Fußball | 3. Liga FCC-Ultras erneuern Forderung: Brauchen "Umbruch und Neustart" in der Klubführung

Wie alle Vereine hat auch der FC Carl Zeiss Jena mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen. Doch damit nicht genug. Auch abseits des gerade alles beherrschenden Themas brennt bei den Thüringern der Baum. Im Fokus: Die Trainer- und Führungsetage. Die Fans fordern einen kompletten Neustart.

Symbolbild FC Carl Zeiss Jena
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Die Lage an den Kernbergen ist angespannt. Bereits vor knapp zwei Wochen übte die Ultras der Gruppe "Horda Azzuro" in einer ausführlichen Stellungnahme massive Kritik an den Vorgängen innerhalb des Vereins. Hintergrund sind vor allem die öffentlich gewordenen Trainingsmethoden von U19-Coach Kenny Verhoene. Dieser soll sich im FCC-Nachwuchsleistungszentrum unzumutbar gegenüber Jugendspielern verhalten haben.

Doch nicht nur dieser Aspekt ist den Fans übel aufgestoßen. Man sei nicht mehr bereit, "einen Tiefschlag nach den anderen zu ertragen und dabei ansehen zu müssen, wie nicht nur ein schwer erkämpfter Aufstieg verspielt wird", hieß es im ersten, am 13. März veröffentlichen Statement. Demnach habe sich "ein wahrer Sumpf an Konsequenzen aus Fehlentscheidungen, Arroganz, Misswirtschaft und falscher Prioritätensetzung entwickelt".

 Die Fans des FC Carl Zeiss Jena mit einem Banner mit der Aufschrift «Uns nützt nicht mal ein Spielabbruch Wir brauchen nen Reset-Knopf» im 3. Liga Spiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den TSV 1860 München.
Ein kritisches Spruchbanner in der FCC-Fankurve während des letzten Heimspiels gegen 1860 München. Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Ultras halten an ihren Forderungen fest

Da die Aufklärung der Situation aus Sicht der Ultras nicht konsequent vorangetrieben wird, haben diese am Dienstag (24. März) mit einem erneuten Schreiben nachgelegt. Darin heißt es unter anderem: "Unser FC Carl Zeiss braucht einen Umbruch und Neustart. Wenn der Fisch am Kopf anfängt zu stinken, dann gilt es, eben diesen abzuschlagen".

Dabei konkretisieren sie ihre Forderung nach der "freiwilligen oder gesellschafterseitig erzwungenen Kündigung von Chris Förster" (Geschäftsführer, Anm. d. Red.) sowie der "fristlosen Kündigung von Kenny Verhoene und seinem Assistenten Jens Förster". Zudem solle die "Rücknahme der Absetzung von Heiko Nowak und Stefan Treitl" herbeigeführt werden. Beide mussten im Zuge der Affäre um das Nachwuchsleistungszentrum ihren Hut nehmen.

Auch die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gehört zu den Anliegen der Fans. Um ihr Forderungen zu untermauern, veröffentlichten die Ultras zudem einen Brief der U19-Eltern sowie ein Schreiben des Landessportbundes, welcher dem FCC geraten haben soll, Verhoene und Jens Förster bis zur Klärung der Vorwürfe freizustellen.

Cheftrainer Kenny Verhoene, Präsident Klaus Berka und Geschäftsführer Chris Förster (v.li., Archivbild).
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"Gelegenheit groß, den FCC positiv auszurichten"

Noch deutlicher wurde die Fangruppierung in Bezug auf die aktuelle sportliche Situation. So solle "niemand im Mikrokosmos FCC glauben, dass ein möglicher, Pandemie bedingter Klassenerhalt die eklatanten Fehler, die nachhaltig unwürdigen Entscheidungen und das katastrophale Krisenmanagement heilen werden." Vielmehr sei "die Gelegenheit groß, den FCC nachhaltig positiv auszurichten und Identifikationen wieder zu beleben", so die Ultras.

Der Klub hat sich bisher noch nicht zu der Stellungnahme der Fans geäußert. Fest steht aber, dass auf den FC Carl Zeiss Jena sowohl sportlich als auch personell – in der aufgrund der Corona-Krise ohnehin schon ungewissen Situation– stürmische Zeiten zukommen.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 25. März 2020 | 14:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2020, 15:19 Uhr

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