DDR-Oberliga - Die Wendesaison FCM stürmt an die Spitze – Energie Cottbus düpiert Lok Leipzig

23. September 1989 | 6. Spieltag

3,75 Tore pro Spiel – dieser zweite Teil des 6. Spieltags kann sich sehen lassen. Für den deutlichsten Sieg sorgte der FCM, der damit zum ersten Mal in dieser Saison alleiniger Tabellenführer ist. Das lag aber auch an dem herben Rückschlag für Lok Leipzig, der in Cottbus von Petrik Sander ausgeknockt wurde.

Energie Cottbus – 1. FC Lok Leipzig 1:0 (0:0)

Der Cottbuser Trainer Fritz Bohla sprach hinterher von einer „messerscharfen Partie“. Die Wortwahl deutet schon an, was sich da vor 11.700 Zuschauern abspielte. Nämlich ein Kampfspiel mit vielen Fouls – und damit die Fortsetzung der Oberliga-Spiele vom Vortag.

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Ein hübsches Tor von Petrik Sander entschied die Partie Energie Cottbus gegen Lok Leipzig.

00:40 min

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Chancen waren jedenfalls selten. Das sehenswerte Tor des Tages erzielte Sander mit einem Flugkopfball. Den Ausgleich auf dem Fuß hatte kurz nach seiner Einwechslung der Leipziger Heiko Liebers, dessen 20-m-Schuss aber nur an der Latte landete (42.). Und so rutschte der ehemalige Tabellenführer nun schon auf Rang vier ab – mit bereits drei Punkten Abstand zum Führungsduo.

1. FC Magdeburg – Bischofswerda 4:0 (0:0)

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Der FCM wurde seiner Favoritenrolle gegen den Aufsteiger gerecht - aber erst nach der Pause.

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Neuer Tabellenerster ist der 1. FC Magdeburg nach diesem kleinen Kantersieg. Allerdings muss man Bischofswerda für seinen Mut Respekt zollen. Denn die Elf von Trainer Harald Fischer ging mit dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ ins Spiel, brachte bereits in der zweiten Minute die Latte zum Vibrieren (Maaß) und tauchte auch danach mehrfach gefährlich vor Keeper Heyne auf. Der FCM brauchte die Pause, um sich zu sammeln – um dann mit mehr Tempo, Wucht und Entschlossenheit die Partie für sich zu entscheiden.

Stahl Brandenburg – Wismut Aue 4:2 (2:2)

Auch im Stadion der Stahlwerker fiel die Entscheidung erst in der zweiten Halbzeit. Dass es mit einem Auer Sieg nichts werden würde, deutete sich bereits nach knapp zwei Minuten an, als Wismut-Libero Münch den Ball den Gegnern auf dem Tablett servierte. Stahl spielte energischer im Angriff, machte es aber mit Patzern in der Abwehr spannender als nötig. Bester Spieler war letztlich der Brandenburger Jeske, der die ersten beiden Tore vorbereitete und mit einem Schlenzer in der 77. Minute den Deckel auf das Spiel machte. Es war übrigens Brandenburgs erster Saisonsieg.

HFC Chemie – Eisenhüttenstadt 2:2 (2:1)

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Aufsteiger Stahl Eisenhüttenstadt hat am 6. Spieltag seinen zweiten Punkt eingefahren. Beim HFC Chemie glich die Stahl-Elf gleich zwei Mal aus.

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Einen respektablen Auswärtspunkt fuhr derweil die andere Stahl-Mannschaft ein. Gleich zwei Mal holte Eisenhüttenstadt einen Rückstand auf. Der HFC hatte zwar etwas gebraucht, um in die Partie zu finden, lag aber zur Pause nicht unverdient in Führung. Nach der Pause ließen sich die Hallenser von den Gästen etwas einlullen, was sich letztlich auch rächte. Die Partie war übrigens auch ein Bruder-Duell: Lutz (25 Jahre/HFC) und Olaf Schnürer (23/Stahl) spielten nicht nur gegeneinander, sondern standen zum ersten Mal überhaupt gemeinsam auf dem Spielfeld. Mit der Punkteteilung konnte Olaf Schnürer am besten leben. Auch weil sein Team 15 Minuten in Unterzahl spielen musste.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. September 2019 | 16:30 Uhr

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