DDR-Oberliga - Die Wendesaison FDGB-Pokal: Hansa blamiert sich – FCM muss zittern

4. November 1989 | Achtelfinale

Auch das Achtelfinale des FDGB-Pokals hielt eine faustdicke Überraschung parat: Chemie Buna Schkopau kegelte den Erstligisten Hansa Rostock aus dem Wettbewerb! Oberliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg musste in die Verlängerung, setzte sich dort aber genauso durch wie Dynamo Dresden und der FC Karl-Marx-Stadt. Weiter ist auch der BFC Dynamo, aber beim Pokalverteidiger rumort es hinter den Kulissen.

Szene aus dem FDGB-Pokalspiel FC Karl-Marx-Stadt gegen Carl Zeiss Jena am 4.11.1989
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Hansa Rostock – Chemie Buna Schkopau 0:1 (0:0)

Das ist eine kleine Sensation: Zweitligist Chemie Buna Schkopau hat das geschafft, was in dieser Oberliga-Saison noch nicht mal Dynamo Dresden oder dem BFC gelang – dem FC Hansa eine Heimniederlage zuzufügen. Und der Erfolg des Außenseiters war auch noch völlig verdient. Die Helden des Tages waren Torhüter Hoffmann und Einwechselspieler Georgi. Der eine hielt in der 52. Minute einen Strafstoß von Wahl, der andere vollendete den letztlich spielentscheidenden Schkopauer Konter.

FC Karl-Marx-Stadt – FC Carl Zeiss Jena 4:1 (1:1)

Nach einem souveränen 4:1-Sieg sah es in Karl-Marx-Stadt lange nicht aus. In der ersten Halbzeit war Jena sogar besser und glich nur wenige Sekunden nach der FCK-Führung wieder aus: Peschke traf nach einem schnell ausgeführten Freistoß sehenswert aus 22 m. In der zweiten Hälfte vergaben die Thüringer aber zu viele Chancen. Der FCK war da effizienter, hatte aber auch das nötige Glück: Bei Mehlhorns Querpass in der 65. Minute wurde der Ball so abgefälscht, dass er zum 3:1 im Tor landete.

HFC Chemie – BFC Dynamo 1:3 (1:2)

Szene aus dem FDGB-Pokalspiel HFC Chemie gegen BFC Dynamo am 4.11.1989 2 min
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Gesprächsthema in Halle war ein Spieler, der nicht mal im Kader stand: Bodo Rudwaleit. Der BFC-Torhüter war über seine "Degradierung" zum Ersatzkeeper dermaßen sauer, dass er sich nicht mal als Nr. 2 aufstellen lassen wollte. BFC-Trainer Jäschke hatte sich entschieden, U21-Auswahlkeeper Kosche ins Tor zustellen. Was sich beinahe gerächt hätte: Halles Anschlusstreffer durch Schülbe ging ein Torwartfehler voraus. In der zweiten Halbzeit machte Kosche jedoch seinen Fehler wieder gut, als er einen Foulstrafstoß von Machold parierte. Der HFC zeigte übrigens eine couragierte Leistung, griff mutig an, wurde aber v.a. bei den ersten beiden Gegentoren eiskalt ausgekontert.

1. FC Magdeburg – Rot-Weiß Erfurt 2:0 n.V. (0:0)

Die diesmal nur 6.000 Zuschauer im Ernst-Grube-Stadion sahen ein rassiges und sehenswertes Pokalspiel. Wobei „sahen“ relativ ist, denn die Partie war phasenweise vernebelt. Wie auch immer – die Erfurter verlangten dem Oberliga-Tabellenführer alles ab. Für ein Erfolgserlebnis fehlten ihnen nur ein letzter Hauch an Genauigkeit oder Glück: Heun nagelte den Ball nur an die Latte (20.), auch Abel traf nur den Querbalken (85.). In der Verlängerung dann gab der FCM den Ton an. Minkwitz köpfte nach einem Freistoß zum 1:0 ein (96.), Joker Krause machte nach Flanke von Gerlach den Deckel drauf (118.).

Dynamo Dresden – Stahl Eisenhüttenstadt 6:0 (2:0)

Klare Sache für Dynamo: Die Dresdner dominierten, auch wenn die meisten Tore erst in der zweiten Halbzeit fielen. Vier Treffer in fünf Minuten sind allerdings rekordverdächtig. Betreut wurden die Schwarz-Gelben übrigens von Reinhard Häfner, da Eduard Geyer und Hans-Jürgen Dörner bei einem Trainerlehrgang in Spanien sind.

Tore:
1:0 Lieberam (5.)
2:0 Sammer (40.)
3:0/4:0 Gütschow (71./72.)
5:0 Kirsten (74.)
6:0 Pilz (75.)

Zuschauer: 15.000

Robotron Sömmerda – 1. FC Lok Leipzig 0:3 (0:1)

Sömmerda hatte ja in der zweiten Pokal-Runde den Oberligisten Wismut Aue rausgeworfen. Am 1. FC Lok bzw. dessen felsenfester Abwehr bissen sich die Thüringer aber die Zähne aus.

Tore:
0:1 Halata (38.)
0:2 Scholz (62.)
0:3 Marschall (78.)

Zuschauer: 6.000

Aktivist Schwarze Pumpe – Vorwärts Frankfurt (Oder) 0:3 (0:0)

Tore:
0:1 Henschel (50.)
0:2 Ukrow (65.)
0:3 Henschel (90.)

Zuschauer: 1.300

Dynamo Schwerin – Schiffahrt/Hafen Rostock 3:2 (0:0)

Tore:
0:1 Braun (52.)
1:1 Bochert (69./Foulelfer)
2:1 Drews (76.)
2:2 Braun (78.)
3:2 Kort (82.)

Zuschauer: 1.400

Auslosung der Viertelfinals

Dynamo Schwerin 1. FC Magdeburg
1. FC Lok Leipzig Chemie Buna Schkopau
Dynamo Dresden FC Karl-Marx-Stadt
FC Vorwärts Frankfurt (Oder) BFC Dynamo

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 09. November 2019 | 16:30 Uhr

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FDGB-Pokal

Die Achtelfinals im Überblick

Die Achtelfinals im Überblick

Hansa – Schkopau 0:1
Karl-Marx-Stadt – Jena 4:1
HFC – BFC 1:3
FCM – Erfurt 2:0 n.V.
Dresden – Eisenhüttenstadt 6:0
Sömmerda – 1. FC Lok 0:3
Schwarze Pumpe – Frankfurt (O.) 0:3
Schwerin – Schiff./Hafen Rostock 3:2

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