DDR-Oberliga - Die Wendesaison Cottbus stürzt FCM vom Thron – Dynamo wieder vorn

8. Mai 1990 | 24. Spieltag

Der Kampf um den Meistertitel in der DDR-Oberliga ist an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten: Fünf Wochen lang führte der FCM die Tabelle an. Nach der Niederlage jetzt in Cottbus rutschte das Streich-Team auf Rang drei ab. Oben steht jetzt Titelverteidiger Dynamo vor den punktgleichen Karl-Marx-Städtern. Spannend ist aber auch der Abstiegskampf.

Torjäger Gütschow begrüßt die Fans vor dem Spiel
Torsten Gütschow (Dynamo/Archivbild) erzielte sein 17. Saisontor und führt damit die Torschützenliste souverän vor Steffen Heidrich (FCK/12) an. Bildrechte: IMAGO

Energie Cottbus – 1. FC Magdeburg 2:0 (1:0)

Magdeburg und die Schiedsrichter – das wird in dieser Saison nichts mehr. Buhmann ist diesmal Referee Karl-Heinz Gläser, der ein klares Foul von Jens Melzig an Heiko Laeßig direkt vor seinen Augen übersah. Laeßigs Reaktion – er zeigte dem Schiri einen Vogel – sah Gläser dann umso besser und schickte den FCM-Stürmer mit Rot vom Platz. Diese Szene in der 70. Minute war die Vorentscheidung in der Partie, in der Cottbus tatsächlich besser war. Frank Lehmann machte in der 81. Minute dann alles klar.

Dynamo Dresden – Eisenhüttenstadt 2:1 (1:0)

Deutlich mehr Glück mit den Schiris dagegen haben die Dresdner. Ulf Kirstens später Siegtreffer per Kopf jedenfalls wurde aus stark abseitsverdächtiger Position erzielt. Eigentlich wollte Dynamo in dem Spiel etwas für das Torverhältnis tun. Doch daraus wurde im Dynamo-Stadion nichts. Viele Missverständnisse und eine merkwürdige Zurückhaltung insgesamt verhinderten das. Hinzu kam der aufopferungsvolle Kampf der Gäste, die immer noch um Klassenerhalt bangen müssen.

FC Karl-Marx-Stadt – Rot-Weiß Erfurt 2:0 (1:0)

Schiri, Teil 3: Auch in dieser Partie zog der Schiedsrichter die Aufmerksamkeit auf sich. Referee Wieland Ziller gab einen Elfer für den FCK, nahm einen weiteren (korrekterweise) zurück und übersah in der Schlussminute einen weiteren (fälligen) Foulstrafstoß. Nichtsdestotrotz gewann das deutlich bessere Team. Erfurt hatte mit seiner durch Gelb-Sperren für Holger Bühner und Frank Dünger wackeligen Abwehr nur wenig entgegenzusetzen.

FC Berlin – 1. FC Lok Leipzig 1:3 (0:0)

BFC bzw. FC Berlin gegen Lok: Bislang war das ein brisanter Kracher der DDR-Oberliga. Diese 50. Auflage jedoch geht in Sachen Zuschauerresonanz als Rohrkrepierer durch. Lediglich 1.400 Zuschauer sind jedenfalls der schlechteste Wert an diesem 24. Spieltag. Hätte das Spiel in Leipzig stattgefunden, wären allerdings nicht viel mehr Fans ins Stadion gekommen. Wie auch immer – die Qualität der Partie stimmte. Wobei Berlin etwas Pech hatte: Thomas Doll und Dirk Anders trafen nur die Latte. Lok war, wer hätte das gedacht, diesmal effizienter, holte verdient beide Punkte und schoss Berlin endgültig aus dem Titelrennen.

FC Carl Zeiss Jena – Wismut Aue 1:0 (1:0)

Noch nicht alles verloren ist dagegen für Wismut Aue. Durch die Niederlage in Jena ist der erste Oberliga-Abstieg seit 1951 allerdings wieder etwas näher gerückt. Dabei war diese Niederlage überhaupt nicht nötig. Vor allem nach der Pause hätten die "Veilchen" wenigstens einen Treffer erzielen müssen. Chancen dafür waren reichlich vorhanden. Das Goldene Tor hatte Jürgen Raab vor dem Wechsel per Kopf erzielt.

Hansa Rostock – Bischofswerda 1:2 (0:2)

Neuen Mut im Kampf um den Klassenerhalt schöpfte derweil die Fortschritt-Elf, die mit dem unerwarteten Auswärtssieg die Rote Laterne an Aue abgab. Hansa spielte in der ersten Hälfte passiv und leistete sich zahlreiche Abwehrfehler. Bischofswerda nutzte das zu zwei Toren, was nicht nur vom Ergebnis her die halbe Miete war. Rostock legte mit dem zur Pause gekommenen Henry Fuchs deutlich zu, mehr als der Anschluss gelang jedoch nicht.

HFC Chemie – Stahl Brandenburg 1:3 (1:2)

Einen Auswärtssieg und den endgültigen Klassenerhalt feiern durfte Stahl Brandenburg. Halle ging zwar früh mit 1:0 in Führung, danach war aber Brandenburg in allen Belangen besser und beendete rabiat die HFC-Serie von fünf Spielen ohne Niederlage (vier Siege, ein Remis).

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. Mai 2020 | 16:30 Uhr

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