DDR-Oberliga - Die Wendesaison 7. Spieltag, Teil 2: Neue Nullnummern – nur Cottbus in Torlaune

14. Oktober 1989 | 7. Spieltag

Es ist eine statistische Talfahrt der Extreme: Nach phantastischen 20, 20 und 22 Toren an den letzten drei Spieltagen war in der Oberliga wieder Schmalkost angesagt. Gerade mal acht Treffer gab es diesmal zu bejubeln – allein vier davon von den Fans der BSG Energie Cottbus. Einen wichtigen Sieg fuhr aber auch Lok ein.

Spielszene Stahl Eisenhüttenstadt - FC Karl-Marx-Stadt
Viele Chancen - kein Ertrag beim FCK. Auch Rico Steinmann blieb glücklos. Bildrechte: MDR/DRA

Eisenhüttenstadt – FC Karl-Marx-Stadt 0:0

Sport

Spielszene Stahl Eisenhüttenstadt - FC Karl-Marx-Stadt 2 min
Bildrechte: MDR/DRA

Nach den beiden torlosen Spielen am Vorabend gab es auch in Eisenhüttenstadt kein Tor zu sehen. In der ersten Halbzeit hätte auch nicht wirklich eins fallen können. Denn die personell geschwächten Gastgeber zogen sich weit zurück, und der FCK "glänzte" mit erstaunlicher Passivität. Nach der Pause sah das dann schon anders aus: Die "Himmelblauen" machten nun ordentlich Druck und kamen endlich zu guten Chancen. Mehr als ein Pfostentreffer von Heidrich per Kopf sprang aber nicht heraus.

1. FC Lok Leipzig – HFC Chemie 1:0 (1:0)

Komplett ohne echte Torchance blieb in Leipzig der HFC, der nun ernsthaft an der Oberliga-Kellertür klopft. Wirklich überzeugen konnten aber auch die Gastgeber nicht. Im Gegenteil: Nach drei Spielen ohne Sieg agierte Lok wie der Gegner sehr verunsichert. Spielerisch war das nichts. Immerhin stand die Abwehr dicht, ließ eben nichts zu. Und vorn reichte ein resoluter Abschluss von Hobsch, um die zwei Heimpunkte einzukassieren. Pfiffe vom Leipziger Publikum gab es trotzdem.

Bischofswerda – Energie Cottbus 1:4 (0:2)

Petrik Sander (Energie Cottbus)
Petrik Sander (Energie Cottbus) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für den Ausreißer an diesem siebten Oberliga-Spieltag sorgte Energie Cottbus. Die Gäste hätten dieses Lausitzer Derby sogar noch höher gewinnen können, denn der Aufsteiger Bischofswerda spielte diesmal wie ein Absteiger. Zu viele Abwehrpatzer leistete sich die Fortschritt-Elf. Hätte der Cottbuser Irrgang in der 43. Minute nicht nur an die Latte geköpft, wäre auch noch das bisschen Spannung in der zweiten Hälfte ausgeblieben, für das Merkel mit dem Anschlusstreffer gesorgt hat.

Rot-Weiß Erfurt – Stahl Brandenburg 0:0

Schuld an der vierten Nullnummer dieses Spieltags waren Rot-Weiß und Brandenburgs Torhüter Zimmer. Letzterer, weil er eine spektakuläre Parade nach der anderen "aus dem Ärmel zog", die Erfurter, weil sie im Auslassen von Chancen in neue Dimensionen vorstießen. Trauriger Höhepunkt war der Strafstoß von Heun, der den Ball in der 62. Minute in den Nachthimmel schoss. Den Lattentreffer kurz zuvor hatten die 5.500 Zuschauer Weidemann nicht übelnehmen können – dieses "Nicht-Tor" ging auf das Konto von Stahl-Keeper Zimmer.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 19. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/853f0608-ab99-42f0-8acd-d5adb4d02a3a was not found on this server.

Die Wende: Was in den letzten Tagen geschah

9. Oktober 1989

9. Oktober 1989

In Leipzig demonstrieren über 70.000 Menschen. Die große Menge hält die Sicherheitsorgane vom Eingreifen ab. Gewandhaus-Kapellmeister Kurt Masur und andere Künstler (die "Leipziger Sechs") rufen zur Besonnenheit auf.

11. Oktober 1989

11. Oktober 1989

Nach zweitägigen Kontroversen erklärt das SED-Politbüro die Bereitschaft zum Dialog mit der Bevölkerung. Die Massenflucht habe auch eine Ursache in der DDR. "Kronprinz" Egon Krenz setzt sich damit gegen Honecker durch.