Handball | 1. Bundesliga Kein Meister in der HBF – Thüringer HC hofft auf Wildcard

Im Gegensatz zur Handball-Bundesliga der Männer (HBL) wird es in der abgebrochenen Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) keinen Meister und somit auch nur einen Champions-League-Platz geben. Diese Entscheidung gestaltet sich besonders für den Thüringer HC bitter, der dadurch nicht fest für den internationalen Wettbewerb planen kann. THC-Coach Herbert Müller hofft deshalb auf eine Wildcard.

Iveta Luzumovß und Anouk Nieuwenweg
THC-Spielerin Anouk Nieuwenweg setzt zum Wurf an. (Archiv) Bildrechte: imago/pictureteam

Am Dienstag (21.04.2020) erklärte die HBL, die Saison 2019/20 vorzeitig abzubrechen. Ihr Pendant, die HBF, beendete die Spielzeit bereits am 18. März und hat sich nun zur Regelung und Wertung der aktuellen Saison geäußert.

So wird es anders als in der HBL keinen Meister in der Frauen-Bundesliga geben. Dies gab die HBF am Dienstag (21.04.2020) in einer Pressemitteilung bekannt. Den einzigen Champions-League-Platz erhält gemäß der Abbruchtabelle der Tabellenführer Borussia Dortmund. Die dahinter liegenden Teams von der SG Bietigheim und der TuS Metzingen qualifizieren sich für die European Handball League (EHL). Sollte der dritte zur Verfügung stehende Startplatz nicht über den DHB-Pokal 2020 ermittelt werden, rückt der Tabellenvierte HSG Blomberg-Lippe nach.

"Eigentlich muss der THC einen internationalen Startplatz kriegen"

Als "Verlierer" der Wertung steht letztendlich der Thüringer HC da. Denn als Tabellenfünfter hätte man in der nächsten Saison theoretisch kein Startanrecht im internationalen Geschäft. Eine Vorstellung, die auch THC-Coach Herbert Müller nicht gefällt. Insbesondere im Hinblick auf die Auftritte seines Teams in den letzten Jahren auf internationalem Parkett. "Ich denke, man muss beachten, dass wir eine der wenigen Mannschaften sind, die in den letzten Jahren für Deutschland auf internationaler Ebene so viele Punkte gesammelt haben", sagte der 57-Jährige auf Anfrage des MDR: "Eigentlich muss der THC einen internationalen Startplatz kriegen."

Auch wenn man sich den Tatsachen im Zuge der Corona-Krise stellen müsse, gestaltet sich die aktuelle Situation für den Thüringer HC äußert unglücklich. So kommt erschwerend hinzu, dass der Deutsche Serienmeister von 2011 bis 2016 zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs im Gegensatz zum Viertplatzierten HSG Blomberg-Lippe ein Spiel weniger auf dem Konto hatte. Die beiden Teams trennen dabei nur zwei Punkte, bei der gleichen Anzahl an Minuspunkten sowie einem deutlich besseren Torverhältnis zugunsten der Thüringer.  

Herbert Mueller Trainer Thueringer HC
THC-Trainer Herbert Müller. (Archiv) Bildrechte: imago images/Eibner

HBF will Wild-zusätzlichen Startplatz beantragen

Das Dilemma erklärt sich für Müller daher relativ simpel: "Weil wir für Deutschland international gespielt haben, stehen wir nun so da. So wie sich die Situation darstellt, ist es natürlich unfair und schade. Aber die Gesundheit geht vor. Wir haben besondere Bedingungen durch die Corona-Krise." Man wolle nun gemeinsam mit der HBF einen zusätzlichen Startplatz in Form einer Wild-Card beim EHF beantragen.

Sollte der Thüringer HC im DHB-Pokal triumphieren, wäre man die Sorgen sowieso los und ein Startplatz sicher. Doch wann die Endrunde des diesjährigen Pokalwettbewerbs stattfindet, ist noch völlig offen. Geplant ist in jedem Falle eine Verschiebung in die zweite Jahreshälfte.   

Keine Absteiger – Union Halle-Neustadt steigt auf

Die HBF hatte ihre Saison nach 18 von 26 Spieltagen abgebrochen. Die Abbruchtabelle wurde unter zu Hilfenahme der Quotientenregelung (Pluspunkte geteilt durch Anzahl der Spiele mal 100) erstellt. Absteiger wird es keine geben. Aus der 2. Bundesliga steigen der Erstplatzierte HL Buchholz 08-Rosengarten sowie der sich auf dem Relegationsplatz befindliche Tabellenzweite SV Union Halle-Neustadt auf. Damit wird die Eliteklasse für die kommende Spielzeit auf 16 Teams aufgestockt, was durch einen vermehrten Abstieg für die Saison 2021/22 wieder ausgeglichen werden soll.

jsc/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringenjournal | 21. April 2020 | 19:00 Uhr

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