Fußball | Bundesliga DFL hofft auf TV-Vorauszahlung und plant Spiele ohne Zuschauer

Der deutsche Profifußball kämpft um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga und 2. Bundesliga. Zur kurzfristigen Existenzsicherung vieler Klubs hofft die DFL auf eine Vorauszahlung von TV-Rechteinhaber Sky. Zudem konkretisieren sich organisatorische Vorschläge zur Durchführung sogenannter "Geisterspiele".

Flagge mit dem DFL-Logo
Bildrechte: imago/MIS

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) verhandelt offenbar mit TV-Rechteinhaber Sky über Vorauszahlungen für die 36 Profiklubs. "Wir sind in ständigem Austausch mit unserem langjährigen Partner DFL. In diesem Zusammenhang gibt es aktive Diskussionen mit dem Ziel, auch im Hinblick auf Lizenzzahlungen und deren potenzielles Timing konstruktive Lösungen zu finden", sagte ein Sprecher des Pay-TV-Senders den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Frühere TV-Rate würde Luft verschaffen

Christian Seifert (DFL)
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Bildrechte: imago images / Contrast

Der Spielbetrieb im deutschen Profifußball ruht aufgrund der Corona-Pandemie mindestens bis 30. April. Das ursprünglich geplante Saisonende am 16. Mai ist längst nicht mehr zu halten. Der "kicker" hatte zuletzt berichtet, dass 13 der 36 Klubs akut von der Insolvenz bedroht sein sollen. Die drei mitteldeutschen Vertreter RB Leipzig, Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden gehören jedoch nicht dazu.

Dennoch sind sämtliche Klubs dringend auf die vierte und letzte Rate aus dem TV-Vertrag angewiesen. Eine Zahlung bereits im April würde den Klubs Luft verschaffen. Für den Fall, dass es zu keiner Übereinkunft kommen sollte, verhandelt die DFL nach Funke-Informationen bereits mit Finanzinvestoren.

Seifert: "Sind bereit, aber haben es nicht in der Hand"

Leere Ränge in der Red Bull Arena Leipzig
Ab wann wieder Zuschauer in die Stadien des Landes dürfen, ist höchst ungewiss. Bildrechte: imago/Picture Point

Im Hinblick auf die noch ausstehenden neun Spieltage der derzeit unterbrochenen Saison drängen DFL und Klubverantwortliche offenkundig auf Partien ohne Fans. "Keiner möchte Spiele ohne Zuschauer. Aber ich glaube, in der jetzigen Situation ist das kein Wünsch-Dir-Was, sondern es geht darum, dass es nicht dazu führt, dass viele Clubs in die Insolvenz müssen", hatte RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff unlängst in einem Interview mit "Bild" betont.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sagte der Wochenzeitung "Die Zeit": "Rein technisch gesehen würden bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs rund 300 Erwerbstätige pro Spiel an ihren Arbeitsplatz im Stadion zurückkehren, Fußballspieler, Physiotherapeuten oder Kameramänner. Wir werden bereit sein." Das klare Ziel sei weiter eine Beendigung der Saison bis 30. Juni. "Wir haben es aber nicht in der Hand", räumte der 50-Jährige ein.

Acht Mitglieder pro Klub-Delegation

Kölns Mark Uth beim Eckball
Szene aus dem bislang letzten Bundesliga-Spiel vom 11. März. Kölns Mark Uth tritt eine Ecke in den Gladbacher Strafraum. Bildrechte: imago images/Mika Volkmann

Laut einem zuvor veröffentlichten "Bild"-Bericht (7. April) plane die DFL, dass bei einer möglichen Durchführung lediglich 239 Menschen bei den sogenannten "Geisterspielen" im Stadion sein dürfen. Zu den Partien, die frühestens Anfang Mai stattfinden könnten, dürften dann unter anderen 30 Ordner und vier Balljungen in den Innenraum einer Arena, schreibt die Zeitung, der nach eigenen Angaben entsprechende Planungen der DFL vorliegen.

Künftig dürfen nur noch 126 Personen in den Innenraum: Die Mannschaften in kompletter Stärke, pro Team sind nur noch acht Trainer, Betreuer und Ärzte zugelassen. Dazu kommen 113 Personen auf den Tribünen - darunter 30 Journalisten. Statt bislang zwölf werden nur noch vier Balljungen dabei sein. Die stärkste Gruppe im Innenraum soll demnach das Fernsehen mit insgesamt 36 Personen stellen.

VIP-Gäste und Clubmitarbeiter ohne Funktion dürfen nicht auf die Ränge. Nur acht Mitglieder pro Delegation sind erlaubt. Zu trinken und zu essen gäbe es nichts. Vor dem Stadion seien nochmals 50 Ordner geplant, um Fan-Ansammlungen zu verhindern.

Bislang letztes Spiel am 11. März

Training in Kleingruppen bei Zweitligist Erzgebirge Aue,  (v.l.): Tom Baumgart (Nr. 8), Trainer Dirk Schuster, Calogero Rizzuto (Nr. 20) und Philipp Riese (Nr. 17)
Auch in Aue wird seit Wochenbeginn in Kleingruppen trainiert. Bildrechte: FC Erzgebirge Aue

VIP-Gäste und Clubmitarbeiter ohne Funktion dürfen nicht auf die Ränge. Nur acht Mitglieder pro Delegation sind erlaubt. Zu trinken und zu essen gäbe es nichts. Vor dem Stadion seien nochmals 50 Ordner geplant, um Fan-Ansammlungen zu verhindern.

Das bislang letzte Bundesliga-Spiel fand am 11. März in Mönchengladbach bereits unter Fan-Ausschluss statt. Allerdings durften beim 2:1-Sieg der Gastgeber im Rhein-Derby gegen den 1. FC Köln noch 600 Menschen in den Borussia-Park: die Spieler, Trainer, wenige Journalisten, Ordner und Sanitäter. Seit Wochenbeginn trainiert ein Großteil der Erst- und Zweitliga-Teams mit behördlichen Sondergenehmigungen und unter strengen Auflagen wieder in Kleingruppen auf dem jeweiligen Klubgelände.

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red/sid/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2020 | 19:30 Uhr

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