DDR-Oberliga - Die Wendesaison Hansa holt Punkt bei Dynamo – Randale und Remis in Jena

7. März 1990 | 20. Spieltag

Alles nur Zufall? Die Spielpaarungen dieser 20. Oberliga-Runde brachten klägliche zwölf Tore zustande. Das ist der drittniedrigste Wert in dieser Saison. Den Minusrekord hält der 7. Spieltag. Und das war - Achtung! - die Hinrunden-Version der folgenden Duelle.

Rainer Ernst (FC Berlin) schießt, Heiko Pechke (Jena/rechts) schaut zu. Szene aus dem Spiel Carl Zeiss Jena gegen FC Berlin am 7. April 1990.
Seltene Szene im Spiel jena-Berlin: Rainer Ernst zieht konzentriert ab. Rechts: Heiko Peschke. Bildrechte: Frank Kruczynski

Dynamo Dresden – Hansa Rostock 1:1 (1:0)

Talfahrt beendet? Nach zwei Niederlagen in Folge und Eduard Geyers Handtuchwurf holte der Meister gegen Hansa Rostock zumindest einen Zähler.

Unter dem zum Chefcoach aufgestiegenen Reinhard Häfner traf Ulf Kirsten mit einem spektakulären Flugkopfball zum frühen 1:0. Allerdings verletzte sich Kirsten dabei und musste mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Ohne ihn und den gesperrten Matthias Sammer tat sich Dynamo in der Offensive schwerer. Die relativ bieder agierenden Hanseaten wussten das nicht wirklich zu nutzen – und vergaben sogar einen Strafstoß. Der 1:1-Ausgleich durch Rainer Jarohs, ein spektakulärer Volleyschuss, war trotzdem nicht unverdient.

FC Carl Zeiss Jena – FC Berlin 1:1 (1:0)

Thomas Doll (FC Berlin) zieht an Stefan Böger (Jena/rechts) vorbei. Szene aus dem Spiel Carl Zeiss Jena gegen FC Berlin am 7. April 1990.
Thomas Doll wirbelt an Stefan Böger vorbei. Bildrechte: Frank Kruczynski

Die Partie in Jena war von heftigen Ausschreitungen überschattet. Berliner Hooligans marodierten erst durch die Innenstadt und machten dann im Stadion weiter, wo sie die Sicherheitskräfte mit Leuchtraketen beschossen und einen Polizisten im Gesicht trafen. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit musste der Schiedsrichter die Partie dann unterbrechen, und die Polizei räumte rigoros den Gästeblock. Das Geschehen auf dem Platz war vor allem in der ersten Hälfte überschaubar. Nach dem Wechsel hätten die führenden Jenaer den Sack zumachen müssen, aber Heiko Weber (58.) und Jürgen Raab (59.) vergaben ihre Großchancen. Das rächte sich, denn die Berliner um Dribbelkünstler Thomas Doll fingen sich und kamen noch zu einem verdienten Punkt.

Stahl Brandenburg – Rot-Weiß Erfurt 1:1 (0:1)

Auch diese Partie sorgte für Kopfschütteln. Hier ging es aber nicht von irgendwelchen Randalierern aus, sondern vom Schiedsrichter. Der hatte sich in der sehr kampfbetonten Partie scheinbar irgendwann auf die Seite der Gastgeber geschlagen, ihnen einen Elfmeter und damit einen Punkt beschert. Ohne dieses Geschenk wäre Brandenburg wahrscheinlich leer ausgegangen, denn die Erfurter waren immerhin einen Tick besser. Und der 18-Meter-Volleyschuss von Schmidt war eigentlich mehr als nur einen Punkt wert.

Energie Cottbus – Bischofswerda 3:0 (1:0)

Die einzige wirklich klare Angelegenheit dieses 20. Spieltags war das Lausitzer Derby in Cottbus. Nach ein paar Startschwierigkeiten und ruppigen Einsätzen wurden die Gastgeber immer dominanter und setzten das auch in Tore um. Energie steht nach diesem Sieg auf Rang sechs – und in Lauerstellung. Denn das Restprogramm ist interessant: Gegen Aue, Erfurt und Brandenburg sind Sander & Co. Favorit, danach ist dann in Heimspielen "gegen Magdeburg und Dresden bei uns die Hölle los" (Detlef Irrgang).

Die Spiele vom Vorabend

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. März 2020 | 16:30 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/667ae416-543b-4cb5-9323-581fd59d7a26 was not found on this server.

Die vorherigen Spieltage