Fußball | DFB-Pokal RB Leipzig fulminant beim VfL Wolfsburg

2. Hauptrunde

Eine Halbzeit lang war es eine maue DFB-Pokal-Partie in Wolfsburg: Dann drehte RB Leipzig auf und feierte mit einer spektakulären zweiten Halbzeit den Einzug ins Achtelfinale. Am Ende hieß es 6:1 für die Sachsen.

 v.l.: Torschütze Konrad Laimer (27, RB Leipzig), Marcel Halstenberg (23, RB Leipzig) und Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig), Torjubel
Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Die Tore der Begegnung VfL Wolfsburg - RB Leipzig 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

RB Leipzig hat sich in der zweiten Runde des DFB-Pokals den Frust der letzten Wochen so richtig von der Seele geschossen. Bei Bundesliga-Konkurrent VfL Wolfsburg feierte die Elf von Julian Nagelsmann am Mittwoch einen in der Höhe fast sensationellen 6:1-Erfolg und zog in das Pokal-Achtelfinale ein. Die Sachsen fügten dem Team des ehemaligen Salzburger Trainers Oliver Glasner die erste Saisonpleite überhaupt bei. Zudem hatte Wolfsburg in der Bundesliga erst fünf Gegentore kassiert. Besonders in der zweiten Hälfte trumpfte RB auf.

Bilder zum Pokaltriumph von RB Leipzig beim VfL Wolfsburg

RB Leipzig hat die Pokalaufgabe beim VfL Wolfsburg glänzend gelöst. Hier gibt es die Bilder vom 6:1-Erfolg des Vorjahresfinalisten bei den "Wölfen".

Aufstellung der Mannschaften
Wer hätte gedacht, dass die 17.705 Zuschauer so eine bemerkenswerte Partie sehen würden? Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Aufstellung der Mannschaften
Wer hätte gedacht, dass die 17.705 Zuschauer so eine bemerkenswerte Partie sehen würden? Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Trainer Julian Nagelsmann, nachdenklich, auf der Trainerbank
RB-Trainer Julian Nagelsmann hatte von seinem Team mehr Grundtugenden gefordert. Mehr Gier auf das Toreschießen und Torverteidigen. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig. Der Treffer zum 0:1. Eigentor von Jeffrey Bruma 5
Seine Elf war von Anfang an gut drin im Spiel. Schon in der 13. Minute ging RB durch ein Eigentor von Bruma (li.) in Führung. Zuvor waren Halstenberg, Upamecano und Orban gescheitert - drei Abwehrspieler also. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Leipziger Torjubel nach dem 0:1 durch Willi Orban (3.v.r., RB Leipzig).
Viel mehr passierte in der ersten Hälfte auch nicht mehr. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
v.l.: Nordi Mukiele (22, RB Leipzig), Josip Brekalo (7, Wolfsburg) und Konrad Laimer (27, RB Leipzig).
Die RB-Defensive hatte die VfL-Angreifer gut im Griff. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Konrad Laimer (27, RB Leipzig), Joao Victor (40, Wolfsburg) und Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig).
Wolfsburg konnte offensiv kaum einmal Akzente setzen. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) und Kevin Mbabu (19, Wolfsburg).
Dann nutzte Marcel Sabitzer (li.) einen Doppelpass zum 2:0. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Torschütze Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig)
Und das ausgerechnet in die erste Drangphase der Gastgeber. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Tor für Leipzig zum 0:3. Emil Forsberg (10, RB Leipzig) trifft gegen Torhüter Pavao Pervan (12, Wolfsburg).
Nun lief es wie am Schnürchen, nur drei Minuten später legte Emil Forsberg (re.) nach. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
 v.l.: Torschütze Konrad Laimer (27, RB Leipzig), Marcel Halstenberg (23, RB Leipzig) und Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig), Torjubel
Auch Defensivspezialist Konrad Laimer (v. li.) freute sich über einen Treffer. Das 4:0 bejubelt er mit den Kollegen Marcel Halstenberg und Yussuf Poulsen. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
ENDRESULTAT AUF DER ANZEIGETAFEL
Am Ende stand ein unglaubliches 1:6 auf der Anzeigetafel. Und das gegen die beste Bundesliga-Defensive. Und ein Team, das in dieser Saison noch kein Spiel verloren hatte. Nur Juventus Turin tat es Wolfsburg in den großen Ligen gleich. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
VfL Wolfsburg vs. RB Leipzig 1:6
RB Leipzig feierte einen denkwürdigen Abend in der Autostadt. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
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ENDRESULTAT AUF DER ANZEIGETAFEL
Am Ende stand ein unglaubliches 1:6 auf der Anzeigetafel. Und das gegen die beste Bundesliga-Defensive. Und ein Team, das in dieser Saison noch kein Spiel verloren hatte. Nur Juventus Turin tat es Wolfsburg in den großen Ligen gleich. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Eigentor zur verdienten Führung

Die ersten 45 Minuten hatten nur wenig Höhepunkte zu bieten. Gegen biedere Wolfsburger hatte RB das Geschehen von Anfang an im Griff. Die Leipziger ließen den Ball besser zirkulieren und waren auch defensiv zunächst nicht zu knacken. 6:1-Torschüsse hatten die Gäste zu verzeichnen: Das Führungstor (13.) war ein Treffer des Willens mit Wolfsburger Unterstützung. Nach einer Flanke versuchten es hintereinander Marcel Halstenberg, Dayot Upamecano und Willi Orban, ehe der Ball beim Rettungsversuch von VfL-Torwart Pavao Pervan zu Bruma abprallte und von dort den Weg ins Tor fand. Den Versuch des Franzosen Upamecano hatte Pervan nur abklatschen können. Wolfsburg versuchte sich in die Partie reinzukämpfen, blieb aber insgesamt viel zu harmlos. Auch ohne den verletzt vom Feld gegangen Kapitän Orban hatte die Nagelsmann-Elf defensiv nur wenig Mühe.

Tor für RB Leipzig. Der Treffer zum 0:1. Eigentor von Jeffrey Bruma 5
Bruma (li.) war beim 0:1 der Unglücksrabe. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Vier Treffer in 13 Minuten (!)

Die zweite Hälfte begann mit wütenden Angriffen der Gastgeber, die endlich in die Gänge zu kommen schienen. Josip Brekalo kam von links zum Abschluss, aber der für Orban eingewechselte Stefan Ilsanker fälschte noch entscheidend ab (47.). Mitten in die Drangperiode der "Wölfe" schlugen die Sachsen zu. Wie schon in der ersten Halbzeit saß wieder der erste Torschuss: Diesmal war es Marcel Sabitzer, der nach einem Doppelpass mit Timo Werner traf (55.). Drei Minuten später schloss Forsberg einen Konter und eine Vorlage von Werner ab. Das war dann endgültig der Todesstoß für die Niedersachsen. Wolfsburg war sauer, weil dem Angriff ein Handspiel von Poulsen voraus ging - der Ball ging aus kurzer Distanz an die ausgestreckte Hand. Konrad Laimer ließ sich von den Diskussionen nicht beeindrucken und legte nur weitere drei Minuten später erneut nach. Auch Nationalspieler Werner trug sich in die Torschützenliste ein, wieder einmal nach einem schnellen Angriff locker in der Mitte (68.). Dann war Ruhe, aber nur bis kurz vor Schluss. Wieder Werner (88.) und VfL-Mittelstürmer Wout Weghorst (89.) stellten den Endstand her. Wolfsburg verhinderte damit wenigstens seine höchste Pokalpleite aller Zeiten. Leipzig hatte zuletzt in sechs Partien nur einmal gewonnen.

Torschütze Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig)
Das 2:0 von Marcel Sabitzer erwies sich als Nackenschlag für Wolfsburg. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Das sagten die Trainer

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): "Heute hatten wir die nötige Gier und haben daher auch in der Höhe verdient gewonnen. Wir haben das zweite und dritte Tor zum richtigen Zeitpunkt gemacht und hatten heute das Momentum auf unserer Seite. Mit den Räumen, die wir danach hatten, sind wir ganz schwer aufzuhalten."

Oliver Glasner (Wolfsburg): "Für uns natürlich ein bitterer Abend, weil ich meine Mannschaft 55 Minuten lang auf Augenhöhe mit Leipzig gesehen habe. Wir sind super aus der Halbzeit raus gekommen. Mit der ersten Aktion haben sie dann das 2:0 und mit einer irregulären Aktion das 3:0 gemacht. Wir haben dann alles, was uns sonst auszeichnet, über Bord geworfen. Leipzig hat das dann gnadenlos ausgenutzt."

Videos

Stefan Schönau berichet aus Wolfsburg. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

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