DDR-Oberliga - Die Wendesaison FCM demütigt HFC – Dynamo siegt "nur" 3:0

25. November 1989 | 12. Spieltag

Auch der Tag nach dem 60. Thüringen-Derby hielt Brisantes ein brisantes Duell bereit. Die Partie HFC gegen FCM war letztlich allerdings eine einseitige Angelegenheit. Da Dynamo an diesem 12. Spieltag nur drei Tore schoss, führt Magdeburg die Oberliga-Tabelle nun allein an. Derweil tat sich in Eisenhüttenstadt Kurioses.

Heiko Laeßig bejubelt eines seiner insgesamt drei Tore
Vor einer Woche glänzte Marcus Wuckel. Diesmal gab es eine Heiko-Laeßig-Show. Bildrechte: MDR/DRA

HFC Chemie – 1. FC Magdeburg 0:5 (0:1)

"Wir hatten nicht die Spur einer Chance", sagte HFC-Trainer Karl Trautmann nach der Partie, in der sein Team im eigenen Stadion gnadenlos vorgeführt worden war.

Heiko Laeßig trifft zum 4:0 1 min
Bildrechte: MDR/DRA

Der Halbzeitstand lässt vermuten, dass die Gastgeber zumindest 45 Minuten lang mithalten konnten, doch dem war nicht so. Beim sehr frühen ersten Tor legten sie Rösler den Ball persönlich auf. Dass die anderen Treffer erst nach der Pause fielen, lag an Torhüter Jens Adler, der später sogar noch einen Foulelfmeter von Steinbach hielt (61.). Das schönste Tor der Magdeburger, die gut und gerne zweistellig hätten gewinnen können, war das 4:0 – ein wunderbarer Seitfallzieher von Läßig nach präziser Flanke von Wuckel.

Dynamo Dresden – Energie Cottbus 3:0 (1:0)

Fünf Tore hätte auch der Meister schießen können. Chancen für ein höheres Resultat waren jedenfalls vorhanden. Das 1:0 war noch ein Treffer des Willens – nach dem Keeper Opitz zwei Mal pariert und danach der Pfosten gerettet hatte, drückte Gütschow den Ball im vierten Versuch endlich über die Linie. Dresdens Top-Torschützen (neun Tore) gehörte auch das 3:0 - nach einem 17-m-Knaller von Wagenhaus im Nachschuss erzielt. Und das in einem relativ gut gefüllten Stadion: 12.000 Zuschauer waren der mit Abstand beste Wert an diesem Spieltag.

Eisenhüttenstadt – 1. FC Lok Leipzig 2:2 (1:2)

Kurioses spielte sich im Stadion der Hüttenwerker ab: Die heimische Stahl-Elf trotzdem den 1. FC Lok nach einem 0:2-Rückstand doch noch ein Remis ab – das achte (!) in Folge. Verantwortlich war dafür Karsten Schulz. Vor einer Woche noch hatte Maik Schulz beim 2:2 gegen Dynamo getroffen. Gegen Lok macht der ältere der beiden Brüder gleich alle zwei Tore. Eines per Direktschuss aus elf Metern, das zweite nach einer Kombination, wie sie auf schneebedecktem Boden nur schwer möglich war.

BFC Dynamo – Fortschritt Bischofswerda 1:0 (0:0)

Vier Tage nach der Rückkehr von Horst Rau als Fortschritt-Trainer – er löste den erfolglosen Harald Fischer ab – zeigte Bischofswerda eine anständige Leistung. Der Außenseiter vor der desaströsen Kulisse von nur 1.400 Zuschauern diszipliniert, willig und kam auch mit dem hartgefrorenen und glatten Boden am besten zurecht. Ein Punkt wäre angesichts des unermüdlichen Einsatzes verdient gewesen. Angesichts klarer Chancenvorteile geht der knappe Sieg des verkrampft wirkenden BFC trotzdem in Ordnung.

FC Karl-Marx-Stadt – Stahl Brandenburg 3:0 (1:0)

Ungeachtet der letzten Niederlagen in Oberliga und UEFA-Pokal zeigte der FCK eine souveräne Leistung. Wobei es in der ersten Halbzeit noch nicht so richtig rund lief. Der „Dosenöffner“ war ein Abstauber-Tor von Barsikow nach einem 30-m-Freistoß. An diesem Treffer hatte der sonst so starke Stahl-Keeper Zimmer durchaus eine Aktie. Mit der Führung im Rücken spielte der FCK jedenfalls nach der Pause befreit auf, war kaum noch zu halten und hätte gegen die chancenlosen Brandenburger durchaus auch höher gewinnen können.

Die Spiele vom Vorabend

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. November 2019 | 16:30 Uhr

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