Fußball | Bundesliga Markus Krösche: "Nicht aus den Flip-Flops in die Fußballschuhe"

RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche will das kommende Fußball-Notprogramm "so normal wie möglich" gestalten - und fordert entsprechend Disziplin. Auch von der 3. Liga.

Markus Krösche, RB-Sportdirektor, während einer Webkonferenz. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 12.05.2020 12:06Uhr 01:28 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-408704.html

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Ganz gewöhnlich wird es für Markus Krösche am kommenden Wochenende nicht laufen. Der Sportdirektor von RB Leipzig werde beim Bundesliga-Re-Start gegen den SC Freiburg am Samstag (Anstoß: 15:30 Uhr im Live-Ticker in der SpiO-App) nicht wie üblich auf der Bank sitzen, sagte er am Mittwoch in einer Medienrunde: "Es macht mehr Sinn, wenn ein Arzt oder ein Physiotherapeut auf der Bank sitzt."

Motto: Das Ding jetzt durchziehen!

Klar, es ist eine spezielle Situation, die spezielle Maßnahmen nach sich zieht: Abstand halten, Maske tragen. Was im Supermarkt gilt, erfordert auch Umsetzung im Stadion. "Wir werden eine zweite Kabine benutzen", sagte Krösche. Wichtig sei aber, "dass wir nicht zu viel Mehraufwand haben". Effizienz sei gefragt.

Man merkt: Krösche will in dieser unnormalen Situation mit Virus und ohne Impfstoff möglichst viel Normalität walten lassen. Nach dem Motto: Das Ding jetzt durchziehen und sich nicht durcheinanderbringen lassen. Auch nicht von möglichen positiven Corona-Tests wie jüngst bei Dynamo Dresden. "Es gibt noch genug freie Termine für Englische Wochen", versuchte Krösche bewusst den Druck herauszunehmen. Und selbst in Quarantäne könne man "einen gewissen Fitness-Stand halten".

"Nicht aus den Flip-Flops in die Fußballschuhe"

Nachdem die Bundesregierung in der vergangenen Woche grünes Licht für Geisterspiele gegeben hatte, sorgten die zwei positiv Getesteten bei Dynamo Dresden wieder für Diskussionsstoff. Das Bundesliga-Notprogramm wirkte in diesem Moment wie ein Kartenhaus, das mühsam zusammengebaut wurde und nur durch einen Windhauch wieder einstürzen könnte.

Doch Krösche will, dass das Haus hält und probiert sich entsprechend als Stützpfeiler. Probleme? Gibt es erstmal nicht, seien "hypothetisch", auch eventuelle Muskelverletzungen, die nach zwei Monaten ohne Fußball nun einmal vermehrt auftreten können. Krösche: "Es ist ja nicht so, dass wir aus den Flip-Flops direkt in die Fußballschuhe steigen."

Krösche macht Druck auf 3. Liga

Doch wo er den Druck rausnimmt, erhöht er ihn zugleich auch wieder - gerade in Bezug auf die 3. Liga, an die er entsprechende Erwartungen hat: "Die 3. Liga ist auch eine Profiliga. Die Vereine trainieren unter ähnlichen Bedingungen."

Das dürfte man in Halle, Zwickau, Jena und Magdeburg anders sehen. Jens Rauschenbach, der Präsident des Halleschen FC, hatte erst am Dienstag betont, dass die HFC-Kabine nur einen Abstand von 20 Zentimetern erlaube. Und eine zweite Kabine wie RBL hat der HFC nun einmal nicht zur Verfügung. Die Bedingungen sind unterschiedlich, das dürfte auch Krösche wissen.

Und dennoch: Der Sportdirektor will sich nun wieder vermehrt auf den Sport konzentrieren. RBL hat nach wie vor Chancen auf die deutsche Meisterschaft. Mit einem Sieg gegen Freiburg könnte man vorlegen, auf zwei Punkte an den FC Bayern heranrücken, der am Sonntag bei Union Berlin spielt.

Upamecano? "Keinen Leistungsträger ablösefrei ziehen lassen"

Wohl auch deshalb ging es am Mittwoch gleich wieder um Personalien, und zwar solche, die mit Corona rein gar nichts zu tun haben. Etwa um Verteidiger Dayot Upamecano, den Krösche schon gern halten würde - aber: "Es ist klar, dass wir keinen Leistungsträger ablösefrei ziehen lassen." Der Vertrag des Franzosen läuft 2021 aus, deshalb heißt es wohl jetzt: Verlängern oder abgeben!

Zugleich bekundete Krösche weiter Interesse an einer Verpflichtung des Bremer Stürmers Milot Rashica, doch "es ist völliger Quatsch, dass man in der jetzigen Situation schon Konkretisierungen vornehmen kann".

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mze

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. Mai 2020 | 15:30 Uhr

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