Fußball | 2. Bundesliga "Kabelbrand im Herzschrittmacher" - Aue muss nach Nürnberg

27. Spieltag

Das spektakuläre Hinspiel zwischen Aue und Nürnberg zählt schon jetzt zu den Saisonhöhepunkten der 2. Liga. Am Freitag steht das Rückspiel an - unter komplett veränderten Vorzeichen. Für beide Teams hat die Partie besondere Bedeutung. Aue winken u.a. die 40 Punkte.

Letzte Aktion des Spieles. Torhüter Martin Männel / Maennel (1, Aue) hält den Handelfmeter der Nürnberger.
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An das Hinspiel des FC Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Nürnberg im Oktober erinnern sich sicher nicht nur die härtesten Aue-Anhänger mit einiger Gänsehaut. "Ein verrücktes Spiel war das", so der Rückblick von Aue-Coach Dirk Schuster an den knappen 4:3-Sieg. "Ich stand kurz vorm Kabelbrand im Herzschrittmacher". Ständiger Führungswechsel im Spiel, FCN-Ausgleich in der 92. Minute, erneute Auer Führung in der in der 94. Minute, ein gehaltener Elfmeter von FCE-Keeper Männel in der 97. Minute - "am Ende Freudentaumel und ein unvergessenes Erlebnis", so Schuster. Für Aues Mittelfeldspieler Clemens Fandrich, war die Partie "eines der verrücktesten Spiele, die ich je gespielt hab. Und nicht nur für mich. Für die ganze Fußballwelt. Das war unfassbar, wie er am MDR-Mikrofon sagte.

Aue kann 40-Punkte-Marke knacken

Das war Mitte Oktober. Freitag (22. Mai, im Ticker und bei MDR Aktuell im Hörfunk), ab 18:30 Uhr, steht im geisterspiel-leeren Nürnberger Stadion das Rückspiel an.  "Das Spiel am Freitag steht unter komplett anderen Vorzeichen. Eine Pandemie ist mittlerweile über uns hereingebrochen. Zudem stehen beide Vereine vor verschiedenen Situationen", sagt Schuster bei der Video-Pressekonferenz zwei Tage vor dem Kick. Aue kann mit einem Sieg die magische 40-Punkte-Marke durchbrechen. Bereits am 27. Spieltag den Klassenerhalt in der Tasche zu haben, das gebe seinem Team spezielle Motivation, so Schuster. "Wir wissen, dass wir noch nicht durch sind. Deshalb wollen wir die 40-Punkte-Marke knacken", sagt Fandrich und mahnt zur Konzentration. Warnende Worte kommen von Schuster: "Nürnberg wird alles daran setzen, dass zu verhindern."

Nürnberg und das Abstiegsgespenst

Denn: Der FCN, traditionsreicher Klub aus Franken, 33 Jahre Mitglied der 1. Bundesliga und seit 1962 überhaupt nur einmal drittklassig (1996/97) steht mit dem Rücken zur Wand in der 2. Liga. Nur noch einen Punkt trennen die Franken vom Abstiegsrelegationsplatz. Bei einer Niederlage gegen die "Veilchen" droht Nürnberg das Abrutschen bis auf den vorletzten Tabellenplatz.

Schuster: "Hohe individuelle Qualität"

Von einer Favoritenrolle für sein Team will Aue-Coach Schuster daher auch nur wenig wissen: "Die individuelle Qualität hat nichts mit dem Tabellenplatz zu tun. Die Nürnberger sind mit ihrer Mannschaft besser aufgestellt. Es wird eine hohe Hürde, die wir überspringen müssen."

FCN: Fünftschlechtester Angriff

Dass entgegen der schlechten Statistik, Nürnberg ist das drittschlechteste Heimteam der Liga und hat den fünftschlechtesten Angriff, viel Offensivpower im Team von Coach Jens Keller steckt, bewiesen die Franken erst in der Vorwoche beim Bundesliga-Re-Start. Beim FC St. Pauli bestimmte der FCN lange das Geschehen und hatte vor allem in der ersten Halbzeit klare Chancenvorteile. Nach einem Platzverweis gegen Torhüter Christian Mathenia verloren die "Clubber" aber noch.

Rizzuto und Baumgart zurück

"Ich erwarte eine aktive Mannschaft, die alles daransetzen wird, eine schnelle Führung gegen uns zu erzielen", stellt sich Aue-Coach Schuster darauf ein, dass sein Team erst einmal viel Abwehrarbeit leisten muss. Personell kann Schuster beim FCN fast aus dem Vollen schöpfen. Die zuletzt gesperrten Calogero Rizzuto (Abwehr) und Tom Baumgart (Mittelfeld) sind wieder im Team. Ob sie aber zum Einsatz kommen, wollte der Coach nicht verraten. "Wir sind noch am Tüfteln." Fehlen werden neben den langzeitverletzten Steve Breitkreuz und Fabian Kalig auch der an der Schulter verletzte Nicolas Sessa.

Aue: Zweitschlechtestes Auswärtsteam

Auch Aue spielt gegen eine Negativ-Statistik: Der Tabellenfünfte holte seine Punkte fast ausschließlich zu Hause. Mit nur einem Auswärtssieg am ersten Spieltag (in Fürth) sind die "Veilchen" das zweitschlechteste Auswärtsteam der Liga. Vielleicht hilft es ja psychologisch, dass Fürth und Nürnberg nur wenige Kilometer entfernt liegen … Geht es nach Schuster und Fandrich soll es am Freitag jedenfalls nicht wieder so dramatisch wie im Hinspiel zugehen: "Das ist ein Spektakel, das die Zuschauer sehen wollen. Wir als Spieler hoffen, dass wir das ein bisschen stressfreier über die Bühne bekommen" so Fandrich

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. Mai 2020 | 16:00 Uhr

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