Eisenach Opel startet neue Produktion - Forderung nach weiterem Modell

Zwei Jahre nach der Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA hat Opel sein erstes deutsches Werk komplett umgekrempelt. In der bisher auf Kleinwagen spezialisierten Autofabrik in Eisenach startete am Mittwoch die Produktion des Stadtgeländewagens Grandland. Betriebsrat und Ministerpräsident Bodo Ramelow haben allerdings eine Forderung an Opel.

Männer schauen sich ein blaues Auto an.
Opel produziert den Grandland X jetzt in Eisenach. Bildrechte: dpa

Vom Kleinwagen-Werk zum Bau eines Geländewagens: Bei Opel in Eisenach ist am Mittwochmittag das neue Modell "Grandland X" offiziell vom Band gelaufen. Das Werk wurde dafür zehn Wochen lang umgebaut. Für Opel-Chef Michael Lohscheller ein wichtiger Tag: Das erste deutsche Werk werde "umgestellt auf die Zukunft", sagte er bei einem Empfang am Dienstagabend.

In Eisenach liefen bis Mai die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Das neue Modell - der Opel-SUV Grandland X - ist deutlich größer und schwerer. Das stellt höhere Anforderungen an die Anlagen im Werk. Die Produktionslinien wurden verkürzt, mehr als 400 Roboter im Rohbau versetzt, umprogrammiert oder neu installiert. Ein Teil der Lackiererei wurde automatisiert. Durch den Umbau und die neue Plattform steige die Effizienz, so das Unternehmen. Die Produktionskosten würden sinken.

Thüringen

Bilder aus dem Werk Grandland in Eisenach: Opel stellt neues Modell vor

Das lange auf Kleinwagen spezialisierte Opel-Werk in Eisenach ist auf die Produktion des Stadtgeländewagens Grandland umgestellt worden.

Zufahrt zum Opel-Werk in Eisenach
Opel öffnete am Mittwoch die Tore seines Werks in Eisenach, um sein neues Modell Grandland X vorzustellen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Zufahrt zum Opel-Werk in Eisenach
Opel öffnete am Mittwoch die Tore seines Werks in Eisenach, um sein neues Modell Grandland X vorzustellen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Neues Opel-Modell Grandland X im Werk in Eisenach vorgestellt. Model Eva Padberg, Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf, Opel-Chef Michael Lohscheller und Moderator Adi Rückewold stehen neben dem Wagen.
Model Eva Padberg, Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf, Opel-Chef Michael Lohscheller und Moderator Adi Rückewold (v.l.) neben dem Grandland X. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Der Leiter des Opel-Werks in Eisenach, Fernando Andreu, spricht vor Gästen in der Werkshalle.
Werkleiter Fernando Andreu sagte vor Gästen, er sei optimistisch, die Auslastung in Eisenach im Zweischichtsystem sichern zu können. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Blick in die Produktion des Grandland X in Eisenach
Das Werk in Eisenach wurde zehn Wochen lang umfassend umgebaut, um den Grandland X produzieren zu können. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Blick in die Produktion des Grandland X in Eisenach
Der SUV, der bisher in Frankreich gebaut wird, rollte am Mittwoch in Thüringen erstmals vom Montageband. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Die Gäste und Belegschaft stehen bei der Vorstellung des neuen Opel-Modells in Eisenach hinter dem Schriftzug "Grandland X".
Die Erwartungen an das neue Modell sind hoch: Die Thüringer Landesregierung geht davon aus, dass in Eisenach künftig zwischen 80.000 und 100.000 Fahrzeuge produziert werden.  Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Alle (6) Bilder anzeigen

Opel-Werk in Eisenach neu aufgestellt - Grandland auch als Hybrid

Nach Angaben von Lohscheller ist Eisenach das erste Opel-Werk in Deutschland, das eine Plattform des französischen Mutterkonzerns Groupe PSA einsetzt. Auch werde ab Anfang 2020 das erste Hybrid-Fahrzeug des Unternehmens Eisenach gebaut. "Opel wird elektrisch – und Eisenach macht den Anfang", sagte Lohscheller. Er hob hervor, in welch kurzer Zeit das Werk den Anlauf des Grandland gestemmt habe. Von der Investitionsentscheidung bis zum offiziellen Produktionsstart seien gerade einmal vierzehn Monate vergangen.

Länger als sonst hatte sich allerdings die Vertragsvergabe an Zulieferer und Dienstleister in der Region hingezogen. Ein Unternehmen musste schließen, der Sitzhersteller Lear, der seit 1992 vor den Werkstoren ansässig ist, baut für das neue Modell nur noch die Rückbänke. Nach Angaben des Betriebsrats schrumpfte die Belegschaft um gut ein Drittel, bis zum Herbst verlassen 46 Mitarbeiter das Unternehmen.

Betriebrat und Bodo Ramelow fordern zweites Opel-Modell für Eisenach

Die Sorge um Arbeitsplätze begleitet auch Opel selbst noch immer: Der Eisenacher Betriebsratschef Bernd Lösche forderte am Mittwoch ein zweites Modell für das Thüringer Werk. Beim Produktionsanlauf des Grandland X sagte Lösche, Nachhaltigkeit sei nur gegeben, wenn in Eisenach neben dem Geländewagen ein weiteres Fahrzeug produziert werde. Nur so könne die Beschäftigung dauerhaft gesichert werden. Ähnlich äußerte sich auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke). Er erinnerte daran, dass ein zweites Modell den Beschäftigten im Tarifvertrag zugesichert worden sei. Dann sei auch eine dritte Schicht wieder möglich. Ramelow sagte, er sei froh, dass sich diejenigen gründlich verrechnet hätten, die das Eisenacher Werk schon abgeschrieben hatten.

Opel will wieder nach Russland

Die Kosten für den Umbau will Opel nicht nennen, auch zur Kapazität des Werks und zur geplanten Produktionsmenge äußert sich das Unternehmen nicht. Lohscheller verwies darauf, dass sich die kompakten SUV sehr gut verkauften. Der Grandland X, für den 2020 eine Hybrid-Variante komme, solle auch in Russland verkauft werden, kündigte Lohscheller an.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geht davon aus, dass in Eisenach künftig zwischen 80.000 und 100.000 Fahrzeuge produziert werden. Opel hat nach eigenen Angaben bisher 160.000 Grandland X verkauft. Der Absatz stieg in diesem Jahr um 40 Prozent. Man sei optimistisch, in Eisenach die Auslastung im Zweischichtsystem sichern zu können, sagte Werkleiter Fernando Andreu.

Hunderte Mitarbeiter verlassen Opel in Eisenach

Die Zahl der Mitarbeiter lag Anfang des Jahres bei 1.400. Mehr als 400 haben das frühere Kleinwagen-Werk im Zuge der Neuausrichtung mit Abfindungen oder über Altersteilzeitregelungen verlassen. Eine weitere Abfindungsrunde für etwa 200 Arbeitnehmer laufe noch, sagte ein Firmensprecher. Das Land Thüringen hatte die Umstrukturierungen bei Opel in Eisenach durch Übernahme von Flächen unterstützt, gefördert wurden außerdem Weiterbildungsangebote für Beschäftigte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 28. August 2019 | 14:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/c60c3f5d-045f-4467-b526-88ce980cb0f1 was not found on this server.

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen