Ski Nordisch | Junioren-WM in Oberwiesenthal Langläufer Maxim Cervinka - erst blau, dann Bronze

Perfekte Taktik, perfektes Timing – bei seinem einzigen Rennen hat Maxim Cervinka den deutschen Langläufern gleich zum Start der WM eine Medaille beschert. Das Langlaufteam hofft nun auf eine Signalwirkung.

Eröffnungsfeier bei der Junioren-WM in Oberwiesenthal
Eröffnungsfeier bei der Junioren-WM in Oberwiesenthal Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Zum Glück sind die Eltern von Maxim Cervinka damals hartnäckig geblieben. Damals, als der jetzt 20-Jährige noch ein kleiner Steppke und auf der Suche nach dem richtigen Sport war. Die erste Begegnung mit Schnee und Skiern war eher eine der unangenehmen Art. "Meine ersten Erfahrungen mit dem Skilanglauf waren nicht die Besten. Ich bin ziemlich oft hingefallen und habe mir auch noch die Finger abgefroren." Aber irgendwie sei der drangeblieben - und durfte am Samstag als Lohn vieler langer Trainingseinheiten den bisher größten Erfolg seiner noch jungen Karriere feiern. Im Sprint der Junioren-WM in Oberwiesenthal lief er zu Bronze.

Muffensausen vor der Quali

Dabei hatte sich sein Tag zunächst gar nicht so recht nach WM-Bronze angefühlt. "Vor der Quali war ich ziemlich aufgeregt. Da hatte ich echt Muffensausen. Den Prolog bin ich dann auch ganz schön verkrampft und übermotiviert angegangen. Am letzten Berg hatte ich das Gefühl, ich würde blau gehen." Mit Platz 14 schaffte er es ins Viertelfinale, konnte sich von da an in jedem Lauf steigern und lief auch mit einer taktisch starken Leistung zu seiner ersten Medaille bei einem Großereignis. "Das war sensationell heute", lobt der Sportliche Leiter Langlauf im Deutschen Skiverband, Andreas Schlütter: "Er hatte super Ski, hat die Läufe offensiv gestaltet und ein gutes Auge."

Lange deutsche Männer-Durststrecke im Sprint

Eröffnungsfeier bei der Junioren-WM in Oberwiesenthal
Cervinka mit der Bronzemedaille. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Der 20-jährige Cervinka ist eine große Hoffnung im zuletzt nicht gerade von Sprint-Erfolgen strotzenden deutschen Männer-Team. Josef Wenzl war der letzte Deutsche, der es in einem Weltcup-Sprint einmal aufs Podest schaffte, im Februar 2014 war das. Auch im Nachwuchsbereich gab es im gleichen Zeitraum bei den deutschen Männern nur eine Podestplatzierung, Janosch Brugger gewann den Klassik-Sprint bei der Junioren-WM 2017.

Neues Langlauf-Konzept: Technik und Athletik

Damit Roh-Diamanten wie Cervinka künftig auch im Weltcup um die vorderen Plätze mitkämpfen können, hat der Deutsche Skiverband um Schlütter und Bundestrainer Peter Schlickenrieder erst kürzlich ein neues Trainingskonzept vorgestellt. Damit wollen die Deutschen den Norwegern um Olympiasieger Johannes Hoesflot Klaebo nacheifern. Oder mit den Worten von Schlütter: "Es geht um Athletik und Technik. Wir haben Defizite im athletischen und technischen Bereich. Unsere einstige Vorreiterrolle haben wir da verloren." Die Norweger, so die Einschätzung Schlickenrieders, "sind uns da seit Jahren einen Schritt voraus. Sie laufen diese Technik in Perfektion."

Cervinka bei Klaebo zu Gast

Wie es sich bei den Norwegern um die Stars wie Klaebo oder Astrid Uhrenhold Jacobsen so anfühlt, durfte Cervinka im vergangenen Jahr selbst erleben. Als einer von weltweit rund 150 Sportlern wurde er zu einem internationalen Trainingscamp in Norwegen eingeladen - inclusive Training mit den Superstars. Bis Samstag waren dieses Camp und Cervinkas erster Weltcupeinsatz im Januar in Dresden die beeindruckendsten Momente seiner Karriere - nun kann er noch eine JWM-Bronzemedaille hinzufügen. Dass er nach dem Erfolg von Oberwiesenthal nun regelmäßig auch bei Weltcups zum Einsatz kommt, ist dagegen nicht geplant. "Wir müssen die jungen Athleten vorsichtig heranführen. Das nächste Ziel für Maxim sollte die U23-WM im kommenden Jahr sein", so Schlütter.

"Hoppla, wir können ja mitmischen"

Und während für Cervinka die JWM nach seinem einzigen Einsatz schon wieder vorbei ist, könnte seine Medaille dem gesamten Team einen Schub geben. "Die Medaille für Maxim aber auch Platz fünf für Anian Sossau sind ein gutes Zeichen für die gesamte Mannschaft", erklärt Schlütter: "Die anderen sehen: Hoppla, wir können ja in dem Altersbereich vorn mitmischen. Das gibt Sicherheit und Motivation." Die nächste Chance, das unter Beweis zu stellen, gibt es schon am Sonntag, wenn die U23-Sprints auf dem Programm stehen.

Über dieses Thema berichtet der MDR ab 29. Februar 2020 täglich bei MDR Aktuell und MDR Aktuell - Das Nachrichtenradio. MDR | täglich 29.02. bis 08.03.2020 |

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. März 2020 | 16:30 Uhr

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