Fußball | Sachsenpokal Eilenburg schockt Chemie Leipzig

Achtelfinale

Pokal-Überraschung in Eilenburg: Der Oberligist hat das favorisierte Team von Chemie Leipzig im Achtelfinale mit 1:0 aus dem Wettbewerb gekegelt. Das entscheidende Tor markierte der Ex-Chemiker Tim Bunge in der Nachspielzeit. Im Viertelfinale trifft der FCE auf den Sechstligisten LSV Neustadt/Spree.

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MDR aktuell 19:30 Uhr Sa 16.11.2019 19:30Uhr 01:03 min

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Die Zuschauer sahen eine ausgeglichene und intensive erste Hälfte. Eilenburg agierte aus einer dicht gestaffelten Abwehr heraus und ließ nur wenig zu. In der Offensive reichte es für die Gastgeber für ein paar Fernschüsse. Chemie war zwar das Team mit mehr Spielanteilen, doch lediglich bei Standards wurde es gefährlich. So auch in der 20. Minute, als der Ball nach einer Ecke von Alexander Bury im Eilenburger Tor versenkt wurde – allerdings gab der Referee den Treffer nicht, da Chemies Stefan Karau den Ball klar mit der Hand gespielt hatte.

FCE mit Chancen-Plus

Nach dem Wechsel erhöhte Chemie vorerst den Druck. Die erste gute Chance verbuchte Max Keßler, der mit einem Schuss von der Strafraumgrenze an Naumann scheiterte (54.). Doch mit zunehmender Spieldauer wurde Eilenburg mutiger und kam zu einigen Gelegenheiten. Jakob Funken (58.), Tim Bunge (62./88.) und Luis Monteiro (67.) scheiterten dabei jeweils mit ihren Schüssen an starken BSG-Schlussmann Benjamin Bellot.

Bunge lässt Eilenburg jubeln

Als alles schon nach Verlängerung aussah, schlug Eilenburgs Bunge in der Nachspielzeit eiskalt zu. Dabei versenkte der FCE-Stürmer die Kugel von der Strafraumgrenze zur vielumjubelten Führung ins lange Eck.

Tim Bunge mit Kindern
Pokalheld Tim Bunge: Der neue Liebling der Eilenburger Nachwuchs-Kicker. Bildrechte: privat/Sanny Stephan

Stimmen zum Spiel:

Mirsolav Jagatic (Leipzig): "In der ersten Halbzeit haben wir natürlich mehr Ballbesitz und Chancen gehabt. Wir sind aber nicht zielgenau zum Abschluss gekommen. Wir haben einfach zu wenig daraus gemacht. In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass Eilenburg mehr wollte. Das hatte sich mit zwei, drei Aktionen angebahnt. Im Nachhinein muss man Eilenburg beglückwünschen, dass sie weitergekommen sind. Von uns kam einfach zu wenig. Mit halber Kraft kannst du nichts erreichen. Jetzt liegt der Fokus auf der Meisterschaft. Wir müssen nun erstmal analysieren. Die Enttäuschung ist auf jeden Fall riesig, aber es muss auch weitergehen."

Nico Knaubel 2 min
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Nico Knaubel (Eilenburg): "Der Tag begann grau und endete mit Sonnenschein, nicht nur wettertechnisch. Unterm Strich ist der Sieg absolut verdient. Die Zeit bzw. Spieldauer spielte für uns. Wir hatten in der ersten Halbzeit unseren taktischen Plan umgesetzt und ein paar Konter gehabt. Im Abschluss waren wir nicht zielstrebig genug – aber in der zweiten Halbzeit, Hut ab! Wir hatten ein bisschen umgestellt und das hat gefruchtet. Ich habe von Chemie kaum eine Torchance gesehen – wir hatten die deutlich besseren. Dann am Ende das Tor zu schießen und ausgerechnet noch von Tim Bunge. Wenn das vorher jemand geschrieben hätte, dann Hut ab. Wir hatten es uns alle erträumt.

Jetzt ist es einfach nur toll. Tim hatte schon seit Montag nur von diesem Spiel gesprochen. Er ist leidenschaftlicher Chemie-Fan und Chemie-Spieler gewesen. Er war zwar angeschlagen, aber er hat am Donnerstag noch ein Einzeltraining absolviert, dann haben wir Nachrichten hin und her geschrieben und so hat er sich vorbereitet. Jetzt wünschen wir uns, dass er das für die nächsten drei Spiele mitnimmt. Aber auch die gesamte Mannschaft ist als Kollektiv aufgetreten und war in der Summe stärker als Chemie. Das hat man heute auf dem Platz gesehen."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 16. November 2019 | 19:00 Uhr

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