Fußball | 2. Bundesliga Dynamo-Kapitän Ballas: Gehaltsverzicht "selbstverständlich"

Das Coronavirus trifft den Sport und damit auch den Fußball in voller Härte. Wie viele Vereine müssen auch die Zweitliga-Profis von Dynamo Dresden bis mindestens zum 20. April eine Zwangspause einlegen. SGD-Kapitän Florian Ballas sprach nun im vereinseigenen Interview über die aktuelle Situation und Solidaritäts-Aktionen innerhalb des Vereins.

Florian Ballas
Bildrechte: IMAGO/Dennis Hetzschold

Nichts geht mehr im deutschen Sport. Seit Tagen ruht der Ball auf den Trainingsplätzen und in den Stadien – auch in Dresden. Zwangspause also statt Zweitliga-Alltag. Doch nicht nur die sportliche Situation schmerzt die Vereine. Auch finanziell fängt der Schuh im Zuge der Coronakrise an immer mehr zu drücken.

SGD-Profis verzichten auf 300.000 Euro ihres Gehalts

Das bekommt auch die SG Dynamo Dresden zu spüren. Um die wirtschaftlichen Schäden abzufedern, werden die Dynamo-Spieler, inklusive des Trainerstabs und der Geschäftsführung, bis zum offiziellen Saisonende (30. Juni) auf 300.000 Euro ihres Gehalts verzichten. Das Geld wird den SGD-Beschäftigten und sozialen Zwecken zukommen, wie Dynamo-Geschäftsführer Ralf Minge am Samstag (21. März) bekannt gab.

Die Resonanz der Aktion war überwältigend, was auch Dresdens Kapitän Florian Ballas im vereinseigenen Interview kommentierte: "Wir freuen uns als Mannschaft natürlich darüber, dass unsere Geste so gut von allen Seiten aufgenommen wurde", so der 27-Jährige und erklärte weiter: "Wir wollten mit unserem Gehaltsverzicht zum Ausdruck bringen, dass gegenseitige Hilfe innerhalb eines Fußballvereins in so einer Ausnahmesituation für uns ganz einfach dazugehört".

"Solidarität in der jetzigen Situation selbstverständlich"

Eine Ausnahmesituation erlebt aktuell die gesamte Fußball-Landschaft in Deutschland. Jeder Verein ist von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Zusammenhalt und Beständigkeit stehen daher nun an allererster Stelle, wie Ballas betont: "Ich denke, dass Solidarität in der jetzigen Situation selbstverständlich sein sollte".

Blick in das leere Rudolf-Harbig-Stadion.
Derzeit leer: das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden. Bildrechte: dpa

Der gebürtige Saarbrücker, der sich seit 2016 das Trikot der Dresdner überstreift, bezieht sich dabei vor allem auf die Gemeinschaft innerhalb des Vereins. Schließlich habe man im Winter als Tabellenletzter am eigenen Leib erfahren müssen, was Zusammenhalt bei der SGD bedeutet. So hat die bedingungslose Unterstützung der Fans in diesen schwierigen Zeiten "Spuren in der Mannschaft hinterlassen". Aus diesem Grund stand es auch innerhalb der Mannschaft überhaupt nicht zur Debatte, den Anhängern und Unterstützern des Vereins in Form eines Gehaltsverzichts etwas zurückzugeben, lässt Ballas durchblicken.

Virologen malen düsteres Bild

Wann der Ball in der 2. Bundesliga wieder rollen kann, ist aktuell noch völlig unklar. Virologen malen bereits Szenarien aus, nach denen in diesem Jahr überhaupt kein Fußball mehr vor ausgefüllten Rängen stattfinden kann. Diese Ungewissheit treibt auch den Dresdner Innenverteidiger um: "Gegenwärtig kann niemand sagen, wann es weitergeht. Die oberste Priorität ist derzeit, dass wir diesem verdammten Virus gemeinsam als Gesellschaft Herr werden".

Dennoch hofft Ballas darauf, dass der Ligabetrieb so bald wie möglich fortgesetzt werden kann. Um die Zeit bis dahin so gut es geht zu überstehen, ist auch Improvisationskunst gefragt. Wie das gehen kann, haben die SGD-Profis mit ihrem Gehaltsverzicht auf jeden Fall schon einmal vorgemacht.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 24. März 2020 | 13:40 Uhr

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