Fußball | Fans Fanprojekte kritisieren Vorverurteilung von Fußball-Anhängern und hoffen auf Dialog

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) hat die Darstellungen von Fußball-Anhängern als Gefahr für Spiele ohne Zuschauer kritisiert. Die bundesweite Vereinigung von 62 Fanprojekten plädiert für einen Dialog der Beteiligten.

Südkurve / Fankurve Jena mit Fahnen und Luftballons
Blick auf die Jenar Südkurve, Stammterrain der aktiven Ultraszene des FC Carl Zeiss. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) hat die Darstellungen von Fußball-Anhängern als Gefahr für Spiele ohne Zuschauer in den Stadien kritisiert. "Unabhängig der Entscheidung, ob es Geisterspiele geben wird oder nicht, ist es sicherlich nicht zielführend, Zukunftsszenarien zu konstruieren, die tendenziell in eine Richtung gehen: Vorverurteilung einer ganzen gesellschaftlichen Gruppe", heißt es in einer Stellungnahme der BAG. "Niemand kann im Moment sagen, wie es im Fußballgeschäft weitergehen wird. Alle interessierten Parteien warten auf die behördlichen Entscheidungen."

BAG: Fans nicht das Problem, sondern Teil der Lösung

Die Polizei und Politiker hatten zuletzt die Sorge geäußert, Fans könnten sich bei einer möglichen Fortsetzung der Bundesliga mit Geisterspielen vor den Stadien versammeln und Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie nicht einhalten. Rund um den 2:1-Erfolg von Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln vor leeren Rängen am 11. März hatten sich einige hundert Gladbach-Fans am Stadion getroffen. Anschließend hatten mehrere Fangruppen erklärt, von ähnlichen Treffen absehen zu wollen.

Es ist kontraproduktiv und anmaßend in dieser Zeit, schon vorab und ohne wirklich fundiertes Wissen negatives und kriminelles Verhalten von Fans zu prognostizieren [...] Sie sollten nicht als Problem, sondern müssen als ein Teil der Lösung verstanden werden.

BAG-Sprecherin Sophia Gerschel

"Es ist kontraproduktiv und anmaßend in dieser Zeit, schon vorab und ohne wirklich fundiertes Wissen negatives und kriminelles Verhalten von Fans zu prognostizieren", wird BAG-Sprecherin Sophia Gerschel in dem Statement zitiert. Fans seien ein wichtiger Bestandteil des Fußballs und wichtige Gesprächspartner bei allen Entwicklungen und Entscheidungen in dem Sport.

"Sie sollten nicht als Problem, sondern müssen als ein Teil der Lösung verstanden werden", sagte Gerschel. Die BAG setzt sich aus deutschlandweit 62 Fanprojekten zusammen. Neben Gerschel, Diplom-Soziologin und angestellt im Karlsruher Fanprojekt, ist der Jenaer Christian Keppler der zweite Bundessprecher der Arbeitsgemeinschaft.

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red/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 28. April 2020 | 13:40 Uhr

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