Wölfin von Ohrdruf Landesamt prüft Genehmigung für Wolfabschuss - Nabu erwägt Klage dagegen

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) prüft eine Klage gegen die mögliche Genehmigung zum Abschuss der Ohrdrufer Wölfin. Der vom Umweltministerium gestellte Antrag werde sehr kritisch gesehen, sagte der Wolfsexperte des Verbandes, Silvester Tamâs, am Freitag in Leutra bei Jena. In einem europäischen Schutzgebiet, in dem der Wolf als Schutzziel benannt sei, würden bisher nicht alle zumutbaren Anstrengungen unternommen, um Schafe und Wölfe gleichermaßen zu schützen, sagte Tamâs.

Antrag von Ministerium liegt nun vor

Bei dem für eine Abschussgenehmigung zuständigen Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz ist am Freitag der vor einigen Tagen angekündigte Abschussantrag des Umweltministeriums eingegangen. Wie ein Sprecher des Amtes mitteilte, wird der Antrag mit Paragraf 45 Absatz 7 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes begründet - also mit der Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden. Damit reagierte das Ministerium auf Klagen von Schäfern und Bauern der Region rund um den Militärübungsplatz Ohrdruf über getötete Schafe und andere Nutztiere. Die betroffenen Landwirte gehen davon aus, dass die Ohrdrufer Wölfin oder ihre Mischlingsnachkommen die Tiere gerissen haben.

Ilm-Kreis | Landkreis Gotha | 11.12.2019 Ohrdrufer Wölfin und ihr Rudel reißen 24 Schafe

Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Die Ohrdrufer Wölfin und ihr Rudel haben am Wochenende 24 Schafe im Ilm-Kreis und im Kreis Gotha gerissen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Die Ohrdrufer Wölfin und ihr Rudel haben am Wochenende 24 Schafe im Ilm-Kreis und im Kreis Gotha gerissen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Laut Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hat das ein Rissgutachten ergeben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tote Schafe liegen auf einem Anhänger.
Laut Statistik der Behörde ist dieser Angriff der bislang größte in diesem Jahr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Über mehrere Kilometer sollen die Kadaver zwischen Mühlberg und Bittstädt gelegen haben, wie Augenzeugen berichteten.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Vermutet wird, dass die Wölfin ihren Nachwuchs das Jagen gelehrt hat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Bereits Anfang August hatte der Thüringer Bauernverband eine Antrag auf "Entnahme" der Wölfin gestellt. Noch hat das Landesamt nicht darüber entschieden.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Dezember 2019 | 11:00 Uhr

Der Kadaver eines Schafes liegt auf einer Wiese.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dem Landesamt liegt seit dem Sommer auch ein Abschussantrag des Thüringer Bauernverbandes vor. Dieser muss laut Behörde bis Ende Januar die erwarteten oder bereits eingetretenden erheblichen wirtschaftlichen Schäden nachweisen. Das Umweltministerium begründet seinen Antrag unter anderem damit, dass die Ohrdrufer Wölfin mehrfach nachweislich als optimal eingestufte Herdenschutzzäune überwunden und Schafe gerissen habe. Nabu-Wolfsexperte Tamâs sagte hingegen am Freitag, die überwundenen Zäune seien zu niedrig gewesen. Schäfer, die statt Zäunen Herdenschutzhunde einsetzten, hätten dagegen keine Schäden durch Wolfsübergriffe zu beklagen, sagte er. Thüringer Schäfer wiesen diese Kritik im Gespräch mit MDR THÜRINGEN zurück. Es würden die vorgeschriebenen Zäune verwendet. Und diese habe die Wölfin wiederholt überwunden.

Am Donnerstag hatte der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, dass den Abschuss von Wölfen im Vergleich zu bisherigen Regelungen erleichtert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr, epd, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Dezember 2019 | 17:00 Uhr

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