Handball | 1. Bundesliga "Brauchen eure Hilfe" – THC-Coach Müller ruft zur Solidarität auf

Auch beim Handball-Bundesligisten Thüringer HC ist seit der Corona-Pandemie nichts mehr wie früher. Der Verein kämpft wie fast alle Klubs mit den Auswirkungen der Krise und steht vor einer ungewissen Zukunft. Trainer Herbert Müller ruft deshalb zur Solidarität und Unterstützung auf.

Im Bild Trainer Herbert Müller
Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Die Kulisse, vor der THC-Coach Herbert Müller in die Kamera spricht, hat in diesen Tagen schon so etwas wie Symbolcharakter. Gerüste, Baugeräusche und halbfertige Tribünen – inmitten einer riesigen Baustelle wandte sich der Thüringer Übungsleiter an die Anhänger des Klubs: "Ich stehe hier in unserem neuen Schmuckkästchen und denke, dass hier etwas wunderbares entstehen kann", so der 57-Jährige auf dem vereinseigenen YouTube-Kanal und verweist auf die Heim- und Spielstätte seiner Handballerinnen, die sich gerade im Umbau befindet.

Müller: Gesundheit geht vor

Eine Baustelle hat auch die Corona-Pandemie verursacht, wenn auch in deutlich stärkerem Maße. Seit gut zwei Wochen steht die hiesige Sportwelt still – nichts geht mehr in deutschen Stadien und Sporthallen. Davon betroffen ist auch die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF), nachdem der Verband letzte Woche (19. März) bekannt gab, die Meisterschaftsrunde 2019/2020 abzubrechen.

Diese noch nie dagewesene Situation bereitet auch dem Thüringer HC und Herbert Müller Kopfzerbrechen: "Wie gerne hätten wir für und mit euch weitergespielt, speziell um unseren Pokal zu verteidigen", wandte sich Müller an die Anhängerschaft, betonte jedoch "dass ein Abbruch notwendig und richtig war". Schließlich gehe die Gesundheit der Menschen vor.

Vereine in ihrer Existenz bedroht

Im Zuge der Krise ist aber auch die Gesundheit der Handballvereine in höchstem Maße gefährdet. Zuschauereinnahmen und Sponsoring gehören zu den elementaren finanziellen Einnahmen, auf die die Klubs Jahr für Jahr angewiesen sind. Besonders die ausbleibenden Ticketverkäufe bedrohen die Vereine in ihrer Existenz.

Für Müller steht deshalb nun Solidarität an vorderster Stelle. Der "Zusammenhalt der großen THC-Familie" ist nun am wichtigsten, so der ehemalige Profi und kündigte erste Maßnahmen an: "Wir, das Team, die Mannschaft, die Trainer müssen mit gutem Beispiel voranmarschieren und auf Gehälter verzichten".

THC lädt zur Neueröffnung ein

Gleichzeitig appellierte der gebürtige Rumäne an die Dauerkartenbesitzer, ohne deren Hilfe der Verein die Krise nicht überwinden kann: "Ihr habt immer die Basis dargestellt, damit unser Konstrukt nicht in eine Schieflage geraten konnte. Doch jetzt brauchen wir eure Hilfe. Lasst diese Einnahmen in der Kasse vom THC", bat Müller die Fans.

Mit attraktiven Preisen für die Dauerkarten der neuen Saison sowie einer Einladung zu einem Fest zur Eröffnung der neuen Halle im Dezember, inklusive Freibier und einem THC-All-Star-Spiel, will sich der Klub bei seinen Unterstützern revanchieren.

Immer mehr Solidaritätsaktionen

Auch wenn aktuell noch nicht abzusehen ist, welche Folgen die Corona-Pandemie auf die Sportwelt haben wird – ein Fundament für die kommenden schwierigen Zeiten schaffen derzeit viele (vor allem kleinere) Vereine mit Solidaritätsaktionen und Botschaften an ihre Fans.

Nicht nur dies wird den Anhängern des Thüringer HC Hoffnung machen, in der nächsten Saison wieder Handball-Spektakel genießen zu können. Auch die Aussicht auf zukünftige Bundesligaspiele in Müllers neuem "Schmückstück" wird dem Zusammenhalt mit Sicherheit keinen Abbruch tun.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 24. März 2020 | 11:40 Uhr

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