DDR-Oberliga - Die Wendesaison FC Berlin zieht nach – Tag der Fernschuss-Tore

24. März 1990 | 18. Spieltag

Der 18. Spieltag hat die DDR-Oberliga ein Stück weit spannender gemacht. Grund sind die Punktverluste von Dynamo Dresden und FCM. Durch die Siege von FCK und am Folgetag durch den FC Berlin, sind die Teams des oberen Drittels enger zusammengerutscht. Etwas Bewegung gab es auch am anderen Ende der Tabelle.

Spielszene vom 18. Spieltag der DDR-Oberliga am 23./24. März 1990
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HFC Chemie - FC Berlin 1:2 (0:1)

Da war es nur noch einer: Der HFC ist nach seinem achten sieglosen Spiel in Folge nur noch einen einzigen Punkt von einem Abstiegsplatz entfernt. Das hatte durchaus mit Pech zu tun, schließlich trafen die Hallenser zwei Mal die Latte (58./73.) und einmal den Pfosten (76.). Aber es war auch Unvermögen im Spiel. Z.B. beim Stellen der Mauer vor dem 0:1, als Dirk Anders den Ball aus 25 Metern rechts an der Mauer vorbei ins linke Toreck schießen konnte. Berlin war bissiger und besser, auch wenn etwas Glück dabei war.

Rot-Weiß Erfurt - Wismut Aue 1:1 (1:0)

Auf den in Sachen HFC erwähnten ersten Abstiegsplatz ist nun der FC Rot-Weiß Erfurt abgerutscht. Dabei war das durchaus zu verhindern, denn RWE war gegen lange Zeit sehr passive Auer das bessere Team. Mehr als ein Tor durch Karsten Sänger nach einem Querpass von links sprang aber nicht heraus. Das rächte sich in der zweiten Halbzeit, in der Wismut das Heft des Handelns übernahm und zum verdienten 1:1 kam: Ralf Vogel nahm einen abgewehrten Eckball 20 m vor dem Kasten volley. Die Ecke hatte übrigens Jens König getreten, Aues wieder heimgekehrter DDR-Flüchtling.

Energie Cottbus – Eisenhüttenstadt 3:1 (1:0)

Spielszene vom 18. Spieltag der DDR-Oberliga am 23./24. März 1990 1 min
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In der Lausitz fiel der wohl spektakulärste Treffer des 18. Spieltages. Schütze war Stahl-Spieler Uwe Szangolies, der den Ball per Freistoß aus etwa 27 Metern in die Maschen "raketete". Viel mehr Positives gibt es von den Gästen nicht zu berichten. Cottbus war in allen Belangen überlegen und hatte auch noch Olaf Besser in seinen Reihen, der alle drei Tore vorbereitete.

Stahl Brandenburg – Bischofswerda 0:2 (0:1)

Ein hübsches Freistoß-Tor gab es auch in Brandenburg zu sehen, wo Andreas Gräulich aus 19 Metern erfolgreich war. Der Treffer zum 2:0 war der Deckel auf der Partie, die das Team von Trainer-Schwergewicht Horst Rau aus der Abstiegszone beförderte. Am ersten Tor hatte übrigens der zuletzt beim Auswärtssieg in Leipzig so glänzende Torwart Detlef Zimmer eine Aktie.

Die Spiele vom Vorabend

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. März 2020 | 16:30 Uhr

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Die Wende: Was in den letzten Tagen geschah

18. März 1990

Volkskammerwahl

In einem Wahllokal im Prenzlauer Berg gibt der Vorsitzende der DDR-SPD, Ibrahim Böhme, seine Stimme ab. Viele Journalisten sehen in ihm den Wahlsieger und künftigen Ministerpräsidenten.

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Um 18 Uhr schließen die Wahllokale in der ganzen Republik - die Stimmenauszählung beginnt. Die ersten freien Wahlen stehen unter Beobachtung einer Kommission der Europäischen Gemeinschaft.

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Die Hochrechnungen um 23 Uhr bestätigen: die CDU ist mit 40,4% der Wahlsieger. Die SPD, weit abgeschlagen, erzielt 22,3%, die PDS 17,03%, die Liberalen 4,9%, Bündnis 90 2,9 %.

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DDR-Bürger haben die D-Mark und eine schnelle Wiedervereinigung gewählt. Der künftige Ministerpräsident, Lothar de Maizière: "Ich hoffe, dass wir schon im Sommer mit richtigem Geld reisen können."