Europapokal 1989 FCK und BFC weiter – Dynamo verliert Torfestival

27. September 1989 | 1. Runde | Rückspiele

Für etwas Freud und sehr viel Leid sorgten die DDR-Vertreter in den Europapokal-Rückspielen. Einen durchweg positiven Eindruck machte das junge Team aus Karl-Marx-Stadt, auch wenn es in die Verlängerung musste. Dynamo dagegen verlor in Athen die Nerven, und Hansa ging völlig unter. Der BFC überzeugte zwar nicht, schaffte es aber wenigstens wie der FCK in die zweite Runde.

Jubel beim FCK über das Weiterkommen im Europapokal
Von den DDR-Vertretern überzeugte diesmal nur der FC Karl-Marx-Stadt. Bildrechte: MDR/DRA

Cup der Landesmeister
AEK Athen – Dynamo Dresden 5:3 (3:1)
(Hinspiel 0:1)

Die Partie im ausverkauften Philadelphia-Stadion von Athen war nichts für schwache Nerven. Das gilt für Zuschauer und Spieler gleichermaßen.

Pyro im Spiel Athen gegen Dynamo Dresden
In Athen ging es zur Sache. Bildrechte: MDR/DRA

20 Minuten lang spielte Dynamo überlegt, aus einer sicheren Deckung und ging durch Gütschows Kopfballtreffer in Führung. Der Treffer schien die Gastgeber jedoch erst richtig anzustacheln: Innerhalb von nur zehn Minuten drehten sie die Partie und führten auch dank spektakulärer Tore nun selbst mit 3:1. Die leidenschaftlich kämpfenden Dresdner dagegen verloren zunehmend die Nerven. Vorn vergab Stübner mehrere Großchancen, hinten lieferte man Athen die nötigen Lücken, um auf die zumindest teilweise erfolgreiche Aufholjagd zu antworten. Ob Dynamo von der aufgeheizten Atmosphäre mit Pyro, permanentem Auspfeifen und Flaschenwürfen zu beeindruckt war, bleibt Spekulation. Zugeben wollte das keiner.

Athen: Ikonomopoulos - Peppes, Manolas, Koutoulas, Hatzis, Papaionnou, Savevski, Okonski, Savvidis, Patikas (88. Karagiopoulos), Batista (63. Christodoulou)

Dresden: Teuber - Lieberam, Schößler, Wagenhaus, Maucksch, Döschner (80. Minge), Stübner, Sammer, Pilz, Kirsten, Gütschow (75. Milde)

Tore:
0:1 Gütschow (9.)
1:1 Manolas (27.)
2:1 Okonski (33./Foulstrafstoß)
3:1 Savvidis (37.)
4:1 Savvidis (61.)
4:2 Lieberam (64.)
5:2 Savevski (81.)
5:3 Minge (85.)

Zuschauer: 35.000

Cup der Pokalsieger
BFC Dynamo – Valur Reykjavik 2:1 (1:0)
(Hinspiel 1:0)

Berliner Jubel im Spiel BFC Dynamo – Reykjavic
Bildrechte: MDR/DRA

Nach dem Auswärtssieg in Reykjavik war der BFC die am komfortabelsten ausgestattete DDR-Mannschaft für die Rückspiele. Die Berliner waren auch diesmal das bessere Team, hatten (bzw. vergaben) viele Chancen, wirklich überzeugend war der Auftritt dennoch nicht. Fast alle Akteure spielten unter Normalform. Vor allem Anders hatte einen schwachen Tag. Die einzige Spitze des BFC konnte vorn kaum einen Ball festmachen. Bis Doll und Thom nachgerückt waren, war die Kugel meist wieder verloren. Das aber zum Glück gegen arg limitierte Isländer, die ihr Heil in langen Bällen in des Gegners Hälfte suchten, es dort aber nicht fanden.

Szene aus BFC Dynamo – Reykjavic
Die schlechte Chancenverwertung des BFC hätte sich fast gerächt. Bildrechte: MDR/DRA

BFC: Rudwaleit - Rohde, Ksienzyk, Reich, Herzog, Köller (37. Lenz), Doll, Bonan, Ernst, Thom, Anders (77. Küttner)

Reykjavik: Sigurdsson -    Thrainsson, S. Jonsson, Tomasson, Baldursson, Adolfsson, Askelsson, Petursson, I. Gudmundsson, L. Gudmundsson (84. Bogasson), Kristjansson

Tore:
1:0 Ernst (23.)
1:1 Kristjansson (51.)
2:1 Lenz (83.)

Zuschauer: 9.500

UEFA-Pokal
Boavista Porto – FC Karl-Marx-Stadt 2:2 n.V. (1:0/1:0)
(Hinspiel 0:1)

Ulf Mehlhorn trifft für den FCK gegen Porto
Ulf Mehlhorn macht mit seinem Freistoßtor alles klar. Bildrechte: MDR/DRA

Eine erstaunlich reife Leistung lieferte dagegen der FCK im Estadio do Bessa ab. Das junge Team von Trainer Hans Meyer (Durchschnittsalter: 23,8 Jahre) hielt die leidenschaftlich angefeuerte Gastgeber gut in Schach und verlor auch nach dem 0:1 nicht die Fassung. Ziffert hätte die nächste Runde sogar in der regulären Spielzeit klarmachen können, traf aber nur die Latte (74.). Auch nach dem Blitz-Gegentor in der Verlängerung nach gerade mal 40 Sekunden blieb der FCK alles in allem stabil. Heidrich schaffte per Kopf den Anschluss. Das Joker-Freistoßtor durch Mehlhorn war dann die endgültige Entscheidung.

Sport

Ulf Mehlhorn 1 min
Bildrechte: MDR/DRA

Porto: Padrao - Frederico, Jaime, Valdir (55. Valerio), Casaca, Agatao, Walker, Parente, Isaias, Joao Pinto (99. Forbs), Jorge Andrade

FCK: Schmidt - Barsikow, Bittermann (79. Laudeley), Müller, Ziffert, Illing, Köhler, Steinmann, Keller, Heidrich, Mitzscherling (96. Mehlhorn)

Tore:
1:0 Joao Pinto (40.)
2:0 Joao Pinto (91.)
2:1 Heidrich (105.)
2:2 Mehlhorn (120.) n.V.

Zuschauer: 12.000

Banik Ostrava – Hansa Rostock 4:0 (2:0)
(Hinspiel 3:2)

Nichts, aber auch rein gar nichts zu holen gab es für Hansa Rostock im tschechischen Ostrava. Die schon im Hinspiel bärenstarken und siegreichen Gastgeber nahmen das Rückspiel keineswegs auf die leichte Schulter, kombinierten und dominierten teilweise nach Herzenslust und erteilten den Ostseestädtern "eine Lehrstunde", so bezeichnete es zumindest Hansa-Trainer Werner Voigt. Dessen Team wirkte oft total verunsichert. Hinzu kamen einige böse Ballverluste von Libero März durch misslungene Dribblings. Ihre beste Phase hatten die Rostocker nach einer halben Stunde – da war das Spiel wegen Problemen beim Flutlicht für 15 Minuten unterbrochen.

Ostrava gegen Hansa Rostock
Hansa-Keeper Jens Kunath wieder ein mal geschlagen. Bildrechte: MDR/DRA

Ostrava: Miklosko - Stas, Pechacek, Skarabela, Zalesky (78. Basta), Kula, Necas, Vrto, Chilek (58. Fryc), Hyravy, Horvath

Rostock: Kunath - März (86. Klut), Rietentiet (62. Weichert), Wahl, Alms, Dowe, Schulz, Weilandt, Babendererde, Röhrich, Fuchs

Tore:
1:0 Necas (28.)
2:0 Chilek (43.)
3:0 Zalesky (67.)
4:0 Pechacek (77.)

Zuschauer: 15.000

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. September 2019 | 16:30 Uhr

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