Fußball | Champions League Offenbar Coronavirus-Fall bei RBL-Spiel gegen Tottenham: Stadt Leipzig wehrt sich gegen Kritik

Beim Spiel von RB Leipzig gegen Tottenham (10. März) hat offenbar ein mit Corona infizierter Mann im Publikum gesessen. Das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises teilte mit, der Infizierte sei wenige Tage nach dem Spiel positiv getestet worden. Die Stadt Leipzig verteidigt sich gegen den Vorwurf, entsprechenden Hinweisen des Landratsamts auf mögliche weitere Infizierte nicht genügend nachgegangen zu sein.

Fans halten Schals und Stadionansicht
Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Beim Champions-League-Spiel von RB Leipzig gegen Tottenham Hotspur (10. März), dem bisher letzten Fußballspiel in Deutschland mit Publikum, hat offenbar ein mit dem Coronavirus infizierter Mann im Publikum gesessen. Wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Thüringen auf MDR-Anfrage mitteilte, sei der Infizierte wenige Tage nach dem Spiel positiv getestet worden. "Es ist davon auszugehen, dass er sich wenige Tage vor dem Spiel bei einem Skiurlaub in Südtirol angesteckt hat", sagte Mandy Käßner, die Pressesprecherin des Landratsamtes, auf MDR-Anfrage.

War der Patient ansteckend?

Matthias Hasberg
Stadtsprecher Matthias Hasberg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fraglich ist aber, ob dieser Patient zum Zeitpunkt des Stadionbesuchs bereits infektiös auf andere Fußballfans gewirkt habe. In dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Das Landratsamt geht davon aus, dass er schon während des Spiels infektiös gewesen sei. Matthias Hasberg, Sprecher der Stadt Leipzig, hält dagegen: "Für uns war zunächst keine Verbindung zum Spiel ersichtlich." Der zeitliche Ablauf spräche dagegen, da die Krankheit erst einige Tage nach dem Besuch in Leipzig ausgebrochen sei.

Nach der Diagnose hatte Torsten Bossert, der Leiter des Fachdienstes Gesundheit im Saale-Orla-Kreis, versucht, das Gesundheitsamt in Leipzig zu erreichen, um die Stadt darauf aufmerksam zu machen, dass es weitere Infizierte geben könnte. Hasberg bestätigte, die Stadt sei am 18. März kontaktiert worden. Eine Recherche nach den Sitznachbarn des Mannes - also möglichen weiteren Infizierten - blieb jedoch aus. Bei einem Gespräch am Mittwochmittag betonte Hasberg, dass man den Fall erst einmal genau prüfen müsse.

42.146 Zuschauer im RBL-Stadion

Beim Champions-League-Spiel gegen Tottenham, das RBL vor eigenem Publikum mit 3:0 gewann, waren 42.146 Zuschauer im Stadion. Die Entscheidung der Stadt, noch einmal vor Fans spielen zu lassen, erregte schon damals die Gemüter. Bereits zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, auf Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern zu verzichten. Hasberg betonte jedoch, sich damals an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts gehalten zu haben.

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mze

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 25. März 2020 | 11:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2020, 19:26 Uhr

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