Sport | Coronavirus So ist die Lage in den deutschen Handball-, Basketball-, Volleyball und Eishockey-Ligen

Das Coronavirus hat den Sport lahmgelegt. In den hiesigen Sportligen wurde der Betrieb entweder bis auf Weiteres eingestellt oder sogar vorzeitig beendet. Wie ist der aktuelle Stand im Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey? Welche Entscheidungen stehen noch aus und welche mitteldeutschen Vereine sind von den Auswirkungen betroffen?

Spielszene der Begegnung DHfK - Magdeburg / Handball Leipzig
Magdeburgs Lukas Mertens versucht, am Lepziger Marko Mamic vorbeizuziehen. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Handball

Die Handball-Bundesliga (HBL) hat die Saison wegen der Corona-Krise aktuell unterbrochen, will diese aber vorerst nicht abbrechen. Diese Entscheidung trafen am Montag (16. März) die 18 Bundesligisten bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die aktuelle Spielzeit bleibt damit zunächst bis einschließlich 22. April ausgesetzt. Gleiches gilt auch für die 2. Bundesliga.

SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

03:49 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-391798.html

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Damit hält die HBL am Präsidiumsbeschluss fest, die Saison nach Möglichkeit zu Ende zu spielen, betonte aber, "dass  die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung höchste Priorität hat". Weiter teilte der Verband mit, man stehe vor "nie dagewesenen Herausforderungen". Aus mitteldeutscher Sicht sind in der HBL der SC DHfK Leipzig sowie der SC Magdeburg betroffen.

Ziel bleibt, die Saison zu beenden

Ansprache von Trainer Herbert Müller an die Mannschaft.
Ansprache von THC-Trainer Herbert Müller an seine Spielerinnen. Bildrechte: imago images/Gerhard König

In der 2. HBL haben der ThSV Eisenach, der EHV Aue sowie der HC Elbflorenz mit den Auswirkungen zu kämpfen. So hält beispielsweise Karsten Günther, Manager des SC DHfK, einen Abbruch der Handball-Saison für wahrscheinlich: "Für mich ist aktuell das Greifbarste, dass man die Saison einfach nochmal spielt, dass man bei null anfängt - dann aber ab September wieder."

Die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) hat die Saison in der 1. und 2. Bundesliga aufgrund der Coronakrise vorzeitig abgebrochen. Ob es einen Meister geben wird, steht noch nicht fest. Ebenso soll über mögliche Auf- und Absteiger sowie die Vergabe der internationalen Startplätze zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Nach 18 von 26 Spieltagen der 1. Bundesliga steht Borussia Dortmund an der Spitze, gefolgt von Meister SG BBM Bietigheim. Das Final 4 im Pokal kann zudem wegen behördlicher Vorgaben nicht wie geplant am 23. und 24. Mai in Stuttgart stattfinden. Eine Verlegung wird daher geprüft.

Basketball

In der Basketball-Bundesliga (BBL) wird der Spielbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt. Dies wurde auf einer außerordentlichen Versammlung der Klubs in der vergangenen Woche entschieden. Wann es genau weitergehen soll, ist derzeit noch unklar. Man wolle sich innerhalb der nächsten beiden Wochen erneut treffen, um die dann aktuelle Lage und mögliche Szenarien zu besprechen. Die BBL teilte zudem mit: "Es bleibt das Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen."

Ein Sportler im Interview 1 min
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MDR aktuell 19:30 Uhr Sa 14.03.2020 19:30Uhr 00:51 min

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Fakt ist, dass erst 21 von 32 Spieltagen absolviert sind und den Vereinen bei einem vorzeitigen Abbruch große finanzielle Einbuße drohen würden. BBL-Chef Stefan Holz sprach bereits von einer "existenziellen Situation", sodass man die Saison am besten zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende spielen will.

Davon unmittelbar betroffen ist auch der mitteldeutsche Basketball-Klub Syntainics MBC. Deren Manager Martin Geissler rechnet aufgrund der aktuellen Situation jedoch fest mit einem Saisonabbruch: "Die einzige Alternative wäre eine Wundersituation, dass es plötzlich einen Impfstoff gibt, der alle Menschen ruckzuck heilt. Oder die Ausbreitung wird wie durch Wunderdinge gestoppt", sagte der 36-Jährige der "Deutschen Presse-Agentur" und schob nach: "Aber wir wissen, dass das nicht passieren wird."

Niners dürfen auf BBL-Aufstieg hoffen

Terrell Dexter Deshawn Harris gegen Dontay Latrai Caruthers
Ost-Duell in der ProA: Der Chemnitzer Terrell Harris zieht gegen Jenas Dontay Caruthers zum Korb. Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

In der 2. Bundesliga wurde die Saison dagegen bereits vorzeitig beendet. Das gab der Verband am Dienstag (17. März) in einer Pressemitteilung bekannt. Zuvor war bereits der Spielbetrieb für den 30. Spieltag der ProA sowie die Playoffs und Playdowns in der ProB ausgesetzt worden.Durch den vorzeitigen Saisonabbruch steht wohl ebenfalls fest, dass die Niners Chemnitz als souveräner Tabellenführer in der nächsten Saison eine Klasse höher spielen. Ob die Sachsen tatsächlich aufsteigen, hängt aber vom weiteren Ausgang in der BBL ab. Für Science City Jena hat der Saisonabbruch keinerlei Folgen.

Auch die Basketball-Bundesliga der Frauen hat ihren Spielbetrieb für die Saison 2019/2020 komplett beendet. Dies gab die Liga bereits in der letzten Woche bekannt. Damit ist auch der Abstieg der Halle Lions besiegelt. Die Basketballerinnen aus Sachsen Anhalt standen vor dem Abbruch auf dem letzten Tabellenplatz und haben die Entscheidung des Verbandes bereits akzeptiert.

Volleyball

Dresdens Mannschaft jubelt mit dem Pokal über den Sieg
Im Februar feierte der DSC den DVV-Pokalsieg. Bildrechte: imago images/Pressefoto Baumann

In der Volleyball-Bundesliga (VBL) wurde die Saison bei den Männern und Frauen bereits beendet. Dies beschloss der Verband in der letzten Woche. Durch die Entscheidung werden in diesem Jahr keine Meistertitel vergeben. Außerdem entschied der Verband, dass es aufgrund der außergewöhnlichen Situation keine Regelabsteiger aus der Bundesliga geben wird.

Aus mitteldeutscher Sicht sind die Volleyballerinnen des frisch gebackenen DVV-Pokalsiegers Dresdner SC, des SW Erfurt sowie des VfB 91 Suhl direkt betroffen.  So musste der DSC aufgrund der Situation bereits die Verträge mit sechs ausländischen Spielerinnen auflösen. Hintergrund sind die verschärften Einreisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise.

Keine Zweitliga-Meister und -Absteiger aber Aufsteiger aus der dritten Liga

Darüber hinaus teilte die VBL am Mittwoch (18. März) mit, dass es in den jeweils zwei Zweitliga-Staffeln bei den Männern und Frauen weder Meister noch Absteiger geben wird. "Da alle Mannschaften, die derzeit auf einem Abstiegsplatz stehen, noch aus eigener Kraft die Chance auf den sportlichen Klassenerhalt besaßen, wollten wir nicht durch irgendeine ersatzweise Wertung in die Abstiegsfrage eingreifen", erläuterte VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung.

Auf die vier Staffeln verteilen sich mit dem VV Grimma und VCO Dresden (Frauen) sowie dem CV Mitteldeutschland, VC Bitterfeld-Wolfen, die L.E. Volleys, der GSVE Delitzsch und die Blue Volleys Gotha sieben Teams aus Mitteldeutschland. Zudem wurde versichert, dass mindestens je zwei Regelaufsteiger aus der dritten Liga aufrücken dürfen.

Eishockey

Als erste große Ligen haben die 1. und 2. Deutsche Eishockey Liga (DEL/DEL2) bereits vor einer Woche (10.03.2020) die aktuelle Saison mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt. Aufgrund der vorzeitigen Beendigung wird es in dieser Spielzeit keine Meister sowie keine sportlichen Absteiger in den Ligen geben.

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jsc

Stand: Donnerstag, 18. März 2020

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. März 2020 | 19:30 Uhr

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