DDR-Oberliga - Die Wendesaison Schwerin sorgt für Sensation und Dynamo-Finale

14. April 1990 | FDGB-Pokal Halbfinale

Wer hätte das gedacht? Im Finale des FDGB-Pokals am 2. Juni treffen zwei Dynamo-Teams aufeinander! Dass Meister Dresden mit einem Sieg gegen Vorwärts Frankfurt/O. ins Endspiel einziehen würde, war durchaus zu erwarten. Schwerins zweiter Pokal-Coup in Folge - nach dem FCM wurde mit Lok ein weiterer höherklassiger Klub eliminiert - ist dagegen eine echte Sensation.

Saison 1989/90: Szene aus dem FDGB-Pokal-Spiel Dynamo Dresden - Vorwärts Frankfurt am 14. April 1990. Torsten Gütschow erzielt eines seiner zwei Tore.
Im Spiel Dynamo Dresden gegen FC Vorwärts traf Torsten Gütschow doppelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dynamo Schwerin – 1. FC Lok Leipzig 1:0 (1:0)

16. Minute, Eckball für den Liga-Vertreter: Frank Prange tritt den Ball in den Strafraum, der gerade mal 21 Jahre alte Matthias Stammann kommt herangestürmt und wuchtet ihn per Kopf ins rechte Dreiangel. Dass Stammann damit zum Held des Tages wurde, konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, lag aber an der Einfallslosigkeit der Leipziger. Diese hatten ihre Mühe und Not mit den kämpferisch sehr gut aufgestellten, aber nie mauernden Schwerinern.

Richtigen Druck machte der 1. FC Lok erst ab der 78. Minute, als er nach einem Foul von Peter Herzberg an Olaf Marschall in Überzahl spielte. Die größte Gefahr ging in dieser Phase aber auch nicht vom FCL aus, sondern von Leuchtraketen, von Stein- und Flaschenwürfen einiger Zuschauer, die einen Spielabbruch provozierten. Die letzte gute Aktion des Spiels war dem Schweriner Torhüter Andreas Reinke vorbehalten, der einen Kopfball von Damian Halata parierte und damit dem Zweitligisten die Tür einen Spalt weit zum Europapokal öffnete. Denn sollte Dynamo Dresden seinen Meistertitel doch noch erfolgreich verteidigen, wäre Schwerin für den EC qualifiziert – egal wie das Pokalfinale ausgeht.

Schwerin: Reinke - Eggert, Herzberg, Beutling - Prange, Gottschalk (73. Hirsch), Drews, Stammann - Benthin, Kort, Baumgart (81. Buchsteiner)
Leipzig: Müller - Lindner, Kreer, Wunderlich, Zötzsche (53. Edmond) - Bredow, Marschall, M. Liebers (84. H. Liebers), Scholz - Rische, Halata

Tor: 1:0 Stammann (16.)
Rote Karte: Herzberg (78./wdhl. Foul)
Zuschauer: 5.000

Dynamo Dresden – Vorwärts Frankfurt/O. 3:0 (1:0)

Saison 1989/90: Szene aus dem FDGB-Pokal-Spiel Dynamo Dresden - Vorwärts Frankfurt am 14. April 1990. Andreas Wagenhaus läuft aufs Feld.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Endergebnis lässt eine klare Sache vermuten. Die Partie vor 14.000 Zuschauern war jedoch ausgeglichener als erwartet. Vor allem spielerisch hielt der Tabellenführer der Liga-Staffel A gut mit. Dabei sprangen in der ersten halben Stunde einige gute Chancen heraus. Die beste hatte Volkmar  , der nach flachem Pass von Jens Henschel plötzlich allein vor Torhüter Thomas Köhler stand. Der 28-jährige Frankfurter schloss aber überhastet ab, sodass Köhler parieren konnte.

Dynamo leistete sich auch später noch den einen oder anderen Schnitzer in der Abwehr, zeigte im Angriff aber zumindest Effizienz: Torsten Gütschow nutzte eine der zwei Dresdner Großchancen in der ersten Halbzeit. Mit etwas mehr Konsequenz im Mittelfeld und einem Doppelschlag nach dem Wechsel machte der Favorit dann alles klar. Eine Glanzleistung war das aber nicht.

Dresden: Köhler - Lieberam, Trautmann, Wagenhaus (30. Maucksch), Büttner - Hauptmann (77. Diebitz), Pilz, Stübner, Döschner - Jähnig, Gütschow
Frankfurt (O.): Jaschob - Hause, Roth, Woyde, Soutschek - Prause, Kuhlee, Bennert, Duckert (83. Westphal) - Henschel, Rath (73. Menze)

Tore:
1:0 Gütschow (21.)
2:0 Gütschow (67.)
3:0 Lieberam (71.)

Zuschauer: 14.000

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. April 2020 | 15:30 Uhr

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