Handball | Bundesliga SCM-Trainer Wiegert: "Das steht unserer Sportart nicht gut zu Gesicht"

Mit der Absage des EHF-Pokals ist für Bennet Wiegert und den SC Magdeburg die Handball-Saison nun endgültig beendet. Dabei stößt nicht nur der Ausfall des EHF-Cups beim 38-Jährigen auf Unverständnis. Auch der konträre Umgang mit der Meisterfrage in den Handball-Bundesligen der Männer und Frauen wirft Fragen auf.

Bennet Wiegert 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 24.04.2020 15:50Uhr 01:21 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-403524.html

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Die "Woche der Entscheidungen" gestaltet sich für viele Handball-Fans immer bitterer. Nachdem bereits am Dienstag (21.04.2020) die Handball-Bundesliga (HBL) ihr vorzeitiges Saisonende verkündete, folgte am heutigen Freitag die nächste Hiobsbotschaft. Denn auch das für den 29./30. August in Berlin geplante Final-Turnier des EHF-Pokals wurde abgesagt.

"Man wertet den EHF-Cup ab. Das ist nicht korrekt"

Die Absage des EHF-Cups trifft auch den SC Magdeburg hart. "Ich finde die Entscheidung unangemessen. Man wertet dadurch den EHF-Cup ab. Das ist nicht korrekt", machte SCM-Trainer Bennet Wiegert im "SpiO"-Talk (24.04.2020) aus seinem Frust keinen Hehl: "Das ist für uns als SC Magdeburg und andere Mannschaften, die sich eine Saison lang den Startplatz dafür hart erkämpften, einfach nicht fair."

Im Gegensatz zum EHF-Pokal wird die Champions League aber weiterhin ausgetragen. Vor allem diese Entscheidung stieß bei Wiegert auf Unverständnis: "Ich verstehe die Bewertung nicht. Champions League ja, Europapokal nein." Schließlich hätte eine Fortführung des Wettbewerbs im Interesse des SCM gelegen, da man sich im Laufe des Wettbewerbs gut präsentiert habe und viele gute Spiele abgeliefert hat. Zudem hatte man große Hoffnungen das Final-Four-Turnier in Berlin quasi "vor der eigenen Haustür" ausspielen zu können, berichtete Wiegert.

Bennet Wiegert, Magdeburg Trainer
SCM-Trainer Bennet Wiegert, Magdeburg Trainer Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Auch unterschiedliche Meisterregelung in HBL und HBF wirft Fragen auf

Dabei bedauerte Wiegert besonders die nun ausbleibende gebührende Verabschiedung im Sommer scheidender Spieler. "Dass sie in der GETEC-Arena und vor unserem phänomenalen Publikum keinen Abschied haben, ist bitter. Das geht aber vielen Sportlern weltweit so und bringt die schwierige Zeit mit sich."

Dem THW Kiel hat Wiegert bereits zum Meistertitel gratuliert. Die konträre Entscheidungen, dass in der HBL ein Meister gekürt wurde, in der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) jedoch nicht, ruft beim ehemaligen Profi jedoch Unverständnis hervor. "Wenn ich den Vergleich sehe, ist es schwierig zu verstehen. Das steht unserer Sportart nicht gut zu Gesicht und gefällt mir gar nicht".

Handballern droht Mammutprogramm im nächsten Jahr

Bedingt durch die Corona-Krise wird auch der Terminkalender der SCM-Profis im nächsten Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit praller gefüllt sein als sonst. Vor einer möglichen körperlichen Überbelastung hat der Übungsleiter der Landeshauptstädter aber keine Sorge. "Ich bin ein Fan davon, viel zu spielen. Das kann durchaus attraktiv sein, ist aber natürlich auch mental anstrengend. Wenn man eine ordentliche Vorbereitungsphase hat, kann man das aber körperlich gut steuern."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 24. April 2020 | 17:30 Uhr