Fußball | 2. Bundesliga Dynamo-Profi Hartmann kritisiert DFL: "Wurden mit Ängsten und Fragen allein gelassen"

Dynamo Dresdens Marco Hartmann hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für ihre Entscheidungsfindung bei der Fortsetzung der Saison scharf kritisiert. Auch die Streik-Vorwürfe gegen die SGD-Spieler wies der ehemalige Kapitän entschieden zurück.

Marco Hartmann
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Der Aufschrei war groß, nachdem bekannt wurde, dass Dynamo Dresden aufgrund von zwei positiven Corona-Tests eine 14-tägige Quarantäne antreten muss. Doch damit nicht genug. Im Nachgang wurden Vorwürfe laut, wonach die Spieler aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus einen Streik vom Zaun brechen wollen.

"Steige lieber mit erhobenem Haupte ab"

SGD-Verteidiger Marco Hartmann kann für die Anschuldigung kein Verständnis aufbringen. Zwar wurde "innerhalb des Teams kontrovers diskutiert. Aber es gab keinen einzigen Spieler, der gesagt hat: Ich streike, ich mache das nicht mehr mit", sagte der 32-Jährige gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (14. Mai): "Wir wollen weitermachen, wir wollen sportlich in der Liga bleiben."

Die Tatsache, dass die Dresdner als Tabellenletzter der 2. Bundesliga einen Abbruch bewusst in Kauf nehmen würden, wies er ebenfalls entschieden zurück. "Eine derartige Betrachtung schockiert mich. So etwas zu denken, ist einfach nur Wahnsinn. Ich bin Sportler. Ich steige lieber mit erhobenem Haupte ab, als mit irgendeiner Aktion einen Abbruch zu forcieren."

Profis wurden nicht miteinbezogen

Gleichzeitig kritisierte der ehemalige Kapitän der Landeshauptstädter die Rolle der DFL. So seien die Spieler bei der Entscheidungsfindung für eine Fortsetzung der Saison nicht mit einbezogen worden. "Womöglich hätte es sonst viele Fragen gegeben. Das Hygiene-Konzept an sich versprüht einen Hauch von Sicherheit", so Hartmann: ""Und trotzdem sind wir Spieler mit unseren Ängsten und Fragen allein gelassen worden."

Zweifel am DFL-Konzept werden lauter

Auch er selber verspüre Ängste. Wäre man in den Austausch mit den Profis gegangen, hätte man diesen auch ihre Bedenken nehmen können, betonte Hartmann. Im Zuge dessen stellt sich ihm die Frage: "Wer übernimmt eigentlich die Verantwortung, wenn doch etwas passiert und nur ein einziger Spieler einen schweren Krankheitsverlauf haben sollte?"

Die DFL wird die Aussagen des Dresdners mit Sorge betrachten. Schließlich sind es nicht die ersten Zweifel, die am Hygienekonzept des Verbandes aufkommen und einen Saisonabbruch damit in ein neues Licht rücken.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 14. Mai 2020 | 17:45 Uhr

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