DDR-Oberliga - Die Wendesaison FCM gewinnt Topspiel bei Lok – Jena holt Punkt gegen Dynamo

16. September 1989 | 5. Spieltag

Nach fünf Spieltagen der DDR-Oberliga 1989/90 ist klar: Diese Spielzeit ist eine sehr heimstarke. In den bislang 35 Partien gab es gerade mal vier Auswärtssiege. Einen erzielte der 1. FC Magdeburg jetzt in Leipzig. Dynamo Dresden dagegen führte zwar schon in Jena, fuhr am Ende aber doch nur mit einem Punkt heim. Und noch eine interessante Statistik: Gleich sechs Spieler sahen jetzt ihre dritte Gelbe Karte und sind damit gesperrt.

1. FC Lok Leipzig – 1. FC Magdeburg 1:2 (1:1)

So ein Duell Zweiter gegen Dritter ist zwar ein Topspiel, garantiert aber längst keine fußballerische Feinkost. Diese Partie war ein gutes Beispiel.

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Ein Ex-Leipziger hat den 1. FC Lok abgeschossen und seiner Genugtuung freien Lauf gelassen.

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Zumindest ein Blitztor bekamen die 9.100 Zuschauer im "Bruno" geboten: Nach nur 40 Sekunden legte der Magdeburger Enge seinen Gegenspieler Hobsch im Strafraum, und Schiri Gläser zeigte auf den Punkt. Zötzsche ließ sich die Chance nicht entgehen. In den danach wild umkämpften 90 Minuten mit vielen Fouls wirkte der FCM reifer und drehte verdient das Spiel. "Mann des Spiels" war der Ex-Leipziger Uwe Rösler, der vor Wuckels sehenswertem Ausgleich den Ball erobert hatte und kurz vor Schluss das Siegtor selbst machte.

FC Carl Zeiss Jena – Dynamo Dresden 1:1 (0:1)

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Der DDR-Meister ging durch eine schöne Freistoßvariante in Führung, aber die Jenaer konnten noch ausgleichen.

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Eine kleine Überraschung bekamen die 5.000 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld zu sehen, wo der Tabellenzwölfte Jena dem Tabellenführer einen Punkt abnahm. Damit war anfangs nicht zu rechnen: Dynamo ging nach einer schönen Freistoßvariante durch Kirsten in Front und hätte noch in der ersten Halbzeit den Sack zumachen können. Nach dem Wechsel agierte Dresden aber unverständlicherweise sehr passiv. Das rächte sich: Der im Sommer von Wismut Gera gekommene Silvio Hoffmann nahm eine lang in den Strafraum geschlagene Flanke direkt und sicherte den kämpferischen Jenaern einen Zähler.

Hansa Rostock – FC Karl-Marx-Stadt 2:2 (1:0)

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Die Männer von der Küste gaben mal wieder einen Vorsprung aus der Hand. Gegen einen in Unterzahl spielenden FCK.

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Drei Tage nach dem Europapokal-Desaster gegen Ostrava (2:3) hat der FC Hansa wieder eine Führung vergeigt. Eigentlich waren es diesmal sogar zwei Führungen. Altmeister Jarohs traf aus dem Fußgelenk zum 1:0 und in der zweiten Halbzeit nach einem langen Pass zum 2:1 für die Ostseestädter. Die nach der Roten Karte für Köhler in Unterzahl (!) spielenden Gäste glichen jedoch zwei Mal wieder aus. Bei Heidrichs abgefälschtem Schuss war vielleicht noch etwas Glück dabei. Steinmanns Gewaltschuss zum 2:2 jedoch war der eine Punkt allemal wert.

Wismut Aue – Rot-Weiß Erfurt 3:0 (0:0)

Verkehrte Welt in Aue: Knapp eine Stunde lang dominierten hier die Erfurter. Sie kombinierten sehenswert, waren in allen Belangen überlegen. Was fehlte war allenfalls ein Quäntchen mehr Durchschlagskraft, um den großartig aufgelegten Keeper Weißflog zu überwinden. Dann kam die 58. Minute: Ein unnötiger Querpass von Dünger war der Anfang einer Fehlerkette, die mit einem Foul von Bühner an Bittner und einem Foulelfmeter endete. Mothes nutzte den und leitete damit die Wende ein. Denn während bei RWE nun nichts mehr ging, erwachte in Aue die Leidenschaft. Die Wismut berannte nun das Erfurter Tor und legte durch den 23 Jahre alten Koch noch zwei Mal nach.

BFC Dynamo – HFC Chemie 3:1 (2:0)

Nur ein Sieg und drei Unentschieden aus vier Spielen – die Bilanz des BFC Dynamo war enttäuschend und erforderte Veränderung. Trainer Helmut Jäschke zog sein Sturm-Duo Doll/Thom ins Mittelfeld, wo sie aus der Tiefe kommend ihre Schnelligkeit nutzen sollten. Der Plan ging vor allem in der ersten Hälfte auf. Gegen einen HFC, der da "Angsthasenfußball" (Trainer Karl Trautmann) spielte und nicht einen Torschuss verzeichnete. In Hälfte zwei spielte Halle etwas mutiger, mehr als der zwischenzeitliche Anschlusstreffer und ein paar Entlastungsangriffe war aber dennoch nicht drin.

Eisenhüttenstadt – Energie Cottbus 1:1 (1:1)

Auf dem Sportplatz der Hüttenwerker gaben in der ersten halben Stunde die Gastgeber den Ton an. Vor allem der rechte Außenverteidiger sorgte mit seinen Vorstößen für viel Gefahr. Das verdiente 1:0 fiel allerdings durch einen (durchaus haltbaren) Freistoß von Neupert. Quasi im Gegenzug glich Vogel aus. Nach besagter halben Stunde ließen bei einigen Spielern schon die Kräfte nach. Cottbus war nun überlegen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Was auch daran lag, dass die Stahl-Abwehr bis zum Schluss auf der Hut war.

Bischofswerda – Brandenburg 1:1 (0:1)

Einen ähnlichen Spielverlauf erlebte auch die zweite Stahl-Elf: Brandenburg gab in der ersten Halbzeit klar den Ton an. Hier hätte mehr als nur ein Treffer von Voß herausspringen müssen. Nach der Pause steigerte sich Bischofswerda, ging nun etwas entschlossener zu Werke – gegen immer passiver werdende Gäste. Folgerichtig fiel der Ausgleich. Mit der Punkteteilung konnte am Ende die Fortschritt-Elf am besten leben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. September 2019 | 16:30 Uhr

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