DDR-Oberliga - Die Wendesaison Geyer wirft bei Dynamo das Handtuch

4. April 1990

Erneutes Erdbeben in Dresden: Eduard Geyer hat bei Dynamo Dresden seinen Posten als Cheftrainer abgegeben. Der 45-Jährige ist damit jetzt nur noch Coach der DDR-Nationalmannschaft. "Es war für die Mannschaft das Beste, dass wir uns getrennt haben", sagt er zu seiner Entscheidung.

Dynamo Dresdens Trainer Eduard Geyer im März 1990
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Hinter den Kulissen des DDR-Meisters hatte es zuletzt mächtig geknirscht. Zum einen stimmten die Ergebnisse nicht mehr: Nach der deftigen 0:4-Heimpleite gegen Carl Zeiss Jena verloren die Schwarz-Gelben nun auch noch beim abstiegsbedrohten FC Rot-Weiß Erfurt, was die Tabellenführung kostete. Die Auswärtsbilanz des Meisterschaftsfavoriten ist sowieso mager: Bis auf das Spiel am zweiten Spieltag in Bischofswerda gewann Dynamo keine einzige Partie in der Fremde. Hinzu kam zunehmend nach außen dringende Unzufriedenheit einiger Spieler. Geyer ist bekannt für seine harte Führungshand.

"Nach zweijähriger Tätigkeit fiel mir der Entschluss nicht leicht. Es gab in den vergangenen Wochen einige Unstimmigkeiten", kritisierte Geyer diplomatisch den fehlenden Rückhalt von der Vereinsführung um Klubchef Alfons Saupe. Dynamo verlässt er aber mit gutem Gewissen: "Ich habe kein Chaos hinterlassen." Und langweilig dürfte es Geyer auch nicht werden: Bereits in reichlich einer Woche steht das Länderspiel der DDR-Auswahl gegen WM-Teilnehmer Ägypten auf dem Programm.

Neuer Chefcoach der Dresdner wird übrigens Geyers Assistent Reinhard Häfner.

Spielszene vom 18. Spieltag der DDR-Oberliga am 23./24. März 1990 3 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. April 2020 | 16:30 Uhr

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