Fußball | 3. Liga HFC müsste bei positivem Corona-Test komplett in Quarantäne

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand kündigt an, den Halleschen FC bei einem positiven Corona-Test komplett in Quarantäne zu schicken. FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik kritisiert unterdessen die DFL-Pläne, neutrale Standorte zuzulassen.

Bernd Wiegand (parteilos), Oberbürgermeister der Stadt Halle/Saale, informiert auf einer Pressekonferenz über die Lage zur Ausbreitung des Coronavirus und die Maßnahmen der Stadt.
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Sollte sich ein Profi von Fußball-Drittligist Hallescher FC mit dem Corona-Virus infizieren und positiv getestet werden, muss die komplette Mannschaft für zwei Wochen in Quarantäne. Das kündigte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand laut einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe) an. Wiegand betonte zudem, dass das Stadion des HFC für Geisterspiele nicht in Frage komme. Ohne kostenintensive Umbaumaßnahmen sei das Hygienekonzept des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht umsetzbar, entsprechend könne nicht gespielt werden.

Weil der DFB die Saison am 26. Mai fortsetzen will, hatte sich der HFC dazu entschieden, das Training wieder aufzunehmen. Aufgrund behördlicher Verfügungen dürfen die Hallenser allerdings nur in Kleingruppen trainieren. Auch Spieler äußern Bedenken angesichts des eng gestrickten Zeitplans - etwa Jan Washausen am Montag im Gespräch mit dem MDR: "Es muss schon alles glatt gehen, wir müssen das durchkriegen ohne Corona-Ausfälle. Sonst wird es schwierig."

Jan Washausen 1 min
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"Es ist gerade ein Spiel auf Messers Schneide. Für den Verein ist es schwierig zu sagen, wir holen die Jungs zurück mit den entsprechenden Kosten und dann wird die Saison vielleicht doch noch abgebrochen", sagte Mittelfeldspieler Bentley Baxter Bahn der "Mitteldeutschen Zeitung". Er äußerte für den Fall der Saisonfortsetzung Bedenken: "Was ist, wenn wir in zwei Wochen immer noch nicht wettkampfnah trainieren dürfen und dann geht es plötzlich los? Dann brennt es richtig."

Kallnik kritisiert DFB-Pläne

Geschäftsführer Mario Kallnik vom 1. FC Magdeburg hat derweil die Pläne des DFB kritisiert, neutrale Spielorte zuzulassen, sollten einige Stadien gesperrt sein. "Das ist für mich klare Wettbewerbsverzerrung und hat mit Fußball nichts mehr zu tun. Nach den letzten Wochen wundert mich aber gar nichts mehr", sagte Kallnik der "Volksstimme" (Dienstagsausgabe).

Wie die Zeitung berichtet, schließt auch Magdeburgs Bürgermeister Lutz Trümper Geisterspiele in der Magdeburger Arena momentan wegen der aktuellen Corona-Eindämmungsverordnung aus. Außerdem seien sie "wirtschaftlicher Wahnsinn". Der FCM müsste laut "Volksstimme"-Informationen möglicherweise nach Braunschweig oder Wolfsburg ausweichen.

HFC und FCM bitten Regierung um Hilfe

Gemeinsam mit Ligakonkurrent HFC haben die Magdeburger deshalb Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht in einem Schreiben um Hilfe gebeten. "Wir haben dem Innenminister, der für uns verantwortlich ist, unsere Bedenken und Probleme aufgezeigt, welche wir und viele andere Drittliga-Vereine momentan haben", sagte Kallnik: "Der DFB macht momentan viel Druck, will die Saison zu finanziellen Lasten vieler Vereine unbedingt fortsetzen. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass das der falsche Weg ist und dass die Drittliga-Saison abgebrochen werden sollte - aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen."

Kallnik schlägt für diesen Fall vor, dass die beiden Erstplatzierten Duisburg und Mannheim aufsteigen sollten. Es dürfe keine Absteiger geben und die 3. Liga solle durch die Regionalliga-Meister aufgestockt werden. "Die nächste Saison würde somit ein Übergangsjahr bilden, mit dem Ziel, in der darauffolgenden Saison mit 22 Mannschaften an den Start zu gehen. Somit wäre gewährleistet, dass zukünftig alle fünf Regionalliga-Meister direkt aufsteigen", äußerte Kallnik.

Auch Jena bleibt kritisch

Auch Carl Zeiss Jena zeigt sich weiter kritisch. "In Jena könnten wir zu zweit auf dem Sportfeld trainieren. Zu zweit macht im Mannschaftssport keinen Sinn, deshalb haben wir auch gesagt, diesen Unsinn werden wir nicht tun", sagte Geschäftsführer Chris Förster dem SID: "Natürlich ist das nicht das, was wir uns vorstellen, für das Saisonfinale in einer fremden Stadt zu leben und zu spielen. Das lag bis vor wenigen Tagen fernab unserer Vorstellungskraft."

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dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 12. Mai 2020 | 17:45 Uhr

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