Fußball | 3. Liga FCM-Sportchef Franz mahnt: "Das wird eine Herkulesaufgabe"

In der Frage, wie die Saison in der 3. Liga zu Ende gebracht werden soll, herrscht Uneinigkeit bei den Klubs. Der 1. FC Magdeburg plädiert für einen Saisonabbruch. Sollte die Spielzeit jedoch weitergeführt werden, sieht Sportchef Maik Franz die Vereine vor einer enormen Herausforderung.

Maik Franz im Videointerview. 1 min
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MDR aktuell 17:45 Uhr Di 14.04.2020 17:45Uhr 01:12 min

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Eigentlich würde sich Maik Franz während dieser Jahreszeit bereits intensiv mit den Kaderplanungen für die nächste Saison beschäftigen. Doch die ungewisse Zukunft der aktuellen Spielzeit in Folge der Corona-Krise erschwert auch die Transferaktivitäten der Magdeburger. "Wir hängen in der Luft. Klare Entscheidungen können momentan nicht getroffen werden, weil wir nicht wissen, wann und wie es weitergeht", berichtet der 38-Jährige im MDR-Gespräch (14. April).

FCM muss sich mit dem Training gedulden

Ob und wann die Saison zu Ende gespielt werden kann, ist derzeit unklar. Bei den Klubs der 3. Liga herrscht Uneinigkeit über eine Fortsetzung des Spielbetriebs in Form von Geisterspielen. Dabei müssen vor allem die unterschiedlichen Voraussetzungen in der Vorbereitung mit in den Blick genommen werden, wie Franz betont: "Manche Vereine können schon wieder trainieren, manche nicht".

Die Magdeburger gehören dabei zu Letzteren und müssen sich gedulden, bis das Land Sachsen-Anhalt die Regelungen lockert. Auch deshalb sieht der ehemalige Bundesligaprofi eine Wiederaufnahme der Spielzeit kritisch: "Wenn die Saison wieder starten sollte, wird es eine Riesenherausforderung, wenn du in fünf, sechs Wochen dreizehn Spiele durchpeitschen musst. Das wird eine Herkulesaufgabe."

Franz würde Solidaritätsfond begrüßen

Mit Blick auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen Ausgangsvoraussetzungen der Vereine in der 3. Liga würde ein Solidaritätsfond der Bundesligavereine, wie ihn Ralf Rangnick, Head of Sport and Development Soccer bei Red Bull, zuletzt ins Spiel brachte, laut Franz durchaus Sinn ergeben – auch für den 1. FC Magdeburg. "Manche Vereine sind mehr auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Wir haben einen großen Zuschauerschnitt und leben von und mit unseren Fans. Deshalb ist das eine gute Idee."

Bis eine Entscheidung über den weiteren Saisonverlauf gefallen ist, versucht der gebürtige Merseburger die Transferplanungen für die kommende Spielzeit so gut es geht voranzutreiben. Dabei ist man vor allem im Video-Scouting sehr aktiv und profitiert von der guten Arbeit, die bereits in der Hinrunde geleistet wurde. Dennoch muss auch der 38-Jährige zugeben, dass man sich aktuell in einem "Schwebezustand" befinde, was das Transfergeschäft angeht.

Maik Franz (Sportchef 1. FC Magdeburg)
Maik Franz, Leiter des Lizenzbereichs beim 1. FC Magdeburg. (Archiv) Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

"Wichtig, dass wir als Mannschaft funktionieren"

Die durch die Krise hervorgerufenen schwankenden Ablösesummen, stellen dabei keinen wesentlichen Indikator für die Personalentscheidungen dar: "Für uns ist es wichtig, dass wir als Mannschaft funktionieren und eine Hierarchie entwickeln, die akzeptiert wird", stellt Franz klar – der Aufbau einer homogenen Mannschaft stehe im Vordergrund.

Am kommenden Montag hofft man in Magdeburg wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren zu können. Bis dahin hält man sich an die Vorgaben des Landes. Schließlich könne man nicht Solidarität einfordern und sie gleichzeitig nicht selbst leben, so der ehemalige Abwehrspieler. Dass sich die aktuelle Situation aber für niemanden "befriedigend" darstellt, weiß auch Franz. Um so mehr kommt es nun darauf an, "das Positive aus der Situation" zu ziehen – auch im Hinblick auf den Kader in der kommenden Spielzeit.

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 14. April 2020 | 19:30 Uhr