Fußball | Champions League RB Leipzig gegen Tottenham: Noch einmal gemeinsam gejubelt!

Achtelfinale

RB Leipzig hat gegen Tottenham Hotspur den Einzug ins Viertelfinale der Champions League gefeiert - mit seinen Fans. Ob diese auch in der nächsten Runde dabei sein dürfen, ist jedoch höchst ungewiss.

Spieler von RB Leipzig jubeln nach dem Sieg
Vorerst letztmalig vor Publikum? RB Leipzig feiert nach dem Sieg gegen Tottenham mit seinen Fans. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Es war ein in doppeltem Sinne pathetischer Moment. Als der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande um kurz vor 23 Uhr das Champions-League-Achtelfinale zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur beendete, da rissen nicht nur elf Spieler auf dem Rasen die Arme nach oben, sondern auch die meisten der 42.146 Zuschauer auf den Rängen der RB-Arena. Sie freuten sich - einerseits - über den erstmaligen Einzug von RB Leipzig ins Viertelfinale.

Vorerst letztes Spiel vor Fans?

Andererseits realisierten sie in diesem Moment, dass diese Jubelei die vorerst letzte war. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus müssen immer mehr Fußballspiele vor leeren Rängen stattfinden. Am kommenden Bundesliga-Wochenende werden alle Begegnungen als Geisterspiele ausgetragen - auch die Partie von RB Leipzig gegen den SC Freiburg.

Umso mehr genossen Spieler und Fans diesen vorerst letzten gemeinsamen Abend miteinander. Es war ihnen auch gestattet, denn RB hatte sich nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel und den zwei schnellen Toren von Marcel Sabitzer (10./21.) schon frühzeitig einen beruhigenden Vorsprung erarbeitet. In der zweiten Halbzeit konnten die Leipziger den Sieg förmlich zelebrieren und krönten den souveränen Auftritt schließlich mit dem späten 3:0 durch Emil Forsberg (87.).

RBL-Dauerbrenner Sabitzer: "Pure Emotion"

Dass ausgerechnet Sabitzer die Weichen für RB auf Sieg stellte, passte zu diesem doppelt bedeutsamen Moment. Dauerbrenner Sabitzer, der doch immer so ein bisschen im Schatten steht von Offensivpartner Timo Werner. Der aber nicht minder wertvoll ist für die Mannschaft, hat er doch in dieser Saison wettbewerbsübergreifend mit 2.919 Spielminuten am längsten von allen RB-Spielern auf dem Platz gestanden. Und ist er mit 15 Treffern immerhin der zweiterfolgreichste Torschütze im Kader der Leipziger.

Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) trifft zum 1:0 und jubelt.
Mann des Abends: Marcel Sabitzer. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Entsprechend groß war die Freude des Österreichers nach Spielschluss. "Pure Emotion. Wenn du im Achtelfinale einen Doppelpack schnürst, da geht einiges durch deinen Körper", jubelte Sabitzer: "Das ist ein Abend für die Bücher." Dann holte sich der Doppelpacker noch ein Lob seines Trainer ab. "Er spielt eh eine Top-Rückrunde. Heute war er wieder bei 100 Prozent", sagte Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz.

Mourinho gratuliert RB Leipzig

Trainer Jose Mourinho, Tottenham Hotspur
Spurs-Chefcoach José Mourinho war ein enttäuschter, aber fairer Verlierer. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Gewiss, dass Tottenham ohne seine verletzten Offensiv-Stars Harry Kane und Heung-min Son wenig Gefahr nach vorn ausstrahlte, spielte RB in die Karten. Das wusste auch Trainer José Mourinho entsprechend einzuordnen: "Wir sind keine Idioten und kennen unsere Grenzen. Es ist einfach zu viel mit den Verletzungen." Den Leipzigern gratulierte er anständig: "Sie haben ein tolles Team, spielen sehr physisch und mit großer Intensität."

Was bleibt von diesem Abend, ist aber diese Souveränität, die man von RB - und auch von Julian Nagelsmann - bislang nur aus der Bundesliga kannte. Und die man gegen Tottenham auch nicht unbedingt erwarten musste. "Mein Punkteschnitt ist in der Bundesliga ja ganz ansehnlich, aber international war ich der unerfolgreichste Trainer in den letzten zwei Jahren", resümierte Nagelsmann und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: "Deshalb bin ich ganz froh, dass sich das jetzt ein bisschen angenehmer liest."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. März 2020 | 17:45 Uhr

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