DDR-Oberliga - Die Wendesaison Sammer-Gala in Dresden, Rösler-Show in Magdeburg

10. März 1990 | 16. Spieltag

Der 16. Oberliga-Spieltag hatte es in sich: Die beiden Meisterschaftsaspiranten Dynamo Dresden und 1. FC Magdeburg konnten ihre Verfolger FC Berlin und FC Karl-Marx-Stadt mit Heimsiegen etwas abhängen. Sehr ruppig ging es zwischen Cottbus und Hansa zu. Und im Kellerduell zog Wismut Aue den Kürzeren.

Die Trainer Hans Meyer und Eduard Geyer im Spiel Dynamo Dresden gegen FCK am 10.3.1990
In Dresden trafen die zwei charismatischsten Trainer der Oberliga aufeinander: Hans Meyer und Ede Geyer. Bildrechte: MDR/DRA

Dynamo Dresden – FC Karl-Marx-Stadt 2:0 (2:0)

Augenreiben noch vor dem Anpfiff in Dresden: Abwehrspieler Andreas Wagenhaus wurde in die zweite Mannschaft verbannt. Der 25-Jährige war zuvor um 13:05 Uhr statt 8:30 Uhr zum Training erschienen, was ein Trainer wie Eduard Geyer natürlich nicht durchgehen lässt. Nach dem Anpfiff jedenfalls sahen die 18.000 Zuschauer ein sehr attraktives Spiel mit einem in allen Mannschaftsteilen wirbelnden Matthias Sammer, der in Hälfte eins beide Tore für die dominanten Dresdener machte. In Hälfte zwei legte dann der FCK richtig los, kam zu vielen guten Chancen. Die beste vergab Steffen Heidrich vom Elfmeterpunkt – was vielleicht der Knackpunkt im Spiel war.

1. FC Magdeburg – FC Berlin 3:1 (2:0)

Auch in Magdeburg gab es einen Doppelpack. Und zwar von Uwe Rösler, der sich hinterher (siehe Video) über die Zusammenarbeit mit Sturmpartner Markus Wuckel freute. Wuckel besorgte dann auch das dritte FCM-Tor – ein strammer Schuss aus etwa 23 Metern. Die 3:0-Führung täuschte allerdings ein wenig über den Spielverlauf hinweg. Denn Doll hatte anfangs selbst das 1:0 auf dem Fuß. Das frühe Aus für den verletzt ausgewechselten Reich machte es für die Berliner jedenfalls nicht leichter. Vielleicht wäre für sie mehr drin gewesen, wenn sie ihre Offensive nicht erst nach dem 1:3 angekurbelt hätten.

Energie Cottbus – Hansa Rostock 3:1 (1:0)

Szene aus dem Spiel Cottbus - Hansa am 10.3.1990 1 min
Bildrechte: MDR/DRA

Das 3:1 in Cottbus war nicht nur ein völlig verdienter Sieg der Lausitzer. Es war zugleich das Ende einer desaströsen Negativserie von vier Auswärtspleiten und einem Heim-Remis. Energie erstrahlte gegen Hansa wieder in voller Kampfkraft, war in fast allen Belangen besser. Dass die Partie mit nur fünf Gelben Karten beendet wurde, verwundert aber. Denn beide Teams gingen bei den Zweikämpfen deutlich über die Grenzen. Hansa-Trainer Voigt dazu: „Gegenwärtig werden in unserem Lande grundsätzlich keine Autoritäten anerkannt. Warum sollen die Fußballer da eine Ausnahme machen?“

FC Wismut Aue – Bischofswerda 1:3 (0:2)

Das Kellerduell in Aue war irgendwie auch ein Duell der Torhüter. Und auch hier ging der Gast als Sieger vom Platz. Denn Wismut-Keeper Jörg Weißflog hatte nicht seinen besten Tag, kassierte wegen einer Unsportlichkeit sogar eine Gelbe Karte. Die Niederlage für die „Veilchen“ war trotz diverser Unzulänglichkeiten nicht notwendig. Chancen für wenigstens einen Punkt waren da. Doch da war ja noch Weißflogs Gegenüber René Groß, der starke Paraden zeigte.

Flugkopfball von Bischofswerdas Tino Gottlöber, links Frank Hecker, rechts Stefan Persigehl, beide Aue
Flugkopfball von Bischofswerdas Tino Gottlöber, die Auer Frank Hecker und Stefan Persigehl schauen zu. Bildrechte: Frank Kruczynski

Brandenburg – Eisenhüttenstadt 0:0

Das Interessanteste an diesem fußballerisch sehr schlichten Stahl-Duell ist eine Statistik: Eisenhüttenstadt erkämpfte hier das zwölfte Saison-Remis. Und das in 16 Spielen. Das ist genauso rekordverdächtig wie die Zahl der Chancen: Je eine hatten beide Teams zu verbuchen. Wenn in der Pause einige der immerhin 5.000 Zuschauer ihre Dauerkarte verbrannt hätten, wäre das nachvollziehbar gewesen.

Szene aus dem Spiel Brandenburg - Eisenhüttenstadt am 10.3.1990
Bildrechte: MDR/DRA

Die Spiele vom Vorabend

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. Februar 2020 | 16:30 Uhr

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