DDR-Oberliga - Die Wendesaison Nächste Dynamo-Blamage, Jena weiter furios, Aue schwach

3. April 1990 | 19. Spieltag

Ladehemmung am 19. Spieltag: Gerade mal zehn Törchen sind in den sieben Spielen zu Beginn der englischen Woche gefallen. In der Hinrunde hatte es hier immerhin noch 22 Mal geklingelt! Nichtsdestotrotz sind die Ergebnisse bemerkenswert. Vor allem die von Dynamo und Jena.

Szene aus dem Spiel Wismut Aue - Stahl Brandenburg am 3.3.1990 Stefan Persigehl (Aue) flankt vor Sylvio Demuth (Stahl), im Hintergrund die im Bau befindliche Haupttribüne des Auer Stadions
Stefan Persigehl (Aue) flankt vor Sylvio Demuth (Stahl). Im Hintergrund: die im Bau befindliche Haupttribüne des Auer Otto-Grotewohl-Stadions. Bildrechte: Frank Kruczynski

Rot-Weiß Erfurt – Dynamo Dresden 2:0 (1:0)

Thüringen ist gerade echtes Gift für den Meister: Elf Tage nach dem 0:4-Desaster im eigenen Stadion gegen Jena kassierte Dynamo Dresden nun auch gegen Erfurt eine Niederlage. Doch damit nicht genug: Die Schwarz-Gelben verloren auch noch zwei Spieler: Matthias Sammer und Detlef Schößler sahen nach wiederholten Fouls jeweils die Rote Karte. Für die Erfurter trafen Uwe Abel (aus 25 Metern) und Uwe Weidemann nach wunderbarem Doppelpass mit Thomas Vogel. Der Lohn: RWE verließ die Abstiegsplätze.

Bischofswerda – 1. FC Magdeburg 0:1 (0:0)

Dynamos Pleite kam den Magdeburgern natürlich recht – sie setzten sich dadurch an die Tabellenspitze. Eine Glanzleistung war ihr 1:0 in Bischofswerda aber auch nicht. Zumindest die Effizienz stimmte im Spiel gegen die zuletzt so erfolgreiche Fortschritt-Elf. Ein Tor aus zwei Chancen jedenfalls reichte für den Sieg. Der Treffer war eine Alt-Jung-Zusammenarbeit von Wolfgang Steinbach (35 Jahre/Freistoßflanke) und Uwe Rösler (21 Jahre/Kopfball).

FC Berlin – FC Karl-Marx-Stadt 0:0

Das Spitzenspiel der beiden Verfolger von Dynamo und FCM war nicht viel besser. Weder der Pokalsieger, noch die himmelblauen Gäste aus Sachsen wollten zu viel riskieren. Besonders die erste Halbzeit war trostlos. In der zweiten Halbzeit gab es zumindest einige Chancen zu sehen. Zu der Nullnummer passte letztlich auch die Kulisse: Beide Teams duellierten sich vor gerade mal 3.600 Zuschauern im weitgehend stillen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Hansa Rostock – FC Carl Zeiss Jena 0:1 (0:0)

Die Mannschaft der Stunde bleibt derweil der FC Carl Zeiss Jena. Die Thüringer fügten zuletzt den Dresdnern die erste Heimniederlage zu. Jetzt beschmutzten sie auch noch die bislang reine Heimweste der Rostocker – und sind damit Tabellenführer der Rückrundentabelle. Jena war vor allem läuferisch klar überlegen und mit schnellem Umkehrspiel gefährlich. Schnörkellos und schnell fiel auch das Siegtor: Olaf Holetschek mit einem weiten Diagonalpass vom eigenen Strafraum aus zu Stefan Meixner, der noch bis zur Grundlinie geht und von da aus Torschütze Jürgen Raab bedient.

1. FC Lok Leipzig – Energie Cottbus 2:0 (0:0)

Die nur 3.000 Zuschauer (schlechteste Kulisse des Spieltags!) sahen zwei völlig verschiedene Halbzeiten. In der ersten traf Leipzigs Jürgen Rische zwar den Außenpfosten (12.), das klar bessere Team war aber Cottbus. In der Pause löste die "Loksche" dann aber ihre Bremsen und überrannte die Gastgeber fast. Das 1:0 erzielte Ronald Kreer mit einem aufsetzenden Distanzschuss, das 2:0 besorgte Rische nach Lauf und Flanke von Damian Halata auf bzw. von der rechten Seite.

Wismut Aue – Stahl Brandenburg 0:3 (0:1)

Szene aus dem Spiel Wismut Aue - Stahl Brandenburg am 3.3.1990 Frank Jeske (Stahl) und Steven Zweigler (Aue) im Kopfballduell
Doppeltorschütze Frank Jeske (li.) im Kopfballduell mit Steven Zweigler. Bildrechte: Frank Kruczynski

Das torreichste Spiel gab es in Aue zu sehen. Doch darauf hätten die Wismut-Fans wohl gern verzichtet. Denn ihre Mannschaft spielte maximal auf Liga-Niveau und ging gegen die Havelstädter regelrecht unter. Das 1:0 der Gäste war ein hübscher Direktschuss von Schulz, die anderen beiden Treffer besorgte Frank Jeske – erst volley und dann nach einer präzisen Eingabe von Uwe Schulz.

Eisenhüttenstadt – HFC Chemie 0:1 (0:0)

Die Partie war eine Rückkehr von HFC-Trainer Karl Trautmann an seine alte Wirkungsstätte: Von 1984 bis 1986 war er in Eisenhüttenstadt Coach. Seine Hallenser Spieler begannen sehr schwach. In der ersten Hälfte kam kein einziger Schuss auf das Stahl-Tor. Nach dem Wechsel wurde der bis dahin sehr defensive Dariusz Wosz etwas angriffslustiger – und machte mit einem Flachschuss aus 18 Metern auch den Siegtreffer.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. April 2020 | 16:30 Uhr

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