Erderwärmung Klimakiller CO2 einfach wegsaugen

Weniger CO2 in der Atmosphäre bedeutet weniger Klimawandel, doch bislang gelingt es nicht, den weltweiten Ausstoß des Klimagases zu bremsen. Eine US-Firma zeigt nun eine günstige Alternative, das CO2 aus der Luft zu holen.

Ein rauchender Industrieschornstein
Bislang gelingt es kaum, den CO2 Ausstoß weltweit zu reduzieren. Über technische Verfahren könnte das Klimagas aber aus der Atmosphäre geholt werden. Bildrechte: imago/blickwinkel

Um die Überhitzung der Erdatmosphäre zu verhindern muss die Menschheit den Ausstoß des Klimagases CO2 dringen bremsen. Trotz verschiedener internationaler Abkommen gelingt das bislang aber kaum. Deswegen werden immer häufiger auch technische Verfahren diskutiert, mit denen sich das bereits in die Luft abgegebene Kohlenstoffdioxid wieder zurückholen lässt.

Die Kosten dafür wurden bislang noch relativ hoch eingeschätzt, etwa 1.000 Dollar sollte das Filtern von einer Tonne CO2 laut einem Bericht des ORF kosten. Jetzt aber präsentiert die US-Firma Carbon Engineering in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Harvard ein Verfahren, mit dem die Tonne CO2 für einen Preis zwischen 94 und 232 US-Dollar herausgefiltert werden soll. Details veröffentlichten Ingenieure und Wissenschaftler im Fachmagazin Joule.

Vor allem günstiger Strom aus Windanlagen macht den niedrigeren Preis möglich. Mit einer Versuchsanlage, die nahe Vancouver gebaut wurde, demonstrieren die Konstrukteure ihre Idee. Dabei wird die Luft angesaugt und das darin enthaltene CO2 mit verschiedenen chemischen Reaktionen herausgelöst. Am Ende wird es aufgespalten, aus dem Kohlenstoff lässt sich dann zum Beispiel neuer Treibstoff herstellen.

Ganz neu sind solche Verfahren allerdings nicht. Die Rostocker Firma Willpower präsentierte bereits vor einem Jahr eine Pilotanlage in Essen. Auch bei ihrem Verfahren sei das Absaugen des CO2s aus der Atmosphäre ähnlich günstig, sagt Geschäftsführer Nils Mehling. In etwa ein bis zwei Jahren sollen die Willpower-Anlagen soweit ausgereift sein, dass sie für Einfamilienhäuser verfügbar werden. Dort sind sie vor allem als Energiespeicher gedacht: Der überschüssige Strom aus einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach kann dann für die CO2 Filteranlage genutzt werden. Der dabei erzeugte Treibstoff wiederum treibt nachts einen Generator an, um wieder Strom herzustellen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSENSPIEGEL | 06. Juni 2018 | 19:00 Uhr