Handball | Bundesliga SC DHfK Leipzig: Geschäftsführer Günther rechnet mit Saisonabbruch

Karsten Günther, Geschäftsführer des derzeitigen Bundesliga-Achten SC DHfK Leipzig, kann "sich beim besten Willen" keine Wiederaufnahme der HBL-Saison Mitte Mai vorstellen. Im MDR-Gespräch erläuterte der 38-Jährige stattdessen, wie die Existenz des Vereins beim befürchteten Saisonabbruch gesichert werden soll.

Karsten Günther
Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig. Bildrechte: imago images/Eibner

Am 16. Mai soll es in der Handball-Bundesliga weitergehen, eigentlich sogar mit Zuschauern. Darauf hatten sich die HBL- und Klubverantwortliche Ende vergangener Woche erst einmal verständigt. Doch angesichts der Pandemie-Realität dürfte auch von diesem Zweckoptimismus schon bald nichts mehr übrig sein.

Rückkehr in den Liga-Alltag im Mai unrealistisch

DHfK Leipzig gegen Eulen Ludwigshafen
Leipzig, 8. März: Franz Semper und Co. bezwingen Ludwigshafen daheim vor über 4.000 Zuschauern. Es war das bislang letzte Pflichtspiel des SC DHfK. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

"Still ruht der See, die Ungewissheit ist groß", beschrieb Karsten Günter, Geschäftsführer des SC DHfK, am Dienstag (7. April) im MDR "SpiO-Talk" den bitteren Ist-Zustand. Seine ernüchternde Einschätzung lautete: "Die aktuelle Situation deutet mehrheitlich darauf hin, dass die Saison nicht fortgesetzt werden kann. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir am 16. Mai wieder in die Hallen dürfen."

Selbst abgesehen vom noch keineswegs prognostizierbaren weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie widersprechen schon allein die derzeitigen Trainingsmöglichkeiten diesem Termin. "Wenn wir uns darauf seriös vorbereiten und die besten Handballer der Welt aufs Feld schicken wollen, dann müssen wir ihnen auch drei, vier Wochen Vorlaufzeit geben, um die Mannschaften wieder auf diese Belastungen vorzubereiten", verdeutlichte Günther.

Die aktuelle Situation deutet mehrheitlich darauf hin, dass die Saison nicht fortgesetzt werden kann. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir am 16. Mai wieder in die Hallen dürfen.

DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther

Aktuell jedoch dürften maximal zwei Spieler gemeinsam in den Kraftraum. Allerdings raten die DHfK-Verantwortlichen ihren Profis auch davon ab. "Solange die geltenden Regeln bestehen, sollen sie das möglichst Zuhause machen. Wir stehen voll hinter den eingeschlagenen Maßnahmen und wollen, dass unsere Jungs mit gutem Beispiel vorangehen", sagte der 38-Jährige.

"Kompletten Kostenapparat anpassen"

Die viel dringlichere Aufgabe ist die Existenzsicherung des Klubs: "Es geht jetzt erstmal darum, das wirtschaftliche Fundament zu stellen, mit dem wir seriös arbeiten können." Bei einem Saisonabbruch klafft eine Planungslücke von 500.000 Euro. "Dann müssen wir unseren kompletten Kostenapparat anpassen", unterstrich Günther.

Im Unterschied zu den beiden deutschen Fußball-Eliteligen machen die "Fernseheinnahmen bei uns nur drei, vier, fünf Prozent des Gesamtetats aus." Das Gros hängt am Sponsoren- und Zuschauerzuspruch. In der aktuellen Saison würden in der heimischen Arena beispielsweise noch die Publikumsmagneten THW Kiel und Flensburg-Handewitt antreten.

Das Glück in die eigene Hand genommen

Aber die Grün-Weißen haben "ihr Glück in die eigene Hand" genommen, sagte der Geschäftsführer voller Tatendrang. Die "Initialzündung" sei der freiwillige Verzicht des Profiteams auf Teile des Gehalts gewesen: "Da musste ich niemanden überreden." Und es glimmen bereits noch mehr Hoffnungsschimmer.

Nicht zuletzt durch die erst jüngst erfolgreich angelaufene "Heldentickets"-Aktion, bei der binnen kürzester Zeit schon 2.000 Stück abgesetzt wurden. 20.000 davon will der SC DHfK mindestens verkaufen, das würde ungefähr die Hälfte des erwarteten Etatslochs füllen und "wäre ein sensationelles Ergebnis", bekräftige der Geschäftsführer.

Da gibt es Gänsehautmomente und manchmal feuchte Augen

DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther über Fan- und Sponsorenzuspruch

Sein persönliches "Kampfziel", gab er mit großer Motivation zu Protokoll, liege bei 75.000 Tickets. Das würde den Weg in die trotz allem ungewisse sportliche Zukunft erheblich erleichtern. Was ihn antreibt? Das bisherige Feedback der Fans und Sponsoren: "Da gibt es Gänsehautmomente und manchmal feuchte Augen", berichtete Karsten Günther spürbar gerührt.

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2020 | 19:30 Uhr

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