Fußball | Bundesligen Sachsens Ministerpräsident Kretschmer: "Geisterspiele besser als nichts"

Nach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bayerns Regierungschef Markus Söder hat sich nun auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer positiv zum Thema Partien ohne Zuschauer in der Fußball-Bundesliga geäußert. Gefordert wird ein schlüssiger DFL-Plan zur Virus-Prävention. Die Sportministerkonferenz hält Bundesliga-Fußball vor leeren Rängen "nach derzeitigem Diskussionsstand" ab Mitte oder Ende Mai für vertretbar.

Ministerpräsident Sachsens Michael Kretschmer und Cheftrainer Markus Kauczinksi.
Cheftrainer Markus Kauczinksi und Michael Kretschmer (Archiv) Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Laschet und Söder: Geisterspiele ab 9. Mai "denkbar"

"Geisterspiele sind besser als nichts. Viele Deutsche freuen sich auf die Fußballübertragung. Ich auch", sagte CDU-Politiker Kretschmer der "Bild" (21.04.2020). "Leider gibt es nicht viele Sportarten, für die sich diese Möglichkeit eröffnet. Wenigstens der Fußball bleibt uns." Am Montag hatten Laschet und Söder ihre grundlegende Zustimmung für eine baldige Wiederaufnahme der Bundesligen signalisiert. Geht es nach den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Bayern, könnte der Ball zumindest ohne Zuschauer in den Stadien ab dem 9. Mai wieder rollen.

Armin Laschet und Markus Söder
Armin Laschet und Markus Söder lassen die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga hoffen (Archivbild von April 2019). Bildrechte: imago images/Future Image

Söder: "Aufpassen, dass wir nicht überdrehen oder leichtfertig sind"

Gefordert wird jedoch ein schlüssiger Plan der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Coronavirus-Prävention. "Voraussetzung ist, dass es ein durchdachtes Konzept gibt. Das, was die DFL in diesen Tagen vorgelegt hat, lässt erkennen, dass es Schutzvorkehrungen gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir zum Zustand der Geisterspiele zurückkehren können", sagte Laschet der "Bild".

Söder gab zu, dass es sich um eine "Gratwanderung" handele: "Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht überdrehen oder leichtfertig sind." Jedoch sei es "denkbar, dass wir vielleicht ab dem 9. Mai frühestens eine solche Geisterrunde spielen können", ergänzte er.

Die Red Bull Arena in Leipzig
Die Heimspielspätte von Bundesligist RB Leipzig aus der Vogelperspektive. Bildrechte: IMAGO

Sportministerkonferenz: Wiederanpfiff frühestens Mitte Mai

Doch Vorsicht: Die Aussagen von Söder und Laschet sind wohl lediglich eine Status-quo-Beurteilung. Die Blicke der Fußball-Bosse werden auch in den kommenden Tagen stets auf die neuesten Pandemie-Zahlen gerichtet sein. Denn klar ist: Die Politik gibt nur dann final grünes Licht, wenn die Kurve weiter abflacht.

Etwas vorsichtiger als Laschet und Söder hinsichtlich eines möglichen Wiederanpfiffes gaben sich derweil die Sportministerkonferenz – diese hält Bundesliga-Fußball vor leeren Rängen "nach derzeitigem Diskussionsstand" ab Mitte oder Ende Mai für vertretbar. Auf ein genaues Datum hätten sich die für Sport zuständigen Ministerinnen und Minister bei einer Telefonschalte am Montag (20. April) noch nicht festgelegt, hieß es in einer Mitteilung. Eine abschließende Einigung steht noch aus.

Geringstmögliches Personal, strenge hygienische Auflagen

Sollten sich die Konzepte für sogenannte Geisterspiele bewähren, könne der Spielbetrieb zu einem späteren Zeitpunkt auf die 3. Liga, die Bundesliga der Frauen und den DFB-Pokal ausgeweitet werden. "Die Deutsche Fußball-Liga muss dabei strengste hygienische und medizinische Voraussetzungen schaffen, durchsetzen und mit geeigneten Maßnahmen überprüfen", sagte die Bremer Sportsenatorin und SMK-Vorsitzende Anja Stahmann (Grüne). So müsse die Fernsehproduktion bei den Partien mit geringstmöglichem Personal und unter strengen hygienischen Auflagen stattfinden.

Zudem müssten die DFL und die Vereine ihren Beitrag dazu leisten, dass sich auch rund um die Stadien keine Fangruppen versammeln. Auch in anderen Sportarten könnten Spiele ohne Zuschauer möglich werden, sollten die Ligen entsprechende Konzepte erarbeiten.

Nächste DFL-Sitzung am Donnerstag

Die Bundesliga und 2. Bundesliga pausieren bis mindestens zum 30. April. Am Donnerstag (23. April) will die DFL über weitere Schritte und eine mögliche Saisonfortsetzung mit Geisterspielen beraten.

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red/sid/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 20. April 2020 | 18:40 Uhr

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