Fußball | Regionalliga NOFV-Chef Bugar: Kein Klub will Geisterspiele

Die Fußball-Regionalligisten lehnen Geisterspiele strikt ab. Das erklärte NOFV-Präsident Bugar im "Sport im Osten"-Interview. Außerdem erläuterte er die Bedeutung des DFB-Maßnahmenpaketes für die Regionalliga Nordost.

NOFV- Präsident Erwin Bugar während einer PK.
Bildrechte: imago images / Picture Point LE

"Keiner will unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Saison beenden, das ist eine klare Aussage der Vereine!", sagt Erwin Bugar, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) zum Thema Geisterspiele, wie sie ja in der Bundesliga angedacht sind. In einem "Sport im Osten"-Interview erklärte der NOFV-Chef außerdem Auswirkungen der aktuellen DFB-Maßnahmen auf die Regionalliga.

Saison 2020/21 erst ab Herbst?

Insgesamt stünde der Amateurfußball vor seiner "größten Herausforderung". Der DFB habe in seinen Regularien Lösungen erarbeiten wollen. So könnte der Termindruck dadurch abgemildert werden, dass die Saison nicht mehr ultimativ am 30. Juni zu Ende sein müsse. Es sei nun "nicht mehr ausgeschlossen dass wir über den 30. Juni hinaus, d.h. im Juli oder August noch spielen". Grundsätzlich abhängig seien solche Szenarien aber immer von den staatlichen Vorgaben, da möchte er keinen Blick in die "Glaskugel", wie Bugar es nennt, wagen. Die Saison 2020/2021 könnte dann erst im Herbst beginnen.

"Wäre super, wenn wir die neun Spiele noch hinbekommen"

Thomas Löwe, Präsident Lok Leipzig
Lok-Präsident Thomas Löwe Bildrechte: imago images / Beautiful Sports

Er erkenne eine zumindest leichte Tendenz bei den Vereinen, die Saison auch zu Ende zu spielen: "Es sind noch neun Spiele in der Regionalliga. Es wäre super, wenn wir das noch hinbekommen könnten." Aus sportlicher Sicht wäre auch der Präsident des Tabellenzweiten Lok Leipzig, Thomas Löwe, dafür: Wir hoffen, dass es weitergeht. Wir wollen die erfolgreichste Lok-Saison seit 16 Jahren auch auf dem Platz krönen."

Noch keine Gedanken über Abbruch - Chemie dafür

Alfred-Kunze-Sportpark
Stichwort Planungssicherheit: Geht es nach Chemie Leipzig sollte die Saison nicht wieder angepfiffen werden. Bildrechte: imago images/Joachim Sielski

Noch keine Gedanken hat sich Rechtsanwalt Erwin Bugar, der seit Dezember 2018 an der NOFV-Spitze steht, über einen vorzeitigen Saisonabbruch gemacht: "Das streben wir derzeit überhaupt nicht an. Dieses Szenario möchte ich jetzt noch gar nicht diskutieren." Im Gegensatz zur BSG Chemie Leipzig und Energie Cottbus. Chemie-Präsident Frank Kühne findet: "Es ist eine besondere Situation und dann müsste man auch besondere Entscheidungen treffen." Die Vereine im Amateurbereich brauchten Planungssicherheit. Das "Ungewisse" derzeit mache die Vereine noch anfälliger für Insolvenzen. Der Aufsteiger ist Tabellenzwölfter und liegt damit im Mittelfeld.

Selbst der Dritte Cottbus für Abbruch

Ordentliche Mitgliederversammlung des FC Energie Cottbus - Vorsitzender des Verwaltungsrates Matthias Auth
Matthias Auth, Präsident von Energie Cottbus Bildrechte: imago images/Steffen Beyer

Auf den ersten Blick überrascht die Aussage von Energie Cottbus. Die Lausitzer liegen auf Rang drei und haben angesichts von nur jeweils zwei Punkten Rückstand auf Lok und Tabellenführer Altglienicke noch ordentliche Aufstiegschancen. Präsident Matthias Auth wünscht sich zwar ein Saisonende mit Zuschauern, aber: "Ich stehe für eine realistische Einschätzung und da wäre mein Favorit zu sagen: Wir beenden die Saison." Bei Spielen vor leeren Rängen entgehen Cottbus Einnahmen von rund 70.000 Euro.

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cke/alk

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. April 2020 | 15:30 Uhr

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