DDR-Oberliga - Die Wendesaison Auch Dresden patzt – Doll zaubert in Erfurt

24. Februar 1990 | 14. Spieltag

Einen Tag nach dem FCM hat auch Dynamo Dresden gepatzt. Beim HFC sprangen immerhin noch ein Punkt und damit die Tabellenführung heraus. In Erfurt glänzte Thomas Doll im Trikot des Pokalsiegers, der sich jetzt FC Berlin nennt. Einen starken Rückrunden-Auftakt zeigte auch der FCK gegen Tabellennachbar Cottbus.

Durch die Maschen des Tornetzes fotografiert: Vergebene Torchance für den einschussbereiten Arnd Sprnger (FCK), der im letzten Moment von Maik Pohland (Cottbus, rechts) gestört wird
Der einschussbereite Arnd Sprnger (FCK) wird im letzten Moment von Maik Pohland (Cottbus, rechts) gestört. Bildrechte: Frank Kruczynski

HFC Chemie – Dynamo Dresden 2:2 (0:2)

Die ersten 45 Minuten gehörten Dynamo. Das lag allerdings auch an den Hallensern, die sehr zurückhaltend bis ängstlich in die Partie gegangen waren. Die Folge waren zwei Gegentore. Das schönste war das 1:0 von Torsten Gütschow nach wunderbarer Vorlage von Andreas Trautmann, der nach langem Sprint von der Grundlinie gepasst hatte. In der Pause trat der andere Trautmann in Aktion: HFC-Trainer Karl Trautmann wusch seinem Team den Kopf. Danach lief es viel besser für die Hallenser, die sogar den Ausgleich schafften. Hinterher brannte bei Dynamo Luft. Trainer Eduard Geyer sprach von "Überheblichkeit" bei seinem Team. Und Klubchef Alfons Saupe antwortete auf die harmlose Frage eines Reporters: "Schreib doch, was du willst! Mir ist das doch sowieso scheißegal!"

Rot-Weiß Erfurt – FC Berlin 1:3 (0:0)

Szene aus dem Oberliga-Spiel Rot-Weiß Erfurt gegen FC Berlin im Februar 1990 1 min
Bildrechte: MDR/DRA

Eine ganze Weile sah es so aus, als könnte den Erfurtern wie im Hinspiel eine Überraschung wie im Hinspiel gelingen. Die Thüringer Hoffnungen darauf erhöhten sich nach Thomas Vogels schönem Kopfball ins lange Eck. Die Führung gegen lange sehr verunsichert spielende Berliner war nicht unverdient. Dass es am Ende nicht mal für einen Zähler reichte, lag am Berliner Thomas Doll, der in der letzten halben Stunde richtig aufdrehte. Sein Solo zum 2:1 war eine echte Augenweide.

FC Karl-Marx-Stadt – Energie Cottbus 3:1 (2:1)

Der Sieg der Karl-Marx-Städter hätte noch deutlich höher ausfallen können. Cottbus gehörten die ersten 20 Minuten dieses Duells zweier Tabellennachbarn und ging auch in Führung. Danach aber wurde der FCK immer stärker und überrollte die Gäste regelrecht. "Mann des Spiels" war dabei nicht der Doppeltorschütze Steffen Heidrich, sondern Sven Köhler, der alle drei Treffer vorbereitet hatte.

Bischofswerda – 1. FC Lok Leipzig 2:1 (0:1)

Tabellen-Schlusslicht Bischofswerda hat sich noch längst nicht aufgegeben – das konnte man an diesem Nachmittag deutlich sehen. Spielerisch war man den im Niemandsland der Oberliga feststeckenden Leipzigern unterlegen. Aber in Sachen Kampfgeist waren die Gastgeber besser. Und sie hatten einen effizienten Spieler in ihren Reihen: Heiko Löpelt nutzte seine zwei Chancen zu zwei Toren.

Stahl Brandenburg – Hansa Rostock 1:1 (1:1)

Den schlimmsten Kick dieses 14. Spieltages gab es in Brandenburg zu sehen. 54 Fouls sind selbst für Oberliga-Verhältnisse stattlich und zeigen, was in der Partie nach Ansicht der beiden Teams Trumpf war. Hansas Führung glichen die Gastgeber umgehend durch einen Foulstrafstoß wieder aus. In der zweiten Halbzeit musste Stahl nach Rot für Christoph Ringk beträchtliche Zeit in Unterzahl spielen. Der Rostocker Wahl hatte hier die Chance zum Siegtreffer, vergab aber gleich zwei Mal.

Vorherige Partien des 14. Spieltags

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. Februar 2020 | 16:30 Uhr

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