Fußball | Landespokal | Sachsen "Sachsenpokal am wahrscheinlichsten regulär durchführbar"

Fußball-EM 2020, Olympia, Champions League, Bundesliga, 2. bis 4. Liga. Über viele Events und Ligen wird gerade diskutiert. Ein bisschen unter geht da die Situation in den Landespokalen. Wir haben bei den Verbänden in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt nachgefragt. Teil 2: Was sagt der Spielausschuss-Vorsitzende von Sachsen, Volkmar Beier, zur Situation?

Stele mit Spielball der Marke Derbystar, Siegerpokal Wernesgrüner Sachsenpokal 2018/2019 und Wernesgrüner Bierglas auf dem Podest des Sächsichen Fuߟballverbandes
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Der Finaltag der Amateure steigt am 23. Mai. Wie groß sind Ihre Sorgen, dass der Landespokal überhaupt zu Ende gespielt wird?

Volkmar Beier (Spielausschuss-Vorsitzender beim Sächsischen Fußball-Verband): "Der Landespokal ist in der gegenwärtigen Krise nur Nebenschauplatz. Oberste Priorität hat die Gesundheit der Menschen. Aus diesem Grund müssen auch wir als Verband Geduld beweisen und abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Dazu halten wir engen Kontakt, rein telefonisch oder per Mail versteht sich, mit unserem Spielausschuss und vor allem mit den betroffenen Vereinen. Der SFV ist sich jedoch einig, dass, von allen Wettbewerben, beim Sachsenpokal die höchste Wahrscheinlichkeit gegeben ist, diesen noch regulär bis Saisonende auszuspielen. Zum jetzigen Zeitpunkt wollen wir den 'Finaltag der Amateure' also noch nicht abschreiben."

Die Halbfinals FC Eilenburg gegen Lok Leipzig und Inter Leipzig gegen den Chemnitzer FC wurden abgesagt. Gibt es neue Termine? Mit welchen Alternativplänen beschäftigen Sie sich?

Beier: "Durch die unvorhersehbaren Entwicklungen können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verbindlichen Aussagen zu Terminen getroffen werden. Ein wenig Geduld ist noch gefragt. Wir sind in enger Absprache mit den Vereinen, die noch im Wettbewerb stehen, um eine Lösung zu finden, den Wettbewerb regulär beenden zu können."

Spieler von Inter Leipzig jubeln nach Siegtreffer.
Nach der Sensation gegen Drittligist FSV Zwickau gab es bei Inter Leipzig kein Halten mehr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wäre es auch möglich, den Landespokal erst im August auszutragen – und somit aber den Sieger dann in den DFB-Pokal zu schicken?

"Ziel ist es, unserem sächsischen Pokalsieger eine faire Chance zur Teilnahme am DFB-Pokal in der nächsten Saison zu ermöglichen. Aus diesem Grund ziehen wir natürlich alle Alternativen in Betracht. Zu gegebener Zeit werden wir, zusammen mit den Vereinen, Entscheidungen treffen. Dabei werden unter anderem auch Vertragsfristen von Spielern eine Rolle spielen."

Befürchten Sie, dass die Landespokale, angesichts der Nöte der ersten 4. Ligen, verbunden ja auch mit finanziellen Verlusten, da ein wenig "hinten runter fällt" und man in den sauren Apfel beißen muss?

"Da der Sachsenpokal mit seinen drei verbleibenden Spielen noch am wahrscheinlichsten regulär durchführbar ist, gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass dieser Wettbewerb 'hinten runterfällt'. Im letzten Jahr konnte an die beiden Finalisten eine Gesamtsumme von 175.500 Euro ausgeschüttet werden. Zudem erhalten die unterlegenen Mannschaften im Halbfinale Ausschüttungen aus dem Amateurfußballpaket. Weiterhin ist die Teilnahme am DFB-Pokal auch immer ein sportliches sowie wirtschaftlich lukratives Ziel. Wir wollen nicht, dass unseren Vereinen diese Einnahmequellen verwehrt bleiben."

Tribüne im Ilburg-Stadion Eilenburg
Im schmucken Ilburg-Stadion von Eilenburg wäre der 1. FC Lok Leipzig zu Gast. Chemie Leipzig scheiterte hier im Achtelfinale. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Was sagen die Vereine, die einen warmen Geldregen ja gebrauchen könnten …?

"Unsere Vereine haben immer das Ziel, alle Wettbewerbe zu beenden. Auch für den Sachsenpokal werden sie versuchen, sich Daten freizuhalten. Was die Terminfindung angeht, zeigten sich alle vier verbliebenen Vereine immer sehr kooperativ."

Muss man nicht geradezu mit einem Abbruch der Saison rechnen? Stichwort: Spanien pausiert bis auf unbestimmte Zeit …

"Wir haben momentan eine noch nie dagewesene Situation. Es gibt noch keinen Handwerkskasten, keine Blaupause für diese Sachlage. Wesentliche Fragen werden sicherlich sein: Wie geht man mit der angebrochenen Saison um? Wie startet man in die neue Saison? Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklungen können wir diese Fragen jedoch noch nicht beantworten. Zudem sind wir auch auf Entscheidungen der Gesundheitsbehörden angewiesen. Diese haben gegenwärtig absoluten Vorrang."

Ist ein Abbruch in den Regularien geregelt?

"Dieses noch nie dagewesene Szenario ist so in unseren Regularien dementsprechend noch nicht geregelt."

Wer entscheidet bei Ihnen im Verband über das Szenario?

"Das Präsidium des Sächsischen Fußball-Verbandes wird über entsprechende Regelungen entscheiden. Als Entscheidungsgrundlage werden die Vorschläge des Spielausschuss dienen."

V. li.: Hermann Winkler (Präsident Fußballverband von Sachsen), Prof. Ludwig Hilmer (Rektor der Hochschule Mittweida), Leonhard Zintl (Vorstand der Volksbank Mittweida).
In Sachsen, hier Präsident Hermann Winkler (li.) hoffen sie darauf, dass der Pokalsieger auf dem grünen Rasen entschieden wird. Bildrechte: MDR/Ingo Hahne

Wie sehr würde ein solcher Abbruch den Verband treffen?

"Natürlich würde uns ein Aussetzen der Saison sehr treffen, unsere Vereine jedoch noch mehr. Aus diesem Grund prüfen wir, gemeinsam mit dem DFB, alle möglichen Lösungen. Alle relevanten Entwicklungen können über unsere Homepage und Social-Media-Kanäle verfolgt werden."

"Vielen Dank für das Gespräch."

Die Fragen stellte Christian Kerber.

VFC Plauen - 1. FC Lok Leipzig 1 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. Dezember 2019 | 21:45 Uhr

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