Fußball Leopoldina: Geisterspiele womöglich bis zu eineinhalb Jahre lang

Die Akademie der Wissenschaften Leopoldina, mit Hauptsitz in Halle, sieht Fußball mit Zuschauern vorerst in ganz weiter Ferne. Das sagte deren Präsident Haug am Montagabend in der ARD.

Leere Ränge im Stadion von Mönchengladbach
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Der Präsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina rechnet über einen langen Zeitraum mit Geisterspielen im Fußball. "Es wird sicherlich viele Monate dauern, es kann bis zu eineinhalb Jahre sein", sagte Gerald Haug den ARD-"Tagesthemen" auf die Frage, wie lange auf Besuche in Fußballstadien verzichtet werden sollte. Der 52-Jährige verwies darauf, dass die Corona-Pandemie erst ende, wenn ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei. Bis dahin sei es "sicherlich klug", nicht ins Fußballstadion zu gehen.

Gerald Haug, Klimaforscher, informiert über die Amtsübergabe der Nationalen Akademie der ‎Wissenschaften Leopoldina.
Gerald Haug Bildrechte: dpa

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die ihren Haupsitz in Halle hat, hatte am Ostermontag eine Stellungnahme veröffentlicht, die sich mit Schritten zur Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise beschäftigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen. Am Mittwoch wollen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten über die weiteren Maßnahmen beraten.

DFL-Treffen am 23. April

Christian Seifert (DFL)
DFL-Chef Christian Seifert Bildrechte: imago images / Contrast

Die Deutsche Fußball Liga hat für den 23. April eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt. Dann soll über eine mögliche Fortsetzung der Saison in den Bundesligen im Mai entschieden werden. Die DFL plant vorerst mit Geisterspielen, um zumindest große Teil der noch ausstehenden TV-Gelder und Sponsoren-Einkünfte in Höhe von rund 750 Millionen Euro zu retten.

"Nur eine Empfehlung"

Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leopoldina-Präsident Haug verwies darauf, dass die Stellungnahme der Wissenschaftler nur eine Empfehlung sei. "Der Fahrplan muss ganz klar von der Politik kommen", sagte der Klimaforscher. Ob es bis zur Öffnung der Stadien für die Fans wirklich eineinhalb Jahre dauere, müsse man abwarten. Es gebe auch "optimistischere Prognosen", wann ein Impfstoff bereitstehen könnte.

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 14. April 2020 | 09:40 Uhr

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