5 Jahre Mars-Rover Curiosity sucht Leben auf dem Mars

Er hat 3,7 Millionen Follower bei Twitter, er kann Selfies machen, ist seit fünf Jahren mit der gleichen Batterie unterwegs und lüftet fast wie nebenbei die Geheimnisse unseres Nachbarplaneten. Marsrover Curiosity ist eine der größten Erfolgsgeschichten der NASA. Vor genau fünf Jahren, am 6. August 2012, begann seine Mission auf dem Roten Planeten.

Maschine auf brauner, karger, trockener Bodenfläche
Curiositys Selfie. Aufgenommen am 177. Marstag des Rovers. Es besteht aus dutzenden Einzelaufnahmen des MAHLI. Das steht für Mars Hand Lens Imager und ist eigentlich für Supernahaufnahmen gedacht. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Der Jubel im NASA Kontrollzentrum in Pasadena ist groß, im August 2012. Wissenschaftler springen wie wild durcheinander, lachen, rufen, umarmen sich. “Es kommt mir vor, als wären wir bei den Olympischen Spielen“, so beschreibt der Direktor des Kontrollzentrums, Charles Elachi, seine Gefühle damals. “Und dieses Team hat gerade Gold gewonnen.“ “Dieses Team“ ist das Team des Mars Science Laboratory (MSL), das es gerade erfolgreich geschafft hat, einen “Kleinwagen“ auf den Mars zu schicken: Rover Curiosity (zu deutsch Neugier), 900 Kilogramm schwer, drei Meter lang 2,8 Meter breit, das größte Stück menschliche Technik, das je auf dem Mars gelandet war.

Strom aus der Atombatterie und Scanner aus Jena

Kaum angekommen, beginnt der Rover auch schon seine Arbeit. Erst ein paar grobkörnige Bilder, danach Bilderserein für ganze Panoramen. Dann setzt sich der Rover auf seinen sechs Rädern in Bewegung. Statt aus Solarzellen bekommt er seine Energie aus einer Atombatterie, einem Radioisotopengenerator. Der kann die thermische Energie des Atomzerfalls in elektrische Energie umwandeln. Damit werden nicht nur die Räder, sondern auch die technischen Geräte angetrieben. Denn der Rover kann nicht nur Fotos schießen. Er ist auch in der Lage, Bodenproben zu nehmen und sie direkt zu analysieren. Er hat einen Laser, eine Wetterstation, ein Strahlenmessgerät und ein Gerät zum Aufspüren von Wasserstoff an Bord - und einen Infrarotscanner aus Jena.

Imagegewinn für die Weltraumforschung

Das erste Panoramabild, das der Rover 2012 gesendet hat
Das erste Panoramafoto des Rovers, zusammengesetzt aus einer Reihe von Bildern aufgenommen drei Tage nach der Landung. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Die NASA hatte sich viel von ihrem Gefährt versprochen und viel bekommen. Curiosity machte eben nicht nur tolle Selfies, sondern entdeckt ungewöhnliche Elemente, wie das Tridymit, das auf starke vulkanische Aktivitäten in der Geschichte des Planeten hindeutet.
Die wichtigste Entdeckung für viele ist aber, dass der junge Mars über Millionen Jahre Wasser und Sauerstoff besaß, eine Umwelt also, die Leben möglich macht.

Was bis jetzt aber noch fehlt, ist die Bestätigung dafür, dass es dieses Leben wirklich gab. Aber Curiosity ist trotzdem schon jetzt ein voller Erfolg für die NASA. Einer, den sich die Wissenschaftler beim Start erhofft hatten. “Viele haben gesagt, dass die Nasa ihren Weg verloren hat, dass wir nicht mehr wissen, wie man forscht und keinen Mut mehr haben“, so Nasa-Manager John Grunsfeld. “Jetzt können wir sagen, die Nasa weiß wie man forscht, wir haben geforscht und wir sind auf dem Mars.“

Über dieses Thema berichtete der MDR: MDR Kultur im Radio | 11.01.2017 | 12:40 Uhr
LexiTV im Fernsehen | 19.06.2013 | 15:00 Uhr