehler wurde erst nach der Montage der Icarus-Antenne an der Raumstation bemerkt. OBC-I konnte aufgrund des Defekts nicht hochgefahren werden.

Zunächst hätte die ISS-Besatzung versucht, den Rechner zu reparieren. Schließlich sei aber ein Austausch nötig gewesen, sagt Uschi Müller, die am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz das Icarus-Projekt koordiniert. Partner sind dabei das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die russische Weltraumbehörde Roskosmos. Auch die TU Dresden und das Fraunhofer Insititut für Integrierte Schaltungen IIS in Ilmenau sind beteilgt.

Beginn des Forschungsbetriebs von Icarus im Juni 2020

Der neue Computer werde nun kommende Woche zum ersten Mal gestartet. Beim Testbetrieb soll dann zunächst erprobt werden, ob der Empfang und die Verarbeitung von Daten wie gewünscht funktioniert. Der eigentliche Forschungsbetrieb soll laut Müller im kommenden Juni beginnen.

ens/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 10. Juli 2019 | 15:47 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2019, 16:25 Uhr

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